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    RheinböllenBI übergibt Bundesumweltminister offenen Brief

    Die Bürgerinitiative „Windkraftfreier Soonwald“ nutzte die Gelegenheit und überreichte Bundesumweltminister Peter Altmaier beim Neujahrsempfang der CDU in Rheinböllen einen offenen Brief. Darin schildert die BI die Situation aus ihrer Sicht und bittet den Minister um Unterstützung für ihr Anliegen.

    Sylke Müller Althauser und Monika Haager (von rechts) sprachen in Rheinböllen mit Bundesumweltminister Peter Altmaier.
    Sylke Müller Althauser und Monika Haager (von rechts) sprachen in Rheinböllen mit Bundesumweltminister Peter Altmaier.
    Foto: Werner Dupuis

    Rheinböllen - Die Bürgerinitiative „Windkraftfreier Soonwald“ nutzte die Gelegenheit und überreichte Bundesumweltminister Peter Altmaier beim Neujahrsempfang der CDU in Rheinböllen einen offenen Brief. Darin schildert die BI die Situation aus ihrer Sicht und bittet den Minister um Unterstützung für ihr Anliegen.

    In dem offenen Brief heißt es, der Kreis sei zwar ein Vorzeige-Landkreis, der die Energiewende bereits geschafft habe angesichts der Vielzahl von Windrädern, die bereits in Betrieb sind, und derer, die noch kommen werden. „Wir, die Bürgerinitiative ,Windkraftfreier Soonwald', setzen uns dafür ein, dass die Energiewende natur- und landschaftsverträglich, sozialverträglich und menschenverträglich gestaltet wird, was hier ganz und gar nicht der Fall ist“, heißt es in dem Schreiben.
    In dem offenen Brief heißt es, der Kreis sei zwar ein Vorzeige-Landkreis, der die Energiewende bereits geschafft habe angesichts der Vielzahl von Windrädern, die bereits in Betrieb sind, und derer, die noch kommen werden. „Wir, die Bürgerinitiative ,Windkraftfreier Soonwald', setzen uns dafür ein, dass die Energiewende natur- und landschaftsverträglich, sozialverträglich und menschenverträglich gestaltet wird, was hier ganz und gar nicht der Fall ist“, heißt es in dem Schreiben.
    Foto: Werner Dupuis

    Sylke Müller Althauser und Monika Haager sprachen beim Empfang mit Peter Altmaier: „Die Art und Weise, wie die Energiewende hier im Hunsrück stattfindet, ist für uns nicht mehr akzeptabel“, erklärten die Frauen dem Minister. Wie schon Altmaier in seiner Rede gefordert hatte, betonten auch sie die Notwendigkeit einer übergeordneten Planung. „Hier muss die Bundesregierung aktiv werden“, sagte Sylke Müller Althauser – wohl wissend, dass die derzeitige Genehmigungshoheit für Windkraftanlagen bei den Kommunen liegt.

    Der Wald sei zu einem Maschinenpark geworden. Die derzeitige Situation sei eine „menschliche und eine Naturkatastrophe“, so die Ansicht der Bürgerinitiative.

    In dem offenen Brief heißt es, der Kreis sei zwar ein Vorzeige-Landkreis, der die Energiewende bereits geschafft habe angesichts der Vielzahl von Windrädern, die bereits in Betrieb sind, und derer, die noch kommen werden. „Wir, die Bürgerinitiative ,Windkraftfreier Soonwald', setzen uns dafür ein, dass die Energiewende natur- und landschaftsverträglich, sozialverträglich und menschenverträglich gestaltet wird, was hier ganz und gar nicht der Fall ist“, heißt es in dem Schreiben.

    Durch die Privilegierung der Windkraft im Baugesetzbuch, wie sie im Juni 1996 vom Bundestag beschlossen wurde, habe der Natur- und Landschaftsschutz in den Genehmigungsverfahren für Windenergieanlagen kaum eine Chance. Die Folge des ungebremsten Ausbaus von Windenergieanlagen im Hunsrück sei eine „industrielle Überformung der schönen Hunsrücklandschaft, die Zerstörung von Erholungs- und Naturschutzräumen sowie eine unverantwortliche finanzielle Schieflage zwischen Gemeinden mit und ohne Windrädern, was den sozialen Frieden im Land gefährde“, schreibt die BI.

    Weiter heißt es in dem offenen Brief: „In dem Genehmigungsverfahren um acht Windenergieanlagen, davon vier große Windräder vom Typ Enercon E-126 (die größten, die in Europa bisher aufgestellt wurden) auf dem Hochsteinchen im Naturpark Soonwald-Nahe, wurde die erhebliche Beeinträchtigung des Landschaftsbildes in einem Naturpark und in unmittelbarer Nähe eines Landschaftsschutzgebietes wegen der Privilegierung der Windkraft im Baugesetzbuch als tolerierbar hingenommen.“ Nach dem „Sündenfall“ am Hochsteinchen setze man sich mit Nachdruck dafür ein, dass der Wald des weiteren Soons – insbesondere der Soonwaldkämme – von Windrädern frei bleibt und seine Natur geschützt und erhalten wird.

    Bundesumweltminister Peter Altmaier hörte aufmerksam zu. In seiner Rede zur Energiewende hatte er zuvor schon angemerkt, dass es sicher einzelne Standorte von Windrädern gibt, über die man diskutieren könne. Gleichwohl sei die Umsetzung der Energiewende alternativlos, und der Ausstieg aus der Atomenergie sei die richtige Entscheidung gewesen.

    Altmaier will einen bundesweiten Konsens bei der Umsetzung der Energiewende. Die Bürgerinitiative sieht die Energiewende „als ganzheitliches Konzept, zu dem Energieeinsparung und -effizienz genauso gehören wie die bedarfs- und netzorientierte Erzeugung von mehr grünem Strom.“ Die allgemeine, ungestörte Förderung der Windkraft führe hier im Hunsrück dazu, dass uns die nahen Erholungsräume der Natur zerstört werden und der Aufbau eines naturverträglichen Tourismus gefährdet sei. Auch dies seien Aspekte der Energiewende.

    Abschließend schreibt die BI: „Wir hoffen, dass Sie Verständnis für unsere Anliegen haben und sich für die notwendigen Korrekturen im Baugesetzbuch und Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien einsetzen.“ Der Bundesumweltminister versprach, die Argumente der Bürgerinitiative zu prüfen. In seiner Rede hatte er zuvor bereits betont: „Wir brauchen ein neues, berechenbares Erneuerbare-Energien-Gesetz.“ Thomas Torkler

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