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  • BudenbachBauer aus Leidenschaft baut großen Laufstall

    Eigentlich wollte Jan Mühlberger immer schon Bauer werden. Schon als Kind war er am liebsten beim Vieh im Stall oder half bei der Feldarbeit. Doch die eigene Ratio und der elterliche Rat veranlassten ihn, nach der Schule eine Lehre zum Industriemechaniker zu absolvieren. Aber irgendwie führte der 29-Jährige immer ein berufliches Doppelleben zwischen Werkshalle und dem heimischen Acker. Seine bäuerliche Leidenschaft hat Mühlberger nun eindrucksvoll, schier unübersehbar unter Beweis gestellt. Am Ortsrand von Budenbach hat der Nebenerwerbslandwirt eine große, als Laufstall genutzte Halle, in die Feldflur gebaut.

    Zurzeit stehen nur drei hochträchtige Kühe im großen Laufstall. In den nächsten Tagen werden sie hier ihre Kälber zur Welt bringen und danach mit ihnen zur Herde auf die Weide wechseln. Für Natascha und Jan Mühlberger ist die Stallarbeit momentan daher übersichtlich. Foto:  Werner Dupuis
    Zurzeit stehen nur drei hochträchtige Kühe im großen Laufstall. In den nächsten Tagen werden sie hier ihre Kälber zur Welt bringen und danach mit ihnen zur Herde auf die Weide wechseln. Für Natascha und Jan Mühlberger ist die Stallarbeit momentan daher übersichtlich.
    Foto: Werner Dupuis

    Von beiden Seiten seiner Familie fließen bäuerliche Gene in Mühlbergers Blut. Angesichts sinkender Erträge, immer höheren Investitionen und nicht enden wollender Arbeitsbelastung – weit weg von der 38,5 Stunden Woche – erlernte Mühlberger ein seriöses Handwerk. Bei der Bomag ist er in der Produktion von Vibrationswalzen beschäftigt. Zum Ausgleich war nach Feierabend Feldarbeit angesagt. 2015 übernahm er den bäuerlichen Familienbetrieb.

    Um seine Leidenschaft für die Landwirtschaft auf fundierte Füße zu stellen, absolvierte der Hobbybauer in seiner Freizeit – am Abend und an Wochenenden – eine Ausbildung zum Landwirt, die er im Frühjahr 2016 mit dem Gesellenbrief abschloss.

    Parallel dazu lief die Planung für den Neubau eines 25 mal 30 Meter großen Boxenlaufstalls für seine Mutterkuhhaltung. Der Standort sollte außerhalb des Dorfes auf dem freien Feld an der Landstraße nach Kisselbach sein. Für eine Aufstockung der Herde war der alte Stall zu klein. Dessen Lage mitten im Dorf war auch nicht günstig.

    Im Vergleich mit einem herkömmlichen Stall, in dem die Tiere in engen Boxen angebunden waren, können sich in dem neuen Laufstall die Kühe mit ihren Kälbern frei bewegen. Das steigert die Vitalität und fördert den Herdenverbund. Jede Kuh hat ihren eigenen Liegeplatz, der getrennt von der Lauffläche ist. Die artgerechte Haltung in dem großen Stall erhöht nicht nur die Tiergesundheit, sondern macht auch die Arbeitsabläufe des Rindviehhalters effizienter. Maschinell kann er das Silofutter verteilen. Hygienisch sauber stehen die Kühe auf einer dickem Strohschicht.

    Im Frühjahr erfolgte dann der Umzug der Herde mit 25 Mutterkühen und den dazugehörigen Kälbern. Mit der Zeit will Mühlberger seine Herde auf 50 Mutterkühe mit entsprechender Anzahl Kälbern und der Nachzucht aufstocken. Rund 100 Köpfe wird dann die Herde zählen.

    Mühlberger züchtet ausschließlich die aus Frankreich stammenden weißen Charolais-Rinder. Die Vermarktung erfolgt in Eigenregie. Ohne lange, stressige Transportwege werden die Tiere im nahen Laudert geschlachtet. Das Fleisch wird in Paketen von 10 Kilogramm bis zum halben oder ganzen Rind vermarktet. Um den Absatz braucht sich Mühlberger keine Gedanken machen. Der Landwirt verfügt mittlerweile über einen festen Kundenstamm. Dumpingpreise sind für ihn kein Thema. Die Verbraucher zahlen gern einen fairen Preis fürs heimische Produkt.

    Rund 100 Hektar Land, davon 35 Grünland, bewirtschaftet der Nebenerwerbslandwirt im heimatlichen Budenbach und in Michelbach. Dort hat er die Flächen von Verwandten, die altersbedingt die Landwirtschaft aufgegeben haben, komplett übernommen. Von Anfang Mai bis Ende Oktober stehen die Tiere auf der Weide. Die Wintermonate verbringen sie im warmen Stall. Mühlberger verfüttert ausschließlich auf den eigenen Feldern produziertes Silofutter, Heu und Stroh.

    Unterstützt wird der Bauer aus Überzeugung von seiner Familie und Ehefrau Natascha, die als Floristin einen Blumenladen führt. Zwischenzeitlich hat auch sie, inspiriert von Ehemann Jan, ihre Leidenschaft für die Landwirtschaft entdeckt.

    Von unserem Reporter
    Werner Dupuis

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