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    SohrenAuf der Fanmeile im Sohrener Altenpflegeheim sitzen Experten

    Zur wahren Fanmeile wurde der Aufenthaltsraum im 1. Stock des Pfarrer Kurt Velten-Altenpflegeheims in Sohren am Mittwochabend, als die deutsche Nationalelf gegen die Nordiren antrat. Ab 18 Uhr versammelten sich mehr als zehn Fußballbegeisterte der etwa 70 Heimbewohner vor dem großen Fernseher im schwarz-rot-gold- geschmückten Raum, um in gut gelaunter Runde dem Spiel zu folgen. Da durfte auch die deutschen Farben auf den Wangen der Senioren nicht fehlen.

    Voller Spannung verfolgen die Fußballbegeisterten im geschmückten Aufenthaltsraum das Spiel gegen Nordirland.
    Voller Spannung verfolgen die Fußballbegeisterten im geschmückten Aufenthaltsraum das Spiel gegen Nordirland.

    Von unserer Reporterin Charlotte Schick

    Doch zunächst musste sich gestärkt werden. Die "Wohngemeinschaft" im 2. Stock, wie die Bewohner ihr Zusammenleben in der oberen Etage des Hauses nennen, ließ sich zur Einstimmung auf den geselligen Abend erst einmal Pizza bringen. Mit vollem Magen lässt sich das aufregende Spiel doch besser ertragen. Bis dann alle im Aufenthaltsraum ankommen, ist die Partie schon in vollem Gang.

    "So sieht dat nit gut ous vor de Omend", ruft Elisabeth Stoffel von ihrem Logenplatz aus in der ersten Reihe. Gespannt folgt sie den Spielern auf der Mattscheibe und ist ganz aufgeregt. Auch ihre Sitznachbarin Hilde Petry hält sich immer mal wieder die Hände vor die Augen und kann kaum hinsehen. "Immer wieder knapp vorbei" geht der Ball am Tor, das macht die beiden ganz nervös. "Manchmo mänt ma, ma misst helfe", sind sich die beiden Rentnerinnen einig. Gut, dass Silke Hamann, Leiterin des Sozialen Dienstes, und Einrichtungsleiterin Annette Mildenberger nicht nur für die passende Dekoration, sondern auch für Nervennahrung gesorgt haben. Mit Trauben garnierte Käsewürfel mit Fähnchen, Chips, Schaumküsse, Tomaten und Kekse beruhigen die erhitzten Gemüter.

    Dann endlich das erlösende 1:0 in der 30. Minute durch Gomez. Ein Blick auf den Tippzettel verrät: Silke Hamann, eine Kollegin und ein Bewohner liegen bis jetzt richtig mit ihrem Tipp. Darüber, was sie gewinnen, sollte es bei dem Ergebnis bleiben, haben sie sich allerdings noch keine Gedanken gemacht. "Einen Tag Sonderurlaub vielleicht?", witzelt Hamann. Doch eine "Fahrt ins Blaue" wäre dem Senior dann doch lieber.

    Heimbewohner Klaus Lenz hingegen glaubt nicht, dass das Spiel so ausgeht. Sein Tipp: 2:1. Für Deutschland? "Nein, für die Nordiren natürlich!" Obwohl die Nordiren kaum Chancen haben, revidieren will Lenz seinen Tipp bis zum Abpfiff nicht so recht. Am Ende bleibt es dann doch beim knappen Sieg für Deutschland.

    Zufrieden, aber dennoch nicht ganz glücklich mit dem Ergebnis, wird dann doch noch angestoßen auf den Sieg. Zwar nicht wie anderswo üblich mit Stubbi oder Sekt, im Sohrener Altenpflegeheim steht nur "Gletschersekt" auf der Karte, denn Alkohol ist in den Räumen strikt verboten. Prickeln tut das Getränk trotzdem, und der Stimmung unter den Senioren tut das keinen Abbruch.

    Manch einer unter den Bewohnern fand das Spiel zwischenzeitlich dann doch so langweilig, dass ihm der Kopf immer mal wieder nach vorn kippte. So ein kleines Nickerchen kann nicht schaden, denn am Ende zählt ja doch das Ergebnis. Und das fiel im Sinne aller Zuschauer aus.

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