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    Rhein-HunsrückÜber 1000 arme Kinder leben im Kreis

    Armut hat auch im Rhein-Hunsrück-Kreis viele Gesichter. Das konnten zwei Experten aus ihrer täglichen Praxis den Teilnehmern der Diskussionsveranstaltung der SPD-Arbeitsgemeinschaft „60plus“ im Alten Bahnhof in Emmelshausen deutlich machen.

    2471 Bedarfsgemeinschaften registrierte die Arge (seit Januar Jobcenter) kreisweit im Jahresdurchschnitt 2010. Dass die Zahl der Familien, die von Hartz IV leben, in der größten Verbandsgemeinde am größten ist, verwundert nicht. Etwa jeder fünfte Hartz-IV-Haushalt befindet sich in der VG Kirchberg. Das entspricht ungefähr dem Bevölkerungsanteil. Unter dem Durchschnitt liegt die Zahl der Hartz-IV-Empfänger in den Verbandsgemeinden St. Goar-Oberwesel und Emmelshausen. Die meisten Bedarfsgemeinschaften gab es mit 2553 im März 2010.
    2471 Bedarfsgemeinschaften registrierte die Arge (seit Januar Jobcenter) kreisweit im Jahresdurchschnitt 2010. Dass die Zahl der Familien, die von Hartz IV leben, in der größten Verbandsgemeinde am größten ist, verwundert nicht. Etwa jeder fünfte Hartz-IV-Haushalt befindet sich in der VG Kirchberg. Das entspricht ungefähr dem Bevölkerungsanteil. Unter dem Durchschnitt liegt die Zahl der Hartz-IV-Empfänger in den Verbandsgemeinden St. Goar-Oberwesel und Emmelshausen. Die meisten Bedarfsgemeinschaften gab es mit 2553 im März 2010.
    Foto: rz Grafik

    Rhein-Hunsrück - Armut hat auch im Rhein-Hunsrück-Kreis viele Gesichter. Das konnten zwei Experten aus ihrer täglichen Praxis den Teilnehmern der Diskussionsveranstaltung der SPD-Arbeitsgemeinschaft „60plus“ im Alten Bahnhof in Emmelshausen deutlich machen.

    Arm, so dehnbar der Begriff auch ist, sind ohne jeden Zweifel jene 4273 Personen im Kreisgebiet, die in 2225 Haushalten (Stand Januar 2011) leben. Diese Menschen beziehen Hartz IV. Zur Personengruppe gehören rund 1100 Kinder unter 15 Jahren. Andreas Lemens, Geschäftsführer des Jobcenters (früher Arge) Rhein-Hunsrück, nannte diese Zahlen.
    Es gibt auch im Rhein-Hunsrück-Kreis Menschen, die zwar einen Job haben, aber so schlecht bezahlt werden, dass sie von ihrem Lohn nicht leben können. Damit sie das Existenzminimum erreichen, bekommen sie vom Jobcenter eine finanzielle Aufbesserung. 914 dieser sogenannten Aufstocker sind kreisweit registriert. Ihr Durchschnittseinkommen liegt bei 426 Euro. Die Aufstockung beträgt im Schnitt 326 Euro.

    Dann gibt es noch Arbeitslose, die nicht in der offiziellen Statistik auftauchen, weil sie an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen oder älter als 58 Jahre alt sind. Diese Personen eingerechnet, beträgt die Arbeitslosenquote im Kreis aktuell nicht 5,4 sondern 6,5 Prozent.

    Armut hat viele Gesichter. Jene Menschen, die regelmäßig zu den sechs Ausgabestellen der Rhein-Hunsrück-Tafel kommen, gehören zu den Bedürftigen. Im vergangenen Jahr versorgten sich im Schnitt 1527 Personen, davon 40 Prozent Kinder, wöchentlich an den Tafeln mit Lebensmittel. Das berichtete Ludwig Geißbauer, Vorsitzender der Rhein-Hunsrück-Tafel. 296 ehrenamtliche Helfer kann der 251 Mitglieder starke Verein für den Dienst am Nächsten mobilisieren. Seit Gründung der Tafel am 7. September 2005 in Kastellaun wurden an den sechs Standorten bisher über 1000 Tonnen Lebensmittel an mehr als 350.000 Personen, davon 140.000 Kinder, ausgegeben.

    Geißbauers Vision, dass die Tafel eines Tages überflüssig wird, dürfte so schnell nicht Realität werden. Dass die Kinder in hohem Maße die Leidtragenden und – ganz aktuell – auch noch Opfer des Parteiengezänks sind, hält Geißbauer schlichtweg für einen Skandal.

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