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    SimmernÄra endet nach 26 Jahren: Bertram Fleck übergibt die Landratsbühne an Marlon Bröhr

    Mit einer der wohl festlichsten Sitzungen in seiner Geschichte hat sich der Kreistag von Bertram Fleck als Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises verabschiedet und die Ernennung seines Nachfolgers Marlon Bröhr vorgenommen. Vor mehreren Hundert Gästen wurde der formale Akt in der Simmerner Hunsrückhalle zu einem denkwürdigen Moment.

    Landrat Bertram Fleck vereidigt seinen Amtsnachfolger Marlon Bröhr.
    Landrat Bertram Fleck vereidigt seinen Amtsnachfolger Marlon Bröhr.
    Foto: Werner Dupuis

    Von unserem Chefreporter Volker Boch

    Kreistagsmitglieder sind ausführliche Ansprachen von Bertram Fleck durchaus gewöhnt. Selten haben sie ihrem hauptamtlichen Chef aber so lange und geduldig zugehört wie an diesem sonnigen Nachmittag. Kurz vor Ende seines 26. Dienstjahres war es Bertram Fleck gestattet, eine gute halbe Stunde lang erst einmal Freunde, Wegbegleiter und Mitstreiter im Saal zu begrüßen. Er wusste, dass viele seinetwegen gekommen waren, aus der Region und aus weiterer Ferne. Es galt Dank zu sagen für ein vertrauensvolles Miteinander, das Innenminister Roger Lewentz (SPD) als obersten Dienstherr ebenso herzlich mit einschloss wie den Kreis enger privater Freunde und die Familie.

    "Wir sind heute sehr gern hierhergekommen, um uns von dir, lieber Bertram, zu verabschieden", erklärte Lewentz stellvertretend für viele andere Gäste. Er verabschiedete würdevoll einen "unglaublich wichtigen Impulsgeber nicht nur für diesen Landkreis" und einen guten Freund in den Unruhestand, in dem Fleck unter anderem in Sachen Energie beratend tätig sein möchte. "Ich hoffe, dass ich trotzdem einen Termin für eine Wanderung im Oberweseler Oelsberg bei dir bekommen werde", sagte Lewentz angesichts eines wohl weiterhin engen Terminkalenders.

    Nachfolger im Amt war in der Versenkung verschwunden

    Ein Landrat, der sich zuletzt vorwiegend und ganz bewusst um Privates gekümmert hat, wurde an diesem Nachmittag offiziell ins Amt eingeführt. Um 16.09 Uhr verlas Fleck die Ernennungsurkunde für Dr. Marlon Andreas Paul Bröhr und vereidigte den Kastellauner in einer formellen Zeremonie. "Einen ganz, ganz herzlichen Glückwunsch", sagte Fleck freundschaftlich, "ich wünsche dir viel Erfolg und das richtige Quäntchen Fortune. Wenn du mich einmal brauchst, ruf mich an. Ich werde allerdings nicht selbst anrufen und auch nicht wöchentlich auftauchen, um dir zu sagen, wie es geht."

    Fast sieben Monate lang war Bröhr nach der Wahl am 28. September vermeintlich in der Versenkung verschwunden. "Meine Frau kam manchmal völlig genervt aus der Zahnarztpraxis", erklärte er. Sehr regelmäßig versuchten Patienten schließlich aus seiner Frau herauszubringen, was denn der "verschwundene", designierte Landrat eigentlich die ganze Zeit mache? Bröhr lüftete das Geheimnis und erzählte, dass er mit überschaubarem Erfolg einen Italienischkurs gemacht hat. "Ich habe auch versucht herauszufinden, was dabei herauskommt, wenn man einen Rasen dreimal wöchentlich mäht. Es bleibt nicht viel übrig."

    Fleck bietet seine Unterstützung an

    Hin und wieder haben sich die beiden Protagonisten Bröhr und Fleck in den vergangenen Monaten getroffen und sich ausgetauscht. "Ich kam immer mit leeren Händen und ging mit mehreren Aktenordnern", sagte Bröhr dankbar. Das Angebot, dass ihm Bertram Fleck bei Bedarf als informativer Partner künftig zur Seite steht, nahm Bröhr gern an, denn: "Du warst viele, viele Jahre ein super Landrat für uns."

    Dem Lob schlossen sich die Redner des Nachmittags gern an. Landtagspräsident Joachim Mertes (SPD) hatte kein Manuskript vorbereitet, aber dies war auch nicht nötig, da sich in den vielen gemeinsamen Jahren zahlreiche positive Momente fest verankert haben. "Bertram Fleck hinterlässt im Rhein-Hunsrück-Kreis einen großen Fußabdruck", sagte er und verwies wie sein Landtagskollege Hans-Josef Bracht (CDU) auf die schwierigen Situationen, die der Kreis mit Fleck an der Spitze gemeistert hat.

    Entwicklung des Kreises entscheidend geprägt

    Allein die Entwicklung am Flughafen Hahn und die Ankunft Tausender Aussiedler zu skizzieren, hätte den Rahmen gesprengt, dabei waren dies "nur" zwei von vielen Mosaiksteinchen in der jüngeren Kreisgeschichte. "Daran hast du als Landrat sehr stark mitgewirkt", sagte Bracht, "die 26 Jahre mit dir als Landrat waren gute Jahre." Julia Klöckner, die Fleck einst als Deutsche Weinkönigin kennen gelernt hat, ergänzte als Landeschefin der CDU: "Die Zeit, in der ich dich erlebt habe als Politiker, das war schon sehr beeindruckend, weil ich viel lernen konnte, wie man Kompromisse schließt."

    Fleck selbst beschrieb sein Wirken zum Abschied mit Sätzen, die in den vergangenen 26 Jahren häufig galten: "Vielleicht konnte ich ein bisschen dazu beitragen, dass wir im Kreis vorangekommen sind. Ich habe versucht, integrativ zu wirken, ich hoffe, dass mir dies ab und zu gelungen ist."

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