40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RLZ Diez
  • » Wehrlose Patientin in Klinik vergewaltigt
  • Aus unserem Archiv

    Limburg/Bad CambergWehrlose Patientin in Klinik vergewaltigt

    Wegen einer Vergewaltigung muss ein 51-Jähriger mehr als drei Jahre ins Gefängnis.

    Er hatte eine Patientin in der Neurologischen Rehaklinik Bad Camberg vergewaltigt. Das hat das Limburger Landgericht in einer mehrtägigen Hauptverhandlung festgestellt und einen 51-jährigen Mann aus dem Taunus zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt. Die Staatsanwältin hatte vier Jahre Haft beantragt, der Angeklagte die Tat stets bestritten und ausgesagt, er habe das Zimmer der Frau gar nicht betreten.

    Der Tatvorwurf reicht in das Jahr 2011 zurück. Am Morgen des 5. Januar hatte sich der Deutsche, der als Reinigungskraft tätig war, demnach gegen 6 Uhr in das Zimmer der halbseitig rechts gelähmten Frau begeben, die an erheblichen Sprachstörungen litt und sich nach der mutmaßlichen Tat verbal nicht äußern konnte, weshalb der Prozess erst jetzt nach über vier Jahren stattfinden konnte.

    Nach der Beweisaufnahme steht für das Gericht fest, dass sich der Mann neben ihrem Bett auf einen Stuhl setzte, die Bettdecke beiseite schob, die noch bewegungsfähige Hand der damals 54-Jährigen festhielt und mit der anderen Hand die Tat ausübte. Die hilflose Frau habe sich nicht wehren können und große Angst gehabt.

    Zunächst hatte sie der Pflegeschwester das Geschehene offenbaren wollen, die sie nicht verstand. Erst die Tochter der Frau habe mit Nicken und Kopfschütteln herausgefunden, was sich zugetragen haben soll. Erst jetzt war die deutsche Frau, die ebenfalls im Taunus wohnt, auch im Gerichtssaal vernehmungsfähig.

    Das Gericht hörte außerdem den behandelnden Oberarzt, den Chefarzt der Reha-Klinik und einen Professor für Psychiatrie und Psychotherapie der Uniklinik Gießen als Sachverständigen. Dabei ging es um die Frage, inwieweit die Fähigkeiten der Betroffenen zur Tatzeit eingeschränkt waren, einen Sachverhalt wahrzunehmen und wie dieser sich tatsächlich zugetragen hat.

    Dabei wurde festgestellt, dass sie in ihrer Wahrnehmung durch ihren Schlaganfall nicht eingeschränkt war und sich lediglich nicht ausdrücken konnte. Sie hatte sich lediglich durch Kopfnicken und Verneinen verständlich machen können. Sie ist auch heute noch von ihrer Krankheit gezeichnet, kann aber in ganzen Sätzen sprechen und hat die Tat einigermaßen verarbeitet.

    Bei dem Angeklagten handelt es sich um einen Mann mit strafrechtlichen Vorbelastungen. Ohne Schulabschluss und Berufsausbildung, war er früher Drogenkonsument und hatte ein Alkoholproblem. In zwei Therapien 2004 und 2008 kam er von seiner Sucht los und lebt seit sieben Jahren in einer festen Beziehung. Seine 62-jährige Lebensgefährtin sagte zu dem Vorwurf: „Ich kann das gar nicht verstehen.“ Sie hatte ihren Partner, der eine Festanstellung in der Klinik, aber keinen Führerschein hatte, jeweils am frühen Morgen zu seinem Arbeitsplatz gefahren. flu

    Diez
    Meistgelesene Artikel
    Online regional
    Markus Eschenauer

    Regio-CvD Online

    Markus Eschenauer

    Mail | 02602/160 474

    Anzeige
    Regionalwetter
    Sonntag

    12°C - 22°C
    Montag

    13°C - 22°C
    Dienstag

    15°C - 26°C
    Mittwoch

    17°C - 30°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    epaper-startseite
    Anzeige