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  • Syrische Familie benennt Tochter nach Angela Merkel

    Diez. Viele syrische Kriegsflüchtlinge, die in Deutschland Zuflucht suchen, sind Deutschland, seiner Regierung und besonders Bundeskanzlerin Merkel sehr dankbar für ihre Aufnahme und Unterbringung. Wie weit das gehen kann, zeigt sich bei einer syrischen Familie, die in der Erstaufnahmeeinrichtung in Diez (AfA) untergebracht ist. Sie haben ihr jüngst geborenes neues Familienmitglied nach der Kanzlerin benannt: Angela Merkel Ramadan heißt das Kind.

    Foto: mn

    Von unserer Mitarbeiterin Mariam Nasiripour

    Die sechsköpfige Familie stammt aus Deir ez-Zor, einer Stadt mit rund 300 000 Einwohnern im Osten Syriens. Vater Firas Ramadan arbeitete dort als Busfahrer. Mutter Khadija Alhamyda kümmerte sich um die fünf Kinder und das Haus. Die Familie führte ein ruhiges und geregeltes Leben, und es mangelte ihr an nichts. Dann kamen der Krieg sowie der sogenannte Islamische Staat, und alles änderte sich. Die Familie zog nach Damaskus und versuchte dort, ihr Leben weiterzuführen. Aber die Situation in Syrien wurde immer lebensbedrohlicher. Sogar die Bombardierung ihres Hauses musste die Familie verkraften. So entschloss sich die Familie Ramadan, ihre Heimat zu verlassen. Von Freunden hatten sie erfahren, dass die Menschen in Deutschland gut behandelt werden. Also machten sie sich auf den Weg in das sichere Land.

    Die gefährliche Odyssee begann in der nordsyrischen Metropole Aleppo. Von dort fuhr die Familie mit einem Kleinbus über die syrisch-türkische Grenze und nach Izmir. Dort kamen sie nachmittags an. Bereits eineinhalb Stunden später saß die Familie in einem Schlauchboot und war bereit für die Überfahrt nach Griechenland. Es war ein Boot von 9 Meter Länge und 4 Meter Breite, in das sich 54 Menschen quetschten. Es war bereits dunkel geworden, als das Schlauchboot seine Fahrt über die Ägäis nach Griechenland aufnahm. Insgesamt 2500 Euro bezahlte die Familie für eine gefährliche Überfahrt, deren Ende offen und ungewiss war.

    Und so kam es auch, dass das Schlauchboot rund vier Kilometer vor der Küste einer griechischen Insel gegen einen Felsen prallte und riss. Alle Insassen und ihr gesamtes Hab und Gut wurden ins Meer gespült. "An Bord waren Männer, die unsere Kinder auf ihre Schultern nahmen und mit ihnen ans Ufer schwammen", erinnert sich der 35-jährige Vater. Ihre Habseligkeiten, die ins offene Meer hinausgetrieben wurden, interessierten die Eltern nicht. Ihre Gedanken waren die ganze Zeit bei ihren Kindern. Ihre Sicherheit hatte oberste Priorität für das syrische Ehepaar, alles andere wurde zur Nebensache. Während der gesamten Reise dachten die Eltern immer nur daran, ihre Kinder sicher nach Deutschland zu bringen. Die Familie kämpfte mit Erkältungskrankheiten, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit. "Wir haben während der gesamten Reise nicht geschlafen", erzählt die Mutter und ringt um Fassung. Es fällt der 37-Jährigen immer sehr schwer, darüber zu reden. In Griechenland wurde die Familie vom Roten Kreuz mit Nahrung und Kleidung versorgt. An dieser Station ihrer Flucht empfand das Ehepaar das erste Mal einen Hauch von Sicherheit. Dort kümmerten sich Helfer auch intensiv um die schwangere Khadija.

    Weitere Stationen der Reise waren Athen, Mazedonien und Slowenien, von wo es mit dem Bus über die Grenze nach Deutschland ging. Auf deutscher Seite wurde die Familie registriert und nach Trier geschickt. Anschließend wurde sie nach Diez überwiesen. Hier konnte die Familie endlich zur Ruhe kommen und aufatmen. Firas Ramadan will arbeiten und seine Kinder in die Schule schicken. Er will zu einem konstruktiven Mitglied der Gesellschaft werden und seinen Beitrag leisten. "Wir sind sehr, sehr glücklich, hier zu sein", sagt Khadija Alhamyda. "Deutschland ist schön. Wir haben nur nette und hilfsbereite Menschen kennengelernt." Für ihre kleine Tochter Angela Merkel Ramadan und ihren anderen Kindern wünscht sie sich eine gute Zukunft in Frieden und Sicherheit.

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