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  • Koblenz/DiezMarihuanazucht im Rhein-Lahn-Kreis: Hesse (38) geständig

    208 Marihuanapflanzen, 50 Zentimeter hoch - das fanden die Ermittler der Polizeiinspektion Diez Ende Mai bei einer Hausdurchsuchung im Rhein-Lahn-Kreis.

    Eine Drogenplantage hat ein 38-Jähriger im Rhein-Lahn-Kreis betrieben. Jetzt steht er vor Gericht.
    Eine Drogenplantage hat ein 38-Jähriger im Rhein-Lahn-Kreis betrieben. Jetzt steht er vor Gericht.
    Foto: privat

    Laut Anklageschrift handelt es sich bei dem "Gärtner" um einen Hessen (38), der seit Dienstag vor dem Koblenzer Landgericht steht. Der Beschuldigte muss sich gleich wegen einer ganzen Reihe von Tatvorwürfen verantworten, darunter Körperverletzung, Fahren ohne Führerschein und Nötigung. Im Zeitraum von Oktober 2014 bis Mai 2016 soll er immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sein.

    In seiner Wohnung im Rhein-Lahn-Kreis stießen die Ermittler der Polizei Diez auf eine voll ausgerüstete Marihuanaplantage - rund 1660 Gramm netto. Spätestens Ende Dezember 2015 soll dem 38-Jährigen die Idee zum Anbau gekommen sein, laut Staatsanwaltschaft besorgte er sich zu diesem Zeitpunkt das Equipment für die Aufzucht der Pflanzen. 208 an der Zahl fanden die Ermittler bei der Wohnungsdurchsuchung, die Ende Mai zur Festnahme des Angeklagten führte.

    Der Betäubungsmittelkonsument war in den letzten zwei Jahren mehrmals in Verkehrskontrollen geraten. So auch im Februar 2015, als er mit dem Mercedes seiner Mutter ohne Fahrerlaubnis unterwegs war. Ende der Spritztour: der Ortsausgang Marienthal in Hessen. Dort ging er den Beamten der Polizeistation Rüdesheim ins Netz - mit 1,19 Promille. Ein gutes Jahr später, das gleiche Spiel: wieder der Mercedes der Mutter, wieder angetrunken, diesmal fiel auch der Drogentest positiv aus. Außerdem konfiszierten die Beamten rund 7 Gramm Amphetamine und 25 Cannabissetzlinge, aufbewahrt in einer Kuchenform.

    Wird er sich zu den Vorwürfen einlassen? "Ja, auf jeden Fall!", antwortete der Angeklagte mit fester Stimme. Kammer, Staatsanwaltschaft und Verteidigung einigten sich darauf, den Verfahrensfokus auf Drogenanbau, Handeltreiben und Trunkenheit am Steuer zu legen. Bedingung: Wenn der Beschuldigte das Anlegen der Plantage, das Dealen und die Verkehrssünden einräumen würde, seien Kammer und Staatsanwaltschaft bereit, die übrigen Anklagepunkte gegen ihn fallenzulassen. Die Ankündigung von Verteidigerin Olivia Ulbrich, ihr Mandant beschränke sich in seiner Einlassung auf die Angaben, die er gegenüber dem Sachverständigen Dr. Wolfram Schumacher-Wandersleb bei seiner Exploration im Nette-Gut gemacht habe, wollte das Gericht dabei nicht gelten lassen: "Das reicht nicht", erklärte der Vorsitzende Richter Martin Schlepphorst.

    Nach 15-minütiger Beratungszeit erklärte Ulbrich im Namen des Geständigen: "Wir räumen den Plantagenanbau, das Handeltreiben und die Trunkenheit am Steuer im vollen Umfang ein." Einzelheiten wolle man im Beisein des Sachverständigen erörtern. Positiver Nebeneffekt: Die Kammer will sich bei den Folgeterminen auf die Hauptzeugen beschränken. Kriminalbeamte aus Koblenz, Diez und Rüdesheim und die Bewährungshelfer des Delinquenten - sie alle sollen aussagen. Nächster Stopp auf dem Weg zur Urteilsverkündung am 12. Dezember: das forensisch-psychiatrische Gutachten. Die Verlesung ist für die Fortsetzung der Hauptverhandlung am 6. Dezember angestrebt.Julia Fourate

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