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    Rhein-LahnLeader-LAG Lahn-Taunus: Ideen fördern und zur Realisierung begleiten

    Alexandra Hesse ist eine der drei Regionalmanagerinnen der Leader-LAG Lahn-Taunus, die bei der Verbandsgemeinde Diez angesiedelt sind. Wir haben die bisherige Pressesprecherin der Stadt Limburg gefragt, was sie an dieser Tätigkeit reizt.

    Die Diezer Lahnpromenade avanciert zu einem der neuen Lieblingsorte von Alexandra Hesse, seit sie in der Grafenstadt angekommen ist. Die Regionalmanagerin der lokalen Leader-Aktionsgruppe freut sich, dass Diez so viel mehr aus seinem Lahnufer gemacht hat als Limburg, und hofft, dass die Domstadt eine ähnliche Entwicklung dieses Naherholungsbereichs hinbekommt.
    Die Diezer Lahnpromenade avanciert zu einem der neuen Lieblingsorte von Alexandra Hesse, seit sie in der Grafenstadt angekommen ist. Die Regionalmanagerin der lokalen Leader-Aktionsgruppe freut sich, dass Diez so viel mehr aus seinem Lahnufer gemacht hat als Limburg, und hofft, dass die Domstadt eine ähnliche Entwicklung dieses Naherholungsbereichs hinbekommt.
    Foto: jgm

    Frau Hesse, welche Funktion haben Sie genau unter den drei Regionalmanagern?

    Manfred Winter kümmert sich um das Thema Förderung, Sabine Ksoll und ich empfangen Leute, die einen Projektantrag stellen möchten, und beraten sie. Ich übernehme außerdem die Öffentlichkeitsarbeit. Wir vernetzen uns mit den anderen Verbandsgemeinden, stellen Flyer zu Verfügung und sorgen dafür, dass sich die aktuellen Informationen auch online finden.

    Öffentlichkeitsarbeit sind Sie gewohnt, was aber hat Sie an dieser Aufgabe besonders herausgefordert?

    Im Rathaus der Verbandsgemeinde Diez ist das Regionalmanagement der Leader-LAG Lahn-Taunus angesiedelt. Alexandra Hesse zeigt das Schild, das bald am Eingang auf die Institution hinweisen soll.  Foto: Katrin Maue-Klaeser
    Im Rathaus der Verbandsgemeinde Diez ist das Regionalmanagement der Leader-LAG Lahn-Taunus angesiedelt. Alexandra Hesse zeigt das Schild, das bald am Eingang auf die Institution hinweisen soll.
    Foto: Katrin Maue-Klaeser

    Sie sagen es schon: gewohnt. Ich habe das jetzt 15 Jahre lang gemacht, kenne also alle Seiten dieses Geschäfts und wollte etwas komplett anderes machen. In der Öffentlichkeitsarbeit kann man berichten, ist aber nie bei den Projekten dabei. Man wird informiert, wenn eine Maßnahme abgeschlossen ist. Das hat mich immer etwas unbefriedigt gelassen. Als ich von dieser Aufgabe gehört habe, dachte ich: Da kann man auch mal aktiv mitarbeiten, schon bei der Entstehung. Man kann Hinweise geben, Leute beraten. Man ist von Anfang bis Ende dabei. Natürlich ist die Öffentlichkeitsarbeit weiterhin Thema, aber ich konnte sie jetzt um diesen Punkt bereichern, und das hat mich gereizt.

    Wann haben Sie Ihre Stelle hier angetreten?

    Am 1. Februar, ich bin noch ganz frisch dabei.

    Und wie viele konkrete Anliegen sind denn schon an Sie herangetragen worden?

    Es sind schon einige gewesen, manche hatten ein Projekt quasi schon in der Schublade und haben nur darauf gewartet, dass wir uns als lokale Aktionsgruppe endlich konstituieren. Das sind ganz verschiedene Projekte mit ganz verschiedenen Leuten, die dahinterstehen - von Privatleuten bis hin zu Ortsgemeinden, wobei wir uns natürlich erhoffen, dass durch die Öffentlichkeitsarbeit, die wir betreiben, noch mehr kommt.

    Sind es in erster Linie bauliche Vorhaben, die schon als Ideen vorhanden sind?

    Andere Ideen sind auch dabei, gerade ging es etwa um ein Tourismuskonzept. Das soll auch so sein, wir haben in unserem Entwicklungskonzept keinerlei Beschränkungen gegeben, man hat diese Handlungsfelder: gewerbliche Bestandspflege, demografische Entwicklung, Tourismus und Kultur sowie Natur und Umwelt. Das Demografiethema ist ganz groß, und unter dem Titel "über Grenzen hinauswachsen" ist ein Schwerpunkt die Zusammenarbeit mit der benachbarten Leader-Region Limburg-Weilburg. Da habe ich natürlich einen Heimvorteil, kenne viele Leute, das ist gut, damit wir auch über die Grenze hinweg einige Dinge verwirklichen können.

    Sie sind schon ganz konkret in die Arbeit eingestiegen. Sie beraten, geben Hinweise auf die Fördermöglichkeiten - wer ist zuständig für die Beurteilung der Projekte und entscheidet, was gefördert wird?

    Unterm Dom war Alexandra Hesse Sprecherin der Stadt Limburg.
    Unterm Dom war Alexandra Hesse Sprecherin der Stadt Limburg.
    Foto: dpa

    Auf unserer Internetseite findet jeder einen sogenannten Projektsteckbrief, dieser muss ausgefüllt werden. Da wird man gezwungen, das Projekt sehr genau zu skizzieren, es wird gefragt, wie das Projekt finanziert wird, eine Wirtschaftlichkeitsprüfung muss vorgelegt werden. Wir werden voraussichtlich im Mai unseren ersten Aufruf starten, vier bis sechs Wochen später trifft sich unsere LAG, dort werden alle Projekte vorgestellt. Die LAG entscheidet, welche Projekte gefördert werden.

    Gibt es eine Art Schlüssel, wie sich die Projekte auf die Handlungsfelder verteilen?

    Das ist in unserem Entwicklungskonzept beschrieben, das auch auf unserer Homepage einsehbar ist: Man möchte das einigermaßen gleichmäßig verteilen, damit ein einzelnes Thema wie etwa der Naturschutz nicht ins Hintertreffen gerät. Das wird nach einem Punktesystem bewertet, die Dokumentation kann man sich auch ansehen, es ist alles sehr transparent gestaltet. Es gibt ein paar Schlüsselthemen, die für alle Leader-Regionen wichtig sind, dazu gehören Klima- und Naturschutz, die Gleichberechtigung von Mann und Frau und - ganz wichtig - Innovation. Wenn man neben den eigenen Themen - Demografie, die Zusammenarbeit mit Limburg-Weilburg und das Wir in der Region zu stärken - auf diesen Bereichen noch Punkte sammeln kann, dann ist man sehr gut dabei, dass ein Projekt auch gefördert wird.

    Die Mittel kommen komplett von der EU?

    Ja. Das sind für unsere LAG Lahn-Taunus 2,7 Millionen Euro bis 2020, wobei wir noch eine Karenzzeit von bis zu drei Jahren haben.

    Ist die Arbeit mit Ihren Kollegen im Regionalmanagement eher formlos oder stark reglementiert?

    Nahe dem Diezer Grafenschloss findet sich Hesses neuer Arbeitsplatz.
    Nahe dem Diezer Grafenschloss findet sich Hesses neuer Arbeitsplatz.
    Foto: jgm

    Zwischen Frau Ksoll und mir ist es sehr formlos, wir besprechen uns täglich. Mit Bürgermeister Schnatz, der Vorsitzender der LAG ist, haben wir einen wöchentlichen Jour fixe, an dem wir ihm berichten. Alle zwei Wochen haben wir drei Kollegen ebenfalls einen förmlichen Termin für den Austausch.

    Spüren Sie die Bereicherung Ihres Arbeitsfeldes schon ganz konkret?

    Ja, zum Beispiel hatten wir eine Anfrage wegen eines Pavillons an einem Wanderweg - aber das ist als Projekt noch nicht innovativ genug. Also besprechen wir mit dem Initiator, was man im Ort darüber hinaus tun könnte, um etwa den Wanderern und Radfahrern mehr anzubieten als nur einen Regenschutz. Gibt es Gastronomie oder einen Bauern mit einem Hofladen, die ihre Produkte dort hinbringen könnten? Das anzustoßen und zu begleiten, macht mir Spaß.

    Sie recherchieren also auch selbst, welche Möglichkeiten sich im näheren Umfeld auftun könnten?

    Genau.

    Wie gut kennen Sie denn die Region schon?

    Wenn man in Limburg wohnt, ist Diez ein Begriff. Die anderen Verbandsgemeinden kenne ich noch nicht so gut, aber ich arbeite mich sehr schnell in Neues ein. Ich bin neugierig, mir macht es Spaß, Menschen und Regionen kennenzulernen. Das war in Limburg so, und genau das Ziel habe ich hier auch. Die Region ist natürlich etwas größer, aber ich bin offen, recherchiere viel im Internet - und habe auch Frau Ksoll, die sich hier hervorragend auskennt und viele Kontakte hat. Termine verbinden wir gern mit einer kleinen Rundreise, sodass ich die Region kennenlerne.

    Hinzu kommt sicher, dass die Menschen, die mit Projekten zu Ihnen kommen, aktiv sind und Ihnen Informationen praktisch frei Haus liefern.

    Ja, wer hier ein Projekt vorstellt, muss ja auch ein bisschen Öffentlichkeitsarbeit für sein Thema machen. Das ist teilweise richtig professionell, andere können wir noch unterstützen. Man merkt auf jeden Fall: Hinter jeder Idee steckt immer Herzblut.

    Und kommen die Leute mit ihren Ideen eher aus dem privaten Bereich, oder sind es eher Vereine und Institutionen, die sich gemeinsam Gedanken machen?

    Bisher sind es eher Leute, die als lokale Gruppe Ortsgemeinde und Bürgermeister hinter sich haben, oder auch Vereine. Ich sehe das aber ganz gleichberechtigt, ob ein Privatmann eine Idee hat, die er umsetzen möchte, oder eine Ortsgemeinde oder ein Verein.

    Ist das auch von den Umsetzungsmöglichkeiten gleich anzusiedeln? Ein Verein hat ja immer auch gewisse personelle Ressourcen.

    Das ist so. Ich denke auch, dass wir das so erleben werden, wie es uns andere LAGs schildern, wo Vereine und Gemeinden die Mehrheit stellen. Ich denke, ein Anreiz dabei ist auch, dass eine öffentliche In- stitution mehr Fördergelder erhalten kann als private Initiatoren. Mir ist wichtig, dass niemand Ängste hat oder meint, er bräuchte nicht an meine Tür zu klopfen. Ich versuche, die Ortsbürgermeister als Multiplikatoren in die Gemeinden zu schicken: Sie kennen ihre Leute, wissen, wer schon immer Ideen hatte, und können diese Menschen dann gewinnen. Wir wollen nichts abschmettern! Eine unserer Aufgaben ist: Wenn Ideen vorgetragen werden, die in die Leader-Förderung nicht hineinpassen, versuchen wir aufzuzeigen, was es noch für Töpfe gibt. Denn nicht alles passt natürlich in das Leader-Programm, und wir versuchen dann, andere Möglichkeiten zu eröffnen.

    Wollen Sie auf der Homepage der Verbandsgemeinde regelmäßig informieren, was für Projekte angestoßen wurden?

    Das machen wir auf jeden Fall. Wir schauen da auch in die Nachbarschaft. Die Ausbildungsmesse "Do it" in Limburg war in der LAG Limburg-Weilburg ein Förderprojekt. Das ist eine Geschichte, die hier auch gut passen würde: die jungen Leute in der Region halten, indem man versucht, die Unternehmen mit ihnen in Kontakt zu bringen. Ich werde auch anbieten, diejenigen, die ein Projekt starten, in der Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen. Auch damit niemand denkt, sein Projekt sei zu klein. Wir können Projekte ab einer Fördersumme von 2000 Euro unterstützen - es gibt also kein Projekt, das zu klein wäre. Ich freue mich über jeden Besuch oder Anruf!

    Das Gespräch führte Katrin Maue-Klaeser

    • Zur Person - Lob für die Diezer: Die studierte Germanistin und Romanistin ist 38 Jahre alt und war 15 Jahre lang in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig. Alexandra Hesse stammt aus dem Siegerland, hat in Bonn und im Rhein-Main-Gebiet gelebt und gearbeitet. Zunächst lag ihr Schwerpunkt im Gesundheitsbereich, nebenbei absolvierte sie ein Studium zur PR-Managerin. In Frankfurt war sie bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation für die Fachkommunikation mit Krankenhäusern zuständig. Sie sagt über sich selbst: „Ich suche immer neue Herausforderungen, deswegen habe ich einen Schnitt gemacht.“ In Limburg ist sie passgenau angekommen, als der Skandal mit Tebartz-van Elst losging, das hat sie auch als Pressesprecherin der Stadt gefordert. „Es war eine interessante Zeit, ich möchte sie nicht missen“, sagt Hesse. Doch schon währenddessen hat sie sich in Projektmanagement weitergebildet, denn die eigentliche Projektarbeit hat ihr immer ein bisschen gefehlt. In Diez kann sie diese Lücke nun schließen. Die Stadt lernt sie nach und nach besser kennen. „Im Moment bei diesem Sonnenschein ist die Eisdiele in der Stadt mein Lieblingsort“, sagt sie, und auch das Grafenschloss hat sie schon bewundert. Die Lahnpromenade gefällt ihr besonders gut: „Da haben sich die Diezer einiges mehr einfallen lassen als die Limburger“, lobt sie. 

    Diez
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