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  • Lahn Artists: Künstler zeigen ihre Visionen

    Limburg. "Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen" - diesem berühmten Ausspruch Helmut Schmidts würden die Lahn Artists ganz sicher nicht befolgen.

    Zwei Gesichter finden zusammen: Peter Vaters Skulptur "Das dritteAuge" inspirierte die Besucher. Foto: Johannes Koenig
    Zwei Gesichter finden zusammen: Peter Vaters Skulptur "Das dritteAuge" inspirierte die Besucher.
    Foto: Johannes Koenig

    Denn Visionen in vielen Facetten sind Thema ihrer aktuellen Jahresausstellung, die bis zum Sonntag, 11. Dezember, im historischen Rathaus in Limburg zu sehen ist. "Ohne Visionen verwildert das Volk", zitierte Stadtrat Stephan Geller bei der Eröffnung aus der Bibel. Geller vertrat bei der Gelegenheit Bürgermeister Dr. Marius Hahn. Bereits in den Vorjahren hatte der kunstbegeisterte Stadtrat diese Aufgabe übernommen. "Visionäre deuten die Zeichen der Zeit. Sie verbinden ihr Wissen mit ihren Ahnungen und lassen dadurch Bilder einer möglichen Zukunft entstehen. Visionen werden stark, wenn sie geteilt werden. Das ist dann Kunst", umriss Geller die Zusammenhänge. Eine Verbeugung vor drei der größten Visionäre der vergangenen Jahrzehnte gab es außerdem in filmischer Form: Den Anfang machte das Video "Sound and Vision" von David Bowie, gefolgt von John Lennons "Imagine" sowie "All You Need is Love" von den Beatles. Letzteres kam mit einem besonderen Bonus: Die Organisatoren teilten dazu kleine Pappbrillen aus. Der Blick durch diese Brille offenbarte zwei Regenbögen.

    Nicht den Blick ins Regenbogenland, aber die Hoffnung, dass Gegensätze verschmelzen können, präsentierte der Koblenzer Künstler Peter Vater mit seiner Tonskulptur "Das dritte Auge". Zu sehen war ein Kopf mit zwei unterschiedlichen Gesichtern, die aber in der Mitte ein drittes Auge miteinander teilen und so ineinander übergehen. "Die Welt funktioniert nur mit Gegensätzen. Nichts kann ohne sein Gegenteil existieren. So gibt es zum Beispiel keinen Frieden ohne Krieg oder auch keinen Mann ohne Frau."

    Dass Visionen auch etwas Beängstigendes sein können, zeigte "Der Schrei" von Herbert Ristl. Der in Fachingen lebende Fotograf hatte sich von Edvard Munchs berühmtem Meisterwerk inspirieren lassen. "Visionen können Menschen auch in den Wahnsinn treiben. Vincent van Gogh, aber auch Munch litten daher an Depressionen", erklärte Ristl. Eine Vision von einer bedrohten Zukunft präsentierte schließlich noch die Westerwälder Künstlerin Sherie Haunzwickl: Für ihr Foto hatte sie eine Nasa-Grafik einer brennenden Erde in die geöffneten Hände ihres Mannes hineinkopiert. Seit Urzeiten haben die Menschen die Erde von ihren Eltern übernommen und konnten sie jeweils nach ihren Bedürfnissen gestalten und ihren Kinder weitergeben. "Diese Vision ist jetzt durch das rasante Wachstum der letzten Jahrzehnte in Gefahr. Zum ersten Mal in unserer Geschichte kann es sein, dass die Menschen ihre Zukunft vernichten", erklärte die Künstlerin. joa

    Geöffnet ist die Ausstellung bis zum dritten Advent jeweils freitags, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr.

    Online regional
    Markus Eschenauer

    Regio-CvD Online

    Markus Eschenauer

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