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    DiezKnallhartes Training: Schon frühmorgens den Schweinehund besiegt

    Die Knie sind immer noch nicht tief genug gebeugt: Patrick Frink hat das sofort bemerkt: "Du musst mehr ins O-Bein und die Füße nicht so ausrotieren", ruft er streng. Berny hat verstanden, er rückt die Fitnessbänder an Oberschenkel und Wade noch mal zurecht und versucht es von vorne: Seitlich gehen, gegen den Widerstand der Bänder - und das Ganze trotz Schweißperlen und des harschen Befehlstons mit einem Strahlen im Gesicht.

    Von unserer Redakteurin Dagmar Schweickert

    Gemütlich wird es hier sowieso nicht: Eine bunt gemischte Gruppe hat sich pünktlich um 9 Uhr versammelt, um sich für das besondere Ganzkörpertraining aufzuwärmen.
    Gemütlich wird es hier sowieso nicht: Eine bunt gemischte Gruppe hat sich pünktlich um 9 Uhr versammelt, um sich für das besondere Ganzkörpertraining aufzuwärmen.
    Foto: Sascha Ditscher

    Es ist halb zehn am Samstagmorgen, und ein Dutzend Hartgesottener macht sich am Rand des Diezer Baggersees mit Hürdenlauf, Steppbank und Medizinball fit. Functional Training nennt sich die Sportart, die der Fitnessökonom Patrick Frink hier seit vergangenem Jahr anbietet. "Das Training findet bei jedem Wetter außer Gewitter statt", ist sein Versprechen.

    Gemütlich wird es hier sowieso nicht: Eine bunt gemischte Gruppe hat sich pünktlich um 9 Uhr versammelt, um sich für das besondere Ganzkörpertraining aufzuwärmen. Statt simpler Laufrunde oder Kniebeugen gibt es gleich die erste Herausforderung, denn Koordination, Konzentration und Ausdauer sind gleichzeitig gefragt. Die Sportler stehen mit den Füßen im Sand, werfen sich einen Ball zu. Wer nicht fängt, macht zehn Liegestütze. Wer den Ball zu lange in der Hand behält, auch. In der nächsten Runde kommt eine obligatorische Kniebeuge nach jedem Wurf dazu. Ruckzuck sind die Teilnehmer wach und haben Spaß.

    Weil ein Neuling dabei ist, dreht Patrick Frink zunächst mit allen eine Runde im Trab, erklärt die Stationen: Das Zirkeltraining baut er jeden Samstag neu auf. Um 10 Uhr ist alles wieder verschwunden, denn im Sommer kommen dann die Badegäste. Die sind ein Grund, warum Frink das Training so früh abhält: "Der Betreiber Andreas Gravelius erlaubt uns morgens zu trainieren, bevor die Badegäste kommen, dann guckt uns niemand beim Training auf den Hintern."

    Noch ist es allerdings saukalt, an Sonnenbaden nicht zu denken. Die Frühaufsteher freuen sich aufs Training: Ein schwerer Hula-Hoop-Reifen ist ebenso dabei wie ein Medizinball, den man bei schrägen Situps in die Höhe hält. Zwei Seile, an einem Baum befestigt, gilt es wechselseitig zu schwingen. "Das geht total auf die Schultern, das ist für mich immer die schwierigste Übung", meint einer. Dafür fällt die Steppbank für eine andere Teilnehmerin aus: "Das ist nichts für mein Knie, ich mache dafür eine Runde mehr Hula-Hoop", sagt sie.

    Patrick Frink erklärt das Trainingskonzept: "Ziel ist es, den Körper fit für die Belastung im Alltag zu machen. Es gibt keine isolierten Bewegungen, wie man sie aus konventionellen Fitnessstudios kennt. Stattdessen integriert dieses Training komplette Bewegungsabläufe und ganze Muskelketten so, wie sie auch im Alltag eingesetzt werden. Dadurch werden auch bestehende Verspannungen gelöst. Wenn allerdings spezielle Leiden bestehen, bieten wir Alternativübungen an, um diese Beschwerden nicht zu verschlimmern. Wir trainieren die Motorik, Beweglichkeit und Ausdauer."

    In Aktion klingt das so: "Den Hintern weiter rausstrecken, gib mal Gas jetzt." Die Befehle kommen wie im Staccato, er hat seinen Blick überall, korrigiert Fehlhaltungen, lobt viel. Sein Handy ist die Stoppuhr, aus einem Lautsprecher ertönt regelmäßig ein Gong. Zwei Mal eine Minute pro Übung, unterteilt in 30 Sekunden Aktion und 30 Sekunden Pause, dann geht es ans nächste Gerät. Patrick Frink liebt den Baggersee als Kulisse: "Man hat Platz und Ruhe, und nach dem Training kann man im Sommer direkt hierbleiben." Außerdem wird dann auch der See beim Training genutzt. Dann gilt es, um eine Boje herumzuschwimmen. Bis der jeweilige Sportler das geschafft hat, müssen die anderen ihre eigene Übung fortsetzen.

    Der Neuling aus Diez hat in den vergangenen Monaten 40 Kilogramm abgenommen, nun will er fit werden. Er ist begeistert: "Der Vorteil hier ist, dass wir viele Muskelgruppen gleichzeitig trainieren. Ich werde mit Sicherheit regelmäßig kommen!" Auch das Gemeinschaftsgefühl hat ihm gefallen: Die meisten der Sportler sehen sich nur diese eine Stunde pro Woche. Doch während des Trainings halten sie alle zusammen: Tipps, Motivationsrufe und zum Schluss der gemeinsame Stolz, dass man den inneren Schweinehund mal wieder besiegt hat, machen die Samstagssportler am See zu einer eingeschworenen Gemeinschaft.

    Weitere Informationen auf der Facebook-Seite Functionaltrainingmontabaur, telefonisch unter 0152/536 279 58 oder im Internet auf www.body-forms.de

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