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  • Kirche im Wandel: Zank um Herz des Pastoralen Raums

    Villmar/Brechen. Wo wird künftig das zentrale Pfarrbüro vom pastoralen Raum Villmar/Brechen beheimatet sein? Was wird aus dem schmucken Villmarer Pfarrhaus, sollte der priesterliche Leiter das Wohnhaus in Niederbrechen beziehen?

    Das Schwesternhaus in Villmar bietet gute Voraussetzungen, dort das zentrale Pfarrbüro einzurichten.  Foto: Kaminsky
    Das Schwesternhaus in Villmar bietet gute Voraussetzungen, dort das zentrale Pfarrbüro einzurichten.
    Foto: Kaminsky

    In Villmar herrscht Unmut. Dort beruft man sich auf einen Beschluss des Administrators Weihbischof Manfred Grothe aus dem Jahr 2014, dass bei Errichtung der zukünftigen Pfarrei neuen Typs das Pfarrbüro in Villmar angesiedelt wird. Acht von neun Pfarreien der damals noch getrennten Pastoralräume Villmar/Runkel und Brechen/Hünfelden hatten den Standort seinerzeit positiv bewertet. Die Villmarer wollen außerdem, dass sich das Bischöfliche Ordinariat an eine Zusage aus dem Jahr 2012 für die grundhafte Instandsetzung des Pfarrhauses hält. Seit Pfarrer Günter Daum vor vier Jahren in den Ruhestand ging, steht die Pfarrwohnung leer und nichts geschieht.

    Aus Sicht des Villmarer Verwaltungsrates bietet sich das Schwesternhaus als Domizil für das zentrale Pfarrbüro an, insbesondere nachdem der Landkreis den Vertrag für den Betrieb einer bestehenden Flüchtlingsunterkunft zum Januar gekündigt hat. Die Nutzung des Bischöflichen Ordinariats böte für Villmar auch den Vorteil, dass die Kosten der Sanierung des Schwesternhauses dann zu 90 Prozent von Limburg getragen würden und nur zu 10 Prozent von der Kirchengemeinde. Dies sei aber unter dem Strich zu teuer, deshalb habe das Bischöfliche Ordinariat Limburg den Bürostandort Oberbrechen und Niederbrechen für die Pfarrwohnung vorgeschlagen. Denn diese Immobilien seien relativ frisch saniert und in gutem Zustand. In der Sitzung des Pastoralausschusses am 16. November wurde über diesen Vorschlag beraten. "Meiner Meinung nach geschah diese Beratung unter Zeitdruck", sagt der Vorsitzende des Villmarer Pfarrgemeinderates, Bernold Feuerstein. "Denn von dem Beschlussvorschlag erfuhren wir erst eine Woche vor der Sitzung."

    Eine unabhängige Architektin habe die Gegebenheiten der drei für die Einrichtung eines zentralen Pfarrortes infrage kommenden Immobilien in Niederbrechen, Oberbrechen und Villmar unter die Lupe genommen, erklärte Pfarrer Ernst Martin Benner, Pfarrverwalter von Villmar und priesterlicher Leiter des Pastoralen Raumes Villmar/Brechen. Aus ökonomischen Gründen habe die Studie Niederbrechen als Ort des priesterlichen Wohnens und Oberbrechen für das zentrale Pfarrbüro als günstigste Variante herausgearbeitet. Über diesen Vorschlag stimmten die Vertreter der Pfarreien ab und votierten mit großer Mehrheit dafür.

    Damit wollen die Villmarer sich jedoch nicht zufriedengeben und initiierten eine Unterschriftensammlung gegen das Votum des Pastoralausschusses. 1250 Bürger bekundeten ihren Wunsch nach einer Verschiebung der endgültigen Entscheidung über den künftigen zentralen Ort des pastoralen Raumes Villmar/Brechen und übergaben diese Liste am vergangenen Donnerstag Bischof Georg Bätzing und Generalvikar Wolfgang Rösch.

    Damit keine der neun Gemeinden gewinnt oder verliert, habe das Pastoralteam in der Beratung vom 16. November außerdem den Vorschlag gemacht, die kleine Kapelle - heute Friedhofskirche von Werschau - auszubauen. "Bergen war seinerzeit der Ausgangspunkt der Missionierung, und von dort aus soll auch die Neu-Evangelisierung ausgehen", beschreibt Pfarrer Benner den theologischen Ansatz dieser Überlegung. Laut Benner könnten somit alle neun Kirchen im pastoralen Raum in ihrer bisherigen Form und mit ihren eigenen Traditionen weiter bestehen. "Pfarrkirche zu sein, bedeutet auch immer ein Stückchen des Selbst aufzugeben, weil dann ja auch andere ein Hausrecht haben. Daher ist Bergen der bessere Ansatz - auch um sichtbar etwas Neues in Bewegung zu setzen", argumentiert Benner.

    Am vergangenen Freitag hatte sich die Bischöfliche Verwaltung mit dem Votum des Pastoralausschusses Villmar/Brechen zur Verortung des zentralen Pfarrbüros, des priesterlichen Wohnens und der Pfarrkirche befasst. Über das Ergebnis werden zunächst am Mittwochabend Pfarrer Benner sowie der Vorsitzende des Pastoralausschusses und die Mitglieder des Pfarrgemeinde- und Verwaltungsrates der Pfarrei Villmar informiert.

    Die Villmarer hoffen, dass bei diesem Gespräch Raum für Kompromisse bleibt. Man wünsche sich mehr Zeit und dass die Gremien vor Ort in den weiteren Entscheidungsprozess einbezogen werden. "Wir laden den Bischof sehr herzlich zu einem Besuch ein, um vielleicht auch in der angespannten Situation Differenzen zu schlichten", sagte Feuerstein. Kerstin Kaminsky

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    Markus Eschenauer

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    Markus Eschenauer

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