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  • In Memoriam: Bernhard Meyer hat für den Einrich Geschichte geschrieben

    Katzenelnbogen/Klingelbach. Der Lehrer, Forscher und Politiker ist mit 73 Jahren gestorben. Seine Weggefährten erinnern sich voller Respekt an ihn.¶

    Bernhard Meyer hat das Einrichmuseum geleitet, die Stadtchronik geschrieben und sich Jahrzehnte politisch für seine Heimat engagiert.
    Bernhard Meyer hat das Einrichmuseum geleitet, die Stadtchronik geschrieben und sich Jahrzehnte politisch für seine Heimat engagiert.
    Foto: Dagmar Schweickert

    Von unserer Redakteurin
    Dagmar Schweickert

    Der Tod von Bernhard Meyer hat in der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen große Betroffenheit ausgelöst. Meyer war ein Original, wandelndes Geschichtsbuch, gerne auch unbequemer Kommunalpolitiker. Er hat sich durch sein enormes Wissen und Engagement großen Respekt der Wegbegleiter erworben.

    Bernhard Meyer hat genau nachgefragt, er ist den Dingen im historischen wie im aktuellen politischen Geschehen auf den Grund gegangen. Nicht nur, weil er pensionierter Lehrer war, hat er Ungenauigkeiten nicht durchgehen lassen. Gleichzeitig war er stets hilfsbereit und offen, hat sich für seine Heimatregion eingesetzt. Stadtchronik, Kurse im Lesen alter Schriften oder Erläuterungen zur Fossiliensammlung: Bernhard Meyer schien einfach auf jede Frage eine Antwort zu haben. Einige Wegbegleiter haben nun ihre Erinnerungen an ihn geteilt:

    Landrat Frank Puchtler erklärt ganz privat: „Sein Tod macht mich persönlich sehr betroffen, er war ein guter Freund, wir sind gemeinsam viele Wege gegangen.“ Meyer sei ein „Urgestein der Sozialdemokratie, gewesen, der stolz auf seine Heimat war“. Als Landrat ergänzt Puchtler: „Der Rhein-Lahn-Kreis verliert mit Bernhard Meyer einen engagierten und geradlinigen Kommunalpolitiker, der das Ehrenamt gelebt hat. Das Heimatmuseum Einrich in Katzenelnbogen war ,sein Baby'. Er hat es aufgebaut und zu einer sehenswerten Einrichtung gemacht. Hatte er mal wieder ein ,Schätzchen' auf einem Speicher entdeckt, ließ er nicht locker, um es als Exponat für sein Heimatmuseum zu erhalten.

    Für seine Heimat, den Einrich, setzte er sich stets auch über Parteigrenzen hinweg mit Leidenschaft ein, und es gelang ihm in den allermeisten Fällen, seine Verhandlungspartner für die Sache zu überzeugen.

    Der SPD-Landtagsabgeordnete Jörg Denninghoff erklärt: „Die Erinnerung an ihn wird uns ein Ansporn sein. Es war ein Leben für seine (unsere) Ideale. Wichtig ist es, in den Köpfen und Herzen weiterzuleben, und Bernhard wird immer präsent sein. Leider hatte er nicht genügend Lebenszeit für all seine Vorhaben. Was er alles für die Region geleistet hat, wird vielen leider erst in den nächsten Wochen und Monaten klar werden. Er ist einer meiner politischen Ziehväter, sein Rat wird mir fehlen.“

    Der Ortsbürgermeister von Bernhard Meyers Heimatort Klingelbach, Hans-Jörg Justi, erinnert sich: „Er wusste einfach alles, hatte unglaubliche politische Erfahrung. Gerne erinnere ich mich beispielsweise an die historischen Rundgänge, die er bei der 825-Jahr-Feier von Klingelbach durchgeführt hat.“

    Harald Gemmer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen, schreibt: „Den Verstorbenen habe ich sehr geschätzt. Als ich Bürgermeister wurde, war Bernhard Meyer Fraktionssprecher der SPD-Fraktion. Mit seinen besonderen rhetorischen Fähigkeiten und seiner großen Erfahrung in Gremien brachte er mich hin und wieder ins Schwimmen. In den Themen hatten wir viele Gemeinsamkeiten. Viele Projekte wurden auf der berühmten Eckbank im Hause Meyer in Klingelbach vorbesprochen. Im Laufe unserer langen gemeinsamen Zeit in der Kommunalpolitik sind wir Freunde geworden. Oft habe ich auf seinem Schreibtisch Archivgut gesehen, das aus einer Zeit lange vor Bildung der Verbandsgemeinde stammt. Unser Dialog war fast immer der gleiche: ,Das ist aber nicht für das Archiv der Verbandsgemeinde.' Bernhard sagte dann immer: ,Der größte Erfolg unseres Archivs ist die Verbindung zu Menschen, die mir alte und wichtige Dokumente anvertrauen, um sie für die Zukunft zu sichern.' Sein Tod macht mich sehr traurig, mein Mitgefühl gilt seiner Familie.“

    zum Lebenslauf von Bernhard Meyer: Mitten im Krieg, am 17. Juni 1942, erblickte Bernhard Meyer in Klingelbach das Licht der Welt. Dort ging er in die Volksschule, besuchte anschließend das staatliche Realgymnasium in Limburg, wo er Abitur machte. Er studierte Biologie, Mathe und Sport. Seine erste Stelle als Lehrer bekam er 1968 an der Grund- und Hauptschule Westerburg. Nach drei Jahren wechselte er an die dortige Realschule, wo er 14 Jahre arbeitete. Dann zog es ihn zurück in die Heimat. 1986 wechselte er an die Hauptschule in Altendiez. Der Lehrende blieb immer ein Lernender, bemüht zu erfahren: „Wo kommen wir her – wo geht’s hin?“ Intensiv widmete er sich der Familienforschung, der Heimatgeschichte, der Vor- und Frühgeschichte, der Paläontologie.

    Bernhard Meyer hat das Einrichmuseum mit aus der Taufe gehoben und geleitet, die Stadtchronik für Katzenelnbogen geschrieben. Er engagierte sich in der SPD, der Gewerkschaft und im Verbandsgemeinderat Katzenelnbogen. Er war mehr als 20 Jahre Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat Klingelbach, Vorsitzender der SPD seiner Heimatgemeinde und zehn Jahre Kreistagsmitglied. In der Schulpolitik war er aktiv tätig. Sein soziales Engagement zeigte sich in vielen Hilfeleistungen für türkischstämmige Mitmenschen. Sein Sprachtalent – er sprach sechs Sprachen – kam ihm dabei zugute.

    Bernhard Meyer wird am Dienstag, 15. März, um 14 Uhr beerdigt.

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    Markus Eschenauer

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