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  • Falschgeld: Autokäufer bezahlt Mini mit Blüten

    Diez. Ein 44-Jähriger, der einem Ehepaar aus der Verbandsgemeinde Nassau bei einem Autokauf scheinbar zwei falsche Hunderter untergejubelt hatte, ist vom Amtsgericht Diez vom Vorwurf der Geldfälscherei freigesprochen worden.

    Dem Mann war nicht nachzuweisen, dass er vorsätzlich und bewusst das Falschgeld in Umlauf gebracht hatte. Die Eheleute hatten sich in einem Autohaus im Westen des Rhein-Lahn-Kreises einen Neuwagen gekauft. Eines ihrer gebrauchten Autos, einen Mini, wollten sie dort in Zahlung geben. Darauf ging der Autohändler nicht ein, vermittelte den Kunden aber den Kontakt zu einem Bekannten, der in Deutschland im Auftrag einer Firma aus Frankreich Autos ankauft. Der 44-Jährige sah sich den Mini im Wohnort des Ehepaars an. Der kleine Flitzer wies ein paar Mängel auf, dennoch kam man ins Geschäft und vereinbarte einen Kaufpreis von 1500 Euro. Der Käufer zahlte in zwei Raten, erst 800 und dann noch einmal 700 Euro. Beide Seiten waren zufrieden, bis die 47-jährige Ehefrau einen Betrag von 1000 Euro am Bankautomaten einzahlen wollte. Dann folgte der Schreck: Zwei der Hunderter waren Falsifikate. Die Betrogenen erstatteten Anzeige.

    Doch davon wusste der Angeklagte offensichtlich nichts. Ein Großteil des Betrags, 1000 Euro, stammte von seinem Konto. Das Geld hatten seine Auftraggeber ihm überwiesen. Von der Bank konnte das Falschgeld also nicht kommen. Der Verdacht des 44-Jährigen richtet sich gegen zwei Bulgaren, denen er auf einem Flohmarkt am Metro-Großmarkt in Koblenz sein Handy für 270 Euro verkauft hatte. Drei Hunderter gaben sie ihm, er gab 30 Euro heraus. Ob alle drei Hunderter falsch waren, ließ sich im Nachhinein nicht mehr klären, zwei der Blüten wurden dann aber offensichtlich den Minibesitzern ausgehändigt. „Wenn ich schlau gewesen wäre, hätte ich sie kontrolliert“, sagte der Angeklagte über seinen unseligen Handydeal in Koblenz.

    Interessant waren die Ausführungen eines Kripobeamten aus Montabaur, der in der Sache ermittelte. Offensichtlich kommen demnach immer mehr Blüten in hoher Qualität in Umlauf. „Die sind heute so gut, das kann man kaum erkennen“, sagte der Polizist. Bei den beiden sichergestellten Scheinen war die Ausgabenummer identisch, das immerhin hätte man bemerken können. Scheine mit dieser Notennummer sind nach Angaben des Beamten in ganz Deutschland schon häufiger aufgetaucht.

    Amtsrichter Eckhard Krahn und Staatsanwalt Michael Seibert glaubten dem Angeklagten, dass er die falschen Hunderter nicht bewusst abgegeben hatte. Die Umstände des Kaufs und die Tatsache, dass seine Personalien sowohl beim Autohaus, das ihn empfohlen hatte, als auch den Minibesitzern bekannt waren, sprachen dafür, dass er nicht in betrügerischer Absicht gehandelt hatte. Der 44-Jährige, der Einspruch gegen einen Strafbefehl in Höhe von 2700 Euro eingelegt hatte, wurde freigesprochen.

    Der jetzt in Lahnstein lebende Mann, der zuvor niemals mit dem Gesetz in Konflikt geraten war, fühlt sich selbst als Opfer, betonte aber mehrfach, wie leid es ihm tue, dass das passiert sei. Von Richter, Staatsanwalt und Protokollantin verabschiedete er sich höflich mit den Worten: „Vielen Dank auch für Ihre Zeit!“

    Hans Georg Egenolf

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