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    Erfolg für Verein: Keine Rotoren vor Burg Schwalbach

    „Don Quichote hat seinen Kampf gegen die Windmühlen verloren – wir haben gewonnen.“ Stolz sind sie auf ihren Erfolg, Harry Rollig und Heinz Huth, Gründer des Vereins "Burgschwalbach ohne Windkraft".

    Harry Rollig (links) und Heinz Huth freuen sich, dass um die Burg Schwalbach herum keine Windkraftanlagen errichtet werden.
    Harry Rollig (links) und Heinz Huth freuen sich, dass um die Burg Schwalbach herum keine Windkraftanlagen errichtet werden.

    Von unserer Redakteurin Katrin Maue-Klaeser

    Burgschwalbach. Die Höhen unmittelbar um Burgschwalbach herum bleiben frei von Windkraftanlagen, die Potenzialflächen Wehrholz und Königseick/Eichenhölzchen sind aus dem Regionalen Raumordnungsplan gestrichen. Tatsächlich handelt es sich nun rechtskräftig um sogenannte Ausschlussflächen, auf denen keine Windenergieanlagen errichtet werden dürfen. Das hat der Verein „Burgschwalbach ohne Windkraft“ Mitgliedern und Bürgern schriftlich mitgeteilt – eine Erfolgsbilanz.

    Gleich über einer Ruhebank sollten sich Rotoren drehen an dem Spazierweg in Verlängerung der Kettenbacher Straße. Den perfekten Blick auf Burg Schwalbach genießt der Wanderer von dort, und das soll auch so bleiben. Bis zu elf Standorte waren auf der getreidebestandenen Anhöhe vorgesehen. „Und profitiert hätte nur eine Handvoll Privatleute, weil das Land nicht in Gemeindehand ist“, betont Huth. Als Gemeinderatsmitglied hatte er bereits im Dezember 2003 bei der ersten Abstimmung als einziger Ratsherr sein Ja zur Windkraft verweigert. Drei Monate später beschloss der Rat erneut über das Thema – und sprach sich geschlossen gegen den Bau von Anlagen auf Burgschwalbacher Gemarkung aus. Was bereits 2001 als lockere Bürgerinitiative begann, formierten die beiden Überzeugungstäter Rollig und Huth zum Verein „Burgschwalbach ohne Windkraft“ (BoW). Sie setzten auf die Struktur und Satzung eines Vereins, wollten Gesicht zeigen.

    Der Zuspruch aus der Bevölkerung war enorm, „außer denen, die hier Grund besitzen, waren alle auf unserer Seite“, sagt Huth. „Alle haben an einem Stang in eine Richtung gezogen. Zwölf Jahre haben wir gekämpft, aber es hat sich gelohnt“, sagt Rollig. Außer dem Schwarzstorchvorkommen sei ohnehin alles bekannt gewesen, ergänzt er: „Die Milane nennen wir hier Gabelweihe, jeder weiß, dass es die hier gibt – und das ist schon ein K.-o.-Kriterium.“ Doch erst, nachdem ein Ornithologe auf der Ruhebank gegenüber der Burg Platz genommen und das Vorkommen von Rot- und Schwarzmilan kartiert hatte, zog sich der Projektierer zurück. „Angesichts der vielen Bedingungen, unter denen die Anlagen hätten abgeschaltet werden müssen, hätte der Betreiber ohnehin kein Geld daran verdient“, sind Huth und Rollig überzeugt. Umgekehrt sehen die beiden eine klare Wertsteigerung der Gemarkung Burgschwalbach durch den Erhalt der touristischen Attraktivität.

    Nachdem das ursprüngliche Vereinsziel erreicht ist, wollen sich die BoW-Initiatoren nun andere Projekte suchen, um die Weiterentwicklung ihrer Heimat zu fördern. So soll der Verein bestehen bleiben und sich weiterhin zum Wohle Burgschwalbachs einsetzen.

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