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    DiezEltern schlagen Alarm: Lehrermangel am Diezer Gymnasium

    Am Sophie-Hedwig-Gymnasium (SHG) fehlen Lehrer, immer mehr Unterricht fällt aus. Nach Angaben von Schulelternsprecher Heiko Nordhausen beträgt die Soll-Ist-Differenz zwischen vorhandenem und benötigtem Lehrpersonal zurzeit 5,1 Prozent.

    Fassade des Sophie-Hedwig-Gymnasiums: Der Schule mangelt es an Lehrern, Eltern fordern vom Land eine bessere Personalausstattung.Foto: Uli Pohl
    Fassade des Sophie-Hedwig-Gymnasiums: Der Schule mangelt es an Lehrern, Eltern fordern vom Land eine bessere Personalausstattung.
    Foto: Uli Pohl

    Diez - Am Sophie-Hedwig-Gymnasium (SHG) fehlen Lehrer, immer mehr Unterricht fällt aus. Nach Angaben von Schulelternsprecher Heiko Nordhausen beträgt die Soll-Ist-Differenz zwischen vorhandenem und benötigtem Lehrpersonal zurzeit 5,1 Prozent.

    Damit hat sich die Situation gegenüber dem Vorjahr weiter verschlechtert, räumt Schulleiter Gerhard Lambertz auf Anfrage unserer Zeitung ein. Nach Angaben des Philologenverbandes Rheinland-Pfalz belief sich der temporäre Unterrichtsausfall am Sophie-Hedwig-Gymnasium im vergangenen Schuljahr auf 4,04 Prozent; ein nach Einschätzung von Josef Zeimentz, Pressesprecher des Verbandes, „vergleichsweise sehr hoher Wert“.
    Für den im Oktober neu gewählten Schulelternbeirat gehören der Unterrichtsausfall und die Lehrerversorgung zu den wichtigsten Themen des laufenden Schuljahres. Der strukturelle Mangel an Lehrern in diesem Jahr sei durch die Sparbemühungen der Landesregierung weiter verschärft worden, kritisiert Nordhausen. Krankheitsbedingte und andere Ausfälle könnten nun noch schlechter abgefedert werden. Überstunden, mit denen das fehlende Personal bislang teilweise kompensiert wurde, dürfen nicht finanziell abgegolten werden, sondern sind durch Arbeitsreduzierung auszugleichen, sodass sich das Problem weiter verschärft. Besonders nach den Herbstferien sei dies zu spüren gewesen. Nach Angaben einer Elternsprecherin sollen in einer Klasse innerhalb von fünf Wochen fast 23 Prozent der Unterrichtsstunden ausgefallen sein, nur für 10 Prozent davon hat es nach ihrer Darstellung Vertretungsregelungen gegeben.
    Der Elternbeirat macht Schulleitung und Lehrer für die Misere ausdrücklich nicht verantwortlich; ganz im Gegenteil. Nordhausen lobt „die Bemühungen der Schulleitung, Stellen neu zu besetzen und die Ausfälle so gerecht wie möglich zu verteilen“. Zudem tragen nach seiner Einschätzung Lehrer durch hohen persönlichen Einsatz und Flexibilität dazu bei, dass sich die Situation nicht noch weiter verschärft.
    Dennoch bleibt die Personallage natürlich nicht ohne Folgen. Um den Mangel auszugleichen, musste die Schulleitung das neunte Schuljahr um eine Klasse verkürzen. Die Folge sind größere Klassen. Gleiches gilt für die Oberstufe. Als ideal gelten kleine Kurse mit weniger als 20 angehenden Abiturienten; in Diez sind Gruppen mit 24 Schülern die Regel. Obwohl den Naturwissenschaften auch vom Bildungsministerium besondere Bedeutung beigemessen wird, stellt sich der Schulleitung vor diesem Hintergrund die Frage, ob sie es sich leisten kann, einen Physikkurs mit elf Schülern zu bilden. „Die Einsparungen gehen auf Kosten der Schüler und teilweise auf Kosten des Personals“, sagt Lambertz ganz unverblümt. Seit er im Schuldienst ist, hat er noch nie erlebt, dass eine Schule zu 100 Prozent mit Personal versorgt ist. „Das hat Tradition“, merkt Lambertz süffisant an. Auf der anderen Seite werde aber die Schülerklientel, mit der es auch die Gymnasien zu tun bekommen, immer schwieriger. Angesichts der Personalausstattung sei es aber einfach nicht möglich, auch einmal mit zwei Lehrern in eine Klasse zu gehen und leistungsdifferenziert zu arbeiten. „Wer sagt, Bildung ist wichtig, der muss auch zeigen, dass sie es ihm wert ist“, sagt Lambertz und konstatiert: „Gute Bildung kostet Geld.“
    Leichte Besserung ist tatsächlich in Sicht. Für den 1. Februar ist dem Gymnasium eine zusätzliche Planstelle (Schwerpunkt Biologie) zugesprochen worden. Dennoch bleibt die Situation insgesamt angespannt. Drei Lehrerinnen sind schwanger und bereits in Mutterschutz beziehungsweise Elternzeit, eine vierte schwangere Lehrkraft wird von Februar an nicht mehr zur Verfügung stehen. Laut Lambertz ist es nicht leicht, geeignete Vertretungskräfte für die befristeten Stellen zu finden.
    Die Schulelternvertretung formuliert ihre Forderung ans Land ganz eindeutig: „Wir sehen die Notwendigkeit, dass sich die politisch Verantwortlichen an ihre Zusagen halten und ausreichende Finanzmittel für eine angemessene Versorgung mit Lehrkräften zur Verfügung stellen“, sagt Heiko Nordhausen. Hans Georg Egenolf

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