40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RLZ Diez
  • » Dorfjubiläum: Netzbach präsentiert sich von seiner besten Seite
  • Aus unserem Archiv

    NetzbachDorfjubiläum: Netzbach präsentiert sich von seiner besten Seite

    Etwa 400 Einwohner zählt Netzbach. Etwa 200 Besucher kamen am Samstagabend zum mit Spannung erwarteten Gastspiel der Saalü-Truppe in die Mehrzweckhalle.

    Eine Resonanz, die zeigt, wie sich die Netzbacher mit ihrem Dorf identifizieren. Gemeinsam mit dem Saalü-Theater feierten sie das 925-jährige Ortsjubiläum. Ein etwas anderes Fest, das den Netzbachern sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.

    „Wir haben heute Abend eine ganze Menge durchzuackern“, begrüßte Ortsbürgermeister Horst Ackermann die Gäste und übergab direkt die Regie an die drei Akteure des Saalü-Theaters: Herr Müller, der Chef der Truppe, sein Assistent Herr Welte und die seit 30 Jahren angestellte Praktikantin Frau Drops. Allesamt Vertreter des Dorf-TÜVs, der sich in den Orten umschaut, wo es sich für das Land lohnt zu investieren. Und eins vorweg: Am Ende gab es für Netzbach die volle Punktzahl. Die Gemeinde im Randgebiet des Landes ist es wert, dass sie unterstützt wird.

    Und so „ganz zufällig“ hatte „der Frank“ (Landrat Frank Puchtler) den Bewilligungsbescheid für die von Netzbach beantragte Dorferneuerung als Geschenk mitgebracht. Die, so hoffte Horst Ackermann, sollte das i-Tüpfelchen für das Ortsjubiläum sein. Ein Wunsch, den er schon vor Monaten äußerte. Doch bis vor Kurzem war es fraglich, ob er in Erfüllung geht. Und gerade noch rechtzeitig vor dem Fest kam die erhoffte Zusage. Die lebhafte Dorfkultur von Netzbach wurde von der Saalü-Truppe liebevoll und kabarettistisch-komödiantisch in Szene gesetzt. Wesentliche Unterstützung erhielten sie dabei von den Netzbachern selbst, die die ganze Bandbreite der lebendigen Dorfgemeinschaft präsentierten. Den Auftakt machte der Chor Tonart, der sich laut Herrn Müller „bereits seit zehn Jahren auf den Auftritt beim Ortsjubiläum vorbereitete“.

    Im ersten Dorfgespräch des Abends konnte Horst Ackermann erläutern, was Netzbach „mit dem ganzen Geld aus der Dorferneuerung macht“. Die Sanierung der Mehrzweckhalle und des Rathauses stehen dabei ganz oben auf der Liste. Doch auch andere Projekte, die die Dorfgemeinschaft weiter fördern, sollen angegangen werden. Im Rahmen des Dorfgesprächs präsentierte Arno Wick vom Verein Kunst und Kultur Netzbach eine visuelle Zeitreise durch den Ort. Mit Bildern von früher und heute stellte der Verein den Wandel bildnerisch dar. Dazu gab es natürlich einige Anekdoten aus der Historie. Überhaupt erfuhren die Besucher einiges Wissenswerte aus dem Ort. So heißt es in Netzbach nicht „der Bach“, sondern „die Bach“. Auch, dass die Netzbacher Frauen 1997 die Fastnacht mit einem orientalischen Tanz retteten, war vielen neu.

    Nachdem Horst Ackermann sich in einem Liebesgedicht einen Reim auf sein Dorf machte, dokumentierte die speziell für den Abend kreierte Combo mit Bettina Scholl, Martin Reuß und Klaus-Peter Kremer, dass sich Alt- und Neubürger nicht nur musikalisch gut verstehen. Eine leichte Gänsehaut ließ Conny Hengstler beim Singen der Dorfhymne entstehen, bei der das Publikum kräftig mitsang. Dass sie noch längst nicht zum alten Eisen zählen, zeigte der Auftritt des MGV Heim Netzbach. Der 1876 gegründete Gesangverein weist zwar einen hohen Altersdurchschnitt auf, doch betreiben die zwölf Sänger weiter Nachwuchsarbeit. „Auch wenn der Nachwuchs bereits 46 Jahre alt ist“, wie Herr Müller von der Saalü-Truppe süffisant bemerkte.

    Die Landfrauen Helga Ohl und Veronika Bartens stritten wie ein altes Ehepaar über Gänseblümchen und Reinkarnation. Die richtigen Antworten auf wichtigen Themen hatten Elfriede Kunz und Ilse Voigt im zweiten Dorfgespräch parat. Wortgewandt enthüllten sie verborgene Geschichten aus der Geschichte, erzählten von spezifischen gastronomischen Einrichtungen für Männer und Frauen oder erläuterten der Saalü-Truppe, wie die Johannis- und die Stachelbeeren im Dialekt ausgesprochen werden. Quer durch die Ortsvereine zogen sich die Themen. Vom Farbenfest, der Kunst im Garten bis zum Minicar-Rennen der Motorsportfreunde wurde der Bogen gespannt. Am Ende des Abends hatte Netzbach gezeigt, was es ist und wie es ist. Und darauf können alle Netzbacher stolz sein.

    Diez
    Meistgelesene Artikel
    Online regional
    Markus Eschenauer

    Regio-CvD Online

    Markus Eschenauer

    Mail | 02602/160 474

    Anzeige
    Regionalwetter
    Donnerstag

    19°C - 28°C
    Freitag

    13°C - 25°C
    Samstag

    13°C - 21°C
    Sonntag

    13°C - 21°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    epaper-startseite
    Anzeige