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  • Die Lahn soll Bundeswasserstraße bleiben

    Rhein-Lahn. Wenn es um die Lahn geht, dann haben Vertreter von Sportbootverbänden, von Personenschifffahrtsbetrieben und die Fachleute des Wasser- und Schifffahrtsamts (WSA) unterschiedliche Interessen, doch sie begegnen sich an einem Punkt:

    Die SPD-Bundestagsabgeordneten Gabi Weber und Gustav Herzog diskutierten mit Vertretern des Wasser- und Schifffahrtsamts. Foto: Andreas Galonska
    Die SPD-Bundestagsabgeordneten Gabi Weber und Gustav Herzog diskutierten mit Vertretern des Wasser- und Schifffahrtsamts.
    Foto: Andreas Galonska

    Von unserem Redakteur Andreas Galonska

    Die Lahn soll als Bundeswasserstraße erhalten werden. Auf Einladung der SPD-Bundestagsabgeordneten Gabi Weber, Detlev Pilger und Gustav Herzog gab es in Diez eine sehr engagierte Diskussion über die Zukunft des Flusses. Außer den Touristikern waren zahlreiche Mitarbeiter der Diezer Außenstelle des Wasser- und Schifffahrtsamtes Koblenz an dem Gespräch beteiligt, da der Fortbestand der Behörde auf der Kippe steht.

    Gustav Herzog, designierter Koordinator der parlamentarischen Gruppe Binnenschifffahrt, griff dabei zunächst die Entwicklungen seit 2010 auf. Unter der früheren CDU/CSU-FDP-Regierung wurde mit Verkehrsminister Ramsauer eine Reform in die Wege geleitet, die neben einem deutlichen Personalabbau auch die Abstufung von Flüssen wie der Lahn vorsah. "Gegen diese Reform hat es Widerstand auch aus der Wirtschaft gegeben, da dort der gute Kontakt zu den Schifffahrtsämtern sehr geschätzt wurde", betonte Gustav Herzog. Nach der Bundestagswahl 2013 habe es zunächst keine neuen Einschnitte gegeben. "Wir haben durchgesetzt, dass wir die Mitarbeiter vor Ort stärker einbinden wollen und dass die regionale Kompetenz in den Außenstellen erhalten werden soll", machte er zu den Verhandlungen der SPD mit der Union deutlich.

    Der neue Minister Alexander Dobrindt habe erkannt, dass es einen Veränderungsbedarf bei der Reform gebe. Die Sozialdemokraten wollen sich für einen Stopp des Personalabbaus und für mehr Geld für die Wasserwege einsetzen.

    Detlef Lellmann, Personalratsvorsitzender des WSA Koblenz, machte deutlich, dass jahrelang die Stellen in der Behörde weniger geworden sind und dass die Mitarbeiter zurzeit erhebliche Überstunden und Resturlaube vor sich hinschieben. Dringend benötigte Neubesetzungen, etwa für Ingenieure oder Techniker, seien nicht in Sicht. Seine Kollegen aus Diez und Koblenz stimmten ihm zu und bemängelten die fehlenden Zukunftsperspektiven von Nachwuchskräften.

    Manfred Kutscher von Pro Lahn kritisierte, dass sich in Sachen Lahnkonferenz zu wenig getan habe. Wolfgang Schmidt, Fahrgastschiffbetreiber aus Bad Ems, bemängelte, dass die Diezer Schleuse wegen ihrer Sanierung ein Jahr lang geschlossen bleibe. Günther Werner, Leiter des WSA Koblenz, begründete das Vorgehen mit Verzögerungen bei der Ausschreibung des Projekts. Rudolf Heldmann, früherer Betreiber von Ausflugsschiffen in Limburg, erklärte, dass Betriebe an der Lahn geschlossen werden müssen und in Richtung Rhein abwandern. Gisbert König, Präsident des Motorsportbootverbands Rheinland-Pfalz, kritisierte die Höhe der jetzt angekündigten Finanzmittel für Wasserstraßen. "Die 500 Millionen Euro werden allein für die Sanierung des Nord-Ostsee-Kanals draufgehen", erklärte er.

    Fazit der von Detlev Pilger moderierten Runde: Trotz aller Unterschiede soll die Lahn als Bundeswasserstraße erhalten werden. Mehrere Redner forderten die Abgeordneten zu einem schnellen und entschiedenen Handeln auf. Zu oft sei die Lahnkonferenz nur als Worthülse verwendet worden.

    • Lahn lockt 30 Millionen Gäste im Jahr an: Wolfgang Schuster, Landrat des Lahn-Dill-Kreises und Vorsitzender des Lahntal-Tourismusverbands, nannte einige Zahlen. 2012 habe es 2,4 Millionen Übernachtungen im Jahr an der gesamten Lahn gegeben, hinzu seien rund 30 Millionen Tagesausflügler im Jahr gekommen. Am Tourismus hängen rund 10 000 Arbeitsplätze. „Wenn der Bund die Aufgaben für die Unterhaltung der Wasserstraßen den Kommunen übertragen würde, dann könnten diese hochkomplexen Angelegenheiten gar nicht bewältigt werden“, unterstrich er.
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