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  • Dicke Luft im Amtsgericht: Verteidigerin über Nachfragen des Richters empört

    Diez. Schrott ist nicht wertlos, sondern kann seinen Besitzern viel Geld einbringen. Daher wird öfters von Dieben an Baustellen zugelangt, wo einiges Material gelagert ist. Ein 52-Jähriger und eine 41-Jährige müssen sich zurzeit vor dem Diezer Amtsgericht verantworten, weil sie am Diebstahl von Stahl an der Straßenbaustelle am Nassauer Berg beteiligt gewesen sein sollen. In der ersten Verhandlungsrunde blieben allerdings viele Fragen offen – unter anderem, weil wichtige Zeugen nicht erschienen sind.

    Diez - Schrott ist nicht wertlos, sondern kann seinen Besitzern viel Geld einbringen. Daher wird öfters von Dieben an Baustellen zugelangt, wo einiges Material gelagert ist. Ein 52-Jähriger und eine 41-Jährige müssen sich zurzeit vor dem Diezer Amtsgericht verantworten, weil sie am Diebstahl von Stahl an der Straßenbaustelle am Nassauer Berg beteiligt gewesen sein sollen. In der ersten Verhandlungsrunde blieben allerdings viele Fragen offen – unter anderem, weil wichtige Zeugen nicht erschienen sind.


    Bei den beiden Angeklagten handelt es sich um Ehepaar, das im August 2011 Stahlplatten und -stäbe an der Baustelle am Nassauer Berg auf einen Lastwagen geladen haben soll. Beide Angeklagte verweigerten eine Aussage zur Sache, ihre Verteidigerinnen erklärten indes, dass die Vorwürfe von beiden bestritten werden. Beide sollen am Tattag an einer Familienfeier im Hunsrück teilgenommen haben. Der 52-Jährige hat ein längeres Vorstrafenregister, in dem sich mehrfach Diebstahl, Bedrohung und Beleidigung finden. Seine Ehefrau ist strafrechtlich unbelastet.
    Ein 53 Jahre alter Zeuge erklärte, dass er an einem Samstag durch die Baustelle oberhalb von Bergnassau-Scheuern gefahren sei. „Da ich dort oft durchfahre ist mir ein blauer Lastwagen aufgefallen, auf den mir unbekannte Leute Metallteile aufgeladen haben“, berichtete er. Da er viele der dort eingesetzten Bauarbeiter kenne wollte er der Sache auf den Grund gehen und unterhielt sich mit den Leuten am Lkw. „Ein älterer Mann erklärte, dass er in Singhofen eine Erlaubnis zum Verladen der Stahlteile erhalten habe, was mir unglaubwürdig vorkam“, betonte der Zeuge, der zwischenzeitlich seine Lebensgefährtin per Handy über den Fall informiert hatte. Diese rief bei der Polizei an und sorgte dafür, dass eine Streife zum Tatort geschickt wurde. Bis dahin waren aber der Lkw mit seinen Insassen – laut dem Zeugen ein älterer, ein jüngerer Mann und eine Frau – verschwunden.
    „War der Angeklagte einer der Beteiligten?“, wollte Richter Eckhard Krahn von dem Zeugen wissen. „Nein, definitiv nicht!“, antwortete der 53-Jährige auch auf mehrfaches Nachfragen. Eben dieses Nachhaken brachte eine der Verteidigerinnen in Rage. „Hier wird ein Zeuge mehrfach in unzulässiger Weise beeinflusst – so geht das nicht!“, warf sie dem Richter vor. Empört verlangte sie nach einer Unterbrechung und zischte „So kann man einen Zeugen doch nicht befragen!“, beim Herausgehen.
    Nach der Fortsetzung der Verhandlung wollte Eckhard Krahn wissen, ob der Zeuge den Angeklagten an einem anderen Tag schon einmal gesehen habe, was der Mann bestätigen konnte. „Im Mai 2012 kam er rasant bei mir vorgefahren und hat mich massiv bedroht“, erklärte der 53-Jährige. „,Warum machen Sie das?’ wollte der Angeklagte von mir wissen“, berichtete der Zeuge, der das aggressive Auftreten in Zusammenhang mit der Anzeige sah, denn zwischenzeitlich war die mitangeklagte Ehefrau als Halterin des blauen Lkw ermittelt worden.
    Die Lebensgefährtin des 53-Jährigen bestätigte den von ihrem Partner geschilderten Ablauf. Zu den Angeklagten konnte sie nichts sagen, da sie am Tag der Tat nicht vor Ort gewesen ist. Ein 57 Jahre alter Zeuge erklärte ebenfalls, dass ihm am Nassauer Berg ein Lastwagen aufgefallen sei, der aber nicht blau, sondern hellgrau gewesen sein soll. Außerdem wollte der 57-Jährige einen etwa zehn- bis 14-Jährigen Jungen mit Lockenkopf gesehen haben.
    Einer der mit der Aufnahme des Falls befassten Polizeibeamten hob hervor, dass mehrere von den Angeklagten benannte Zeugen bestätigt hatten, dass der 52-Jährige und die 41-Jährige an der Familienfeier im Hunsrück teilgenommen haben und daher nicht in Nassau sein konnten. Die entwendeten Stahlplatten und -stäbe sollen laut der Baufirma einen Wert von rund 400 Euro haben. Ein Bekannter der Angeklagten bestätigte, dass er beide bei der Familienfeier gesehen habe. Von der Feier habe er nur durch Zufall erfahren und sei lediglich für ein Bier geblieben.

    Die Verhandlung wird mit der Vernehmung weiterer Zeugen fortgesetzt. (ag)

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    Markus Eschenauer

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    Markus Eschenauer

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