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    Koblenz/DiezAngeklagter: Drogenplantage war ein Weihnachtsgeschenk der Mutter

    Erst fuhr er betrunken durch Hessen, dann wollte er einen Neustart wagen: Und legte laut Anklageschrift Anfang des Jahres eine Indoor-Plantage in der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen an.

    208 Marihuanapflanzen – teilweise mehr als zwei Meter hoch – fanden die Ermittler der Polizeiinspektion Diez im Haus des Mannes (38), der seit Ende November vor dem Koblenzer Landgericht steht.

    Am jüngsten Verhandlungstag packte der Beschuldigte aus: Trunkenheit am Steuer, Marihuanazucht und Drogenhandel – wegen dieser Tatvorwürfe muss der 38-Jährige dem Gericht Rede und Antwort stehen. Seit 2014 war er in Verkehrskontrollen geraten, ohne Fahrerlaubnis und in dem Mercedes seiner Mutter. Spitzenwert: 1,9 Promille; den Ermittlern der Polizeistation Rüdesheim war der Beschuldigte im Februar 2015 aufgefallen, weil er im hessischen Marienthal Schlangenlinien fuhr.

    Warum? Er sei mit dem Fahrzeug seiner Mutter ins Krankenhaus unterwegs gewesen, so der 38-Jährige. Grund dafür: Er habe nach einem Kneipenbesuch zu Hause noch „zwei, drei Bierchen“ genossen und sich dann den Kopf verletzt. Als man ihn nach seinem Führerschein fragte, hielt der Beschwipste den Einsatzkräften ein Fahrzeugprospekt vor die Nase: „Er war fest davon überzeugt, dass er damit Auto fahren dürfte“, so der hessische Kriminalbeamte (29) im Zeugenstand. Der Gang des Geständigen sei schwankend gewesen, seine Augen gerötet. War die Fahrt ein Notfall, um seine Kopfverletzung ärztlich versorgen zu lassen? „Zumindest bei der Rückfahrt kann von einem Notfall keine Rede sein“, befand der Vorsitzende Richter Martin Schlepphorst. Ihm sei bewusst gewesen, dass er getrunken habe und keinen Führerschein besitze, gestand der Tatverdächtige.

    Auch zu seinen angeklagten Gärtnertätigkeiten als mutmaßlicher Plantagenbetreiber hatte er etwas zu sagen: Die 4000-Euro-Anlage sei ein Weihnachtsgeschenk seiner Mutter gewesen. Begonnen habe alles mit einem Beutel Samen, die er hegte und pflegte – bis ihm alles zu viel geworden sei: „Ich hatte im März keine Lust mehr drauf, weil das ganze Haus gestunken hat“, schilderte der Geständige. Die Ernte sei für den Eigenbedarf bestimmt gewesen, an Handeltreiben habe er zuerst nicht gedacht. Das wollte die Kammer nicht glauben. Nach einer kurzen Unterbrechung erklärte Verteidigerin Olivia Ulbrich für ihren Mandanten: Ihm sei klar gewesen, dass er die Ernte verkaufen wolle, habe aber bezweifelt, dass es ihm gelinge.

    Das hinterließ Spuren. Bei der Hausdurchsuchung Ende Mai fanden die Ermittler „traurig aussehende Pflanzen mit hängenden Blättern“, so ein Polizeibeamter (40). Stillgelegt sei die Plantage allerdings nicht gewesen, höchstens in einem Dornröschenschlaf: „Durch einfaches Einschalten war die Anlage in Betrieb zu nehmen“, resümierte der Gesetzeshüter. Bei der Fortsetzung nächste Woche soll die Mutter des 38-Jährigen als Zeugin gehört werden. Staatsanwaltschaft und Verteidigung wollen plädieren. Julia Fourate

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