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    Rhein-LahnAlle 122 Minuten passiert im Kreis eine Straftat

    Straftaten im Zwei-Stundentakt. Diese Kurzformel steckt in der Kriminalstatistik 2015 der Polizeidirektion (PD) Montabaur für den Rhein-Lahn-Kreis. Im vergangenen Jahr ermittelten die Beamten demnach in 4302 Fällen. Das sind 214 mehr als noch ein Jahr zuvor. Das heißt statistisch, dass sich alle 122 Minuten im Kreis eine Straftat ereignet hat. Die Aufklärungsquote an Rhein und Lahn sank dabei laut Polizei von 64,4 auf 62,7 Prozent.

    Foto: pa/obs/OBS/Cosmo

    Von unserem Chefreporter Markus Kratzer

    Blickt man auf den gesamten Einsatzbereich der PD (neben dem Westerwaldkreis sind die Beamten auch für den Rhein-Lahn-Kreis mit Ausnahme von Lahnstein und Braubach zuständig), so können der Leiter Volker Schmidt und Polizeisprecher Andreas Bode mit 13 259 Fällen den niedrigsten Stand seit der Umstrukturierung 1993 vermelden. 8114 Fälle konnten im vergangenen Jahr aufgeklärt werden. Dies entspricht einer Quote von 61,2 Prozent (2014: 61,8). Insgesamt wurden 6288 Tatverdächtige ermittelt, Tendenz weiter fallend. Denn 2014 waren es noch 6576 Verdächtige.

    Schwerer Diebstahl: In dieser Kategorie, die unter anderem Einbrüche und Pkw-Aufbrüche beinhaltet, kletterte die Zahl von 1469 auf 1497, was im gesamten PD-Bereich einen Anstieg von 1,9 Prozent ausmacht. Bei den Wohnungseinbrüchen verzeichneten die Beamten einen Anstieg von 445 von 476. Auffallend: Weiterhin treiben häufig "reisende Täter" dabei ihr Unwesen, die aus den Ballungsgebieten Köln/Bonn oder Rhein-Main in die Region kommen. Doch sie agieren längst nicht mehr nur entlang der Autobahnen A 3 oder A 48. "Diese Täter haben mittlerweile auch die Fläche entdeckt", stellt Bode fest. In 229 Fällen blieb es dabei bei einem Einbruchsversuch, da es den Tätern nicht gelang, sich schnell Zugang zu einem Haus zu verschaffen. "Wichtig sind hier aufmerksame Zeugen, die uns verdächtige Beobachtungen mitteilen", appelliert Schmidt an eine wachsame Nachbarschaft.

    Einfacher Diebstahl: Hier zeichnet sich eine leichte Entwarnung ab. 2458 Fälle sind 99 weniger als 2557 im Vorjahr. Die Zahl der Ladendiebstähle ging dabei von 500 auf 444 zurück. Das neue FOC in Montabaur ist laut Bode kein Magnet für Kriminelle.

    Rohheitsdelikte: Körperverletzung, Bedrohung oder Raub haben verstärkt Konjunktur. Die Zahl in dieser Kategorie nahm um 162 auf 2271 Fälle zu. Hier kann die PD aber mit einer Aufklärungsquote von 92,5 Prozent aufwarten.

    Vermögensdelikte: Hier gibt es einen leichten Anstieg der Fallzahlen hier von 2652 auf 2682. Das Internet bleibt eine "dankbare" Plattform für Warenkreditbetrug. Der Ermittlungsaufwand der Beamten ist hier laut Schmidt extrem hoch.

    Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung: Diese Zahl sank von 178 auf 141. Alle 16 Fälle von Vergewaltigung beziehungsweise sexueller Nötigung waren Beziehungstaten, bei denen sich Täter und Opfer kannten.

    Flüchtlinge: In 118 Fälle (knapp 0,9 Prozent) waren Asylsuchende verwickelt. Davon registrierte die Polizei 47 Fälle von Körperverletzung. "Der Großteil dieser Fälle hat sich innerhalb der Aufnahmeeinrichtungen in Diez, Ruppach-Goldhausen und Herschbach/Uww. ereignet", so Bode. "Es gibt keinen Schwerpunkt Flüchtlingskriminalität."

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