40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Ahrweiler
  • » Wohnen im Alter: Kripper Senioren-WG kann noch wachsen
  • Aus unserem Archiv

    Remagen-KrippWohnen im Alter: Kripper Senioren-WG kann noch wachsen

    Leben im Alter wie in einer Familie? Dieses Glück haben in der Wohngemeinschaft Remagen-Kripp zurzeit 13 Senioren. 3 Wohnungen von den insgesamt 16 sind noch frei. Alle sind behindertengerecht und haben ein eigenes Bad.

    Waltraud Wickord (links) ist eine der Bewohnerinnen der Kripper Wohngemeinschaft unter Leitung von Miriam Fredriks (rechts).
    Waltraud Wickord (links) ist eine der Bewohnerinnen der Kripper Wohngemeinschaft unter Leitung von Miriam Fredriks (rechts).
    Foto: Judith Schumache

    Von unserer Mitarbeiterin Judith Schumacher

    Vor etwa vier Jahren hatte das Kripper Ärztepaar Dr. Karin Klein und Alexander Schreiber die Idee, eine alternative Wohnform für ältere Herrschaften anzubieten. Sie stellt eine auch kostengünstigere Alternative zu den größeren Seniorenwohnheimen dar. Rund 1350 Euro zahlen die Bewohner inklusive Verpflegung und Pflege. "Allerdings suchen wir händeringend noch eine zusätzliche examinierte Pflegekraft mit dreijähriger Ausbildung", sagt Hausleiterin Miriam Fredriks während der Führung durch die Einrichtung. Die gebürtige Niederländerin hat ihr Herz an diese Wohngemeinschaft verloren und geht voll und ganz in ihrer Aufgabe auf.

    Ursula Michels lag noch im Krankenhaus, als ihr Sohn mit den Bauplänen der neuen Wohnung kam. "Ich konnte nicht mehr in meinem Haus in Gerolstein alleine leben - ich habe den Entschluss nie bereut", sagt die heute 83-Jährige, die am ersten Tag nach Eröffnung des Hauses im September vor drei Jahren einzog. Ihre Wohnung ist groß, hell und freundlich eingerichtet. Gerade wird sie von Waltraud Zaude zum nachmittäglichen Kaffee abgeholt. Die 86-Jährige hat ihrer Nachbarin eine Zeitschrift mitgebracht, die im Haus ausgetauscht werden. Ebenso wie Neuigkeiten aus der Stadt, Gesundheitstipps oder Eindrücke, die die Bewohner bei ihren Spaziergängen eingefangen haben. Waltraud Zaude hat ursprünglich in Bonn gelebt. "Aber ich war schließlich etwas ängstlich, so alleine im Haus, da hat mein hier in Kripp lebender Sohn mich hergebracht - und das war eine sehr gute Idee", befindet sie.

    Die Quadratmeterzahlen der Zimmer sind unterschiedlich. So verfügt das Ehepaar Renate und Peter Koch über eine großzügige Wohnung. Renate Koch ist überwiegend bettlägerig, ihr Ehemann macht gerne noch Ausflüge mit seinem Wohnmobil. Etwas bescheidener hinsichtlich des Platzes, aber dennoch persönlich und geschmackvoll eingerichtet ist das Zimmer von Irmgard Schink. Die 83-Jährige liegt bequem auf ihrem Sofa und schaut "Bares für Rares" im Fernsehen. Auf dem Tisch vor ihr liegt eine Mappe mit zahlreichen Weihnachtsliedern, die die Tochter einer anderen Bewohnerin an alle verteilt hat. "Es ist sehr harmonisch hier", bestätigt sie.

    Die Häuser 108 und 112 sind mit einer Dachterrasse miteinander verbunden, die Arztpraxis befindet sich im Haus 112. Ansprechpartnerin Miriam Fredriks wird von der strahlenden Waltraud Wickord begrüßt, die gerade von einer der zwei Pflegehelferinnen in einen der beiden Aufenthaltsräume gebracht wurde. "Sie müssen aber ihr Korsett anziehen, sie haben sonst keinen Halt", weist Miriam Fredriks die alte Dame freundlich an.

    "Wir möchten eigentlich ständig mehr machen, als wir können", beschreibt die ausgebildete Therapieclownin den Alltag im Haus. Deshalb werden noch ehrenamtliche Menschen mit Herz gesucht, die mit den Bewohnern spazieren gehen, ihnen etwas vorlesen, sie zum Arzt oder zu Veranstaltungen begleiten oder einfach mit ihnen reden.

    Zurzeit sind für die 13 Bewohner 2 Betreuer, 2 Pflegefachkräfte in Vollzeit, 2 examinierte Fachkräfte in Teilzeit, 3 Pflegehelferinnen, 3 Nachtwachen, 2 Putzfrauen und 2 Köchinnen angestellt. "Nach und nach werden die Bewohner auch pflegeintensiver, etwa, wenn sie einen Schlaganfall erleiden - das sind zusätzliche Kosten, die aufgefangen werden müssen", erklärt Miriam Fredriks. Gut wäre es deshalb, wenn die drei anderen Wohnungen noch belegt werden könnten.

    Gerade hat eine Besichtigung zweier Wohnungen stattgefunden. Auch seien sie dabei, einen ambulanten Pflegedienst aufzubauen, um die Finanzierung sicherzustellen, erklärt Fredriks.

    Wichtig ist den Bewohnern ihre Selbstbestimmtheit. "Wenn jemand am gemeinsamen Frühstück, Mittagessen oder Abendessen nicht teilnehmen möchte, kann er sich in einer der beiden Küchen etwas zubereiten", betont die Einrichtungsleiterin. "Hier kann ich alles, was ich gelernt habe, anbringen", sagt die 53-Jährige, die nach ihrem Lehrerstudium mehrere Aus- und Fortbildungen im sozialen Bereich absolviert hat.

    Wer Interesse an der Wohngemeinschaft hat, kann sich bei Miriam Fredriks unter Telefon 0151/612 530 77 melden.

    Bad Neuenahr-Ahrweiler
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter Bad Neuenahr-Ahrweiler
    Sonntag

    10°C - 20°C
    Montag

    11°C - 20°C
    Dienstag

    13°C - 24°C
    Mittwoch

    15°C - 28°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach