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    Praxisgebühr: Ärzte und Patienten im Ahrkreis begrüßen Wegfall

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    Der Sinziger Allgemeinmediziner Wolfgang Kattner sagt: "Mit der Praxisgebühr war ein hoher bürokratischer Aufwand verbunden. Jetzt bleibt wieder mehr Zeit für die Patienten." Kritisch sieht Kattner, dass Patienten nun wieder direkt Fachärzte aufsuchen können.

    Bislang mussten sich Patienten zunächst an ihren Hausarzt wenden, um anschließend per Überweisung von einem Facharzt behandelt werden zu können, oder beim Facharzt noch einmal die Praxisgebühr zahlen. Kattner, der auch Facharzt für Chirotherapie, Diabetologie und Sportmedizin ist, meint: "Die Lotsenfunktion des Hausarztes, also die zielgerichtete Überweisung an einen Facharzt, leidet unter der Abschaffung der Praxisgebühr." Es könnte also sein, dass ab dem 1. Januar wieder deutlich mehr Patienten direkt in die Wartezimmer der Fachärzte kommen.

    Diese Änderung könnte auch auf die Notdienste am Wochenende zukommen. Anja Meurer, Obfrau der Ärzteschaft im benachbarten Kreis Neuwied, sagt: "Ich bin mir sicher, dass an den Wochenenden mehr Patienten in die Bereitschaftsdienstpraxen und Krankenhausambulanzen strömen."

    Zu verlockend sei der Gedanke, statt wochentags (während der Arbeitszeit) eine Arztbehandlung zu organisieren, am Wochenende in den eigentlich Notfällen vorbehaltenen Einrichtungen vorbeizuschauen. Die Allgemeinmedizinerin Meurer sagt: "Patienten sollten daher genau abwägen, was tatsächlich ein Notfall ist und was nicht." Was also wirklich noch am Wochenende im Notdienst behandelt werden muss und was noch bis zu Wochenbeginn warten kann.

    Froh über das Aus der Praxisgebühr ist der Sinziger Zahnarzt Wolfgang Voss - auch im Sinne seiner Arzthelferinnen. Er meint: "Die Praxisgebühr war ein ungeliebtes Kind für den gesamten Medizinapparat." Die Ärzte seien so zu Geldeintreibern der Krankenversicherungen geworden. Voss: "Man hat uns die gesamte Organisation aufgedrückt, was eine erhebliche Zusatzbelastung für unsere Angestellten war." Und dies sei ohne jeglichen finanziellen Ertrag geschehen. Bei der Praxisgebühr habe es sich um ein externes Instrument gehandelt, das "sicherstellen sollte, dass das System weiter funktioniert".

    Am günstigsten ist es aus Patientensicht natürlich, wenn man es so hält wie Anneliese Kadierka aus Bad Bodendorf. Die 72-Jährige sagt: "Da ich kaum zum Arzt gehe, stört mich der Wegfall der Praxisgebühr ebenso wenig wie mich bislang die Zahlung der 10 Euro gestört hat." ith/wet/jl/qm

    Bad Neuenahr-Ahrweiler
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