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  • Nürburgring: NAG verschickt Abmahnung

    Nürburg - Der Streit zwischen dem Nürburgring-Betreiber Nürburgring Automotive GmbH (NAG) und deren Gegnern geht in die nächste Runde: Aus Sicht der Automotive haben die automotive-kritischen Organisatoren eines Straßenfestes in Nürburg (Freitag, 28. Oktober) durch ein Logo auf ihren 13 000 Plakaten und Flyern Markenrechte verletzt. Die Organisatoren hatten daher diesen Dienstagabend eine kostenbewehrte Abmahnung (bei weiteren Veröffentlichungen werden weitere Kosten fällig) in Höhe von rund 1400 Euro im Briefkasten.

    Der Empfänger der Abmahnung ist der Webmaster einer Website, die sich für die Region um den Ring einsetzt. Er selbst hat mit dem Straßenfest nichts zu tun. Doch auf besagter Homepage war das Plakat zum Fest erschienen; nach Eingang der Abmahnung wurde es entfernt.

    Geht es hier nur um die Verletzung der Markenrechte, oder steckt eine Absicht dahinter? Schließlich sind an der Organisation des Straßenfestes mehrere Vereine und Bürgerinitiativen beteiligt, die den derzeitigen Betreibern des Nürburgrings sehr kritisch gegenüberstehen. Mit dabei ist auch der eingetragene Verein "Bürgerinitiative Rettet den Nürburgring". Der schmückt sich auf seiner Homepage mit einem schwarz-grün-weißen Logo des Nürburgrings, das an das historische Logo angelehnt ist, wie Norbert Hanhart, Vorsitzender von Rettet den Nürburgring sagt.

    Und genau dieses aus Hanharts Sicht abgewandelte Logo ziert nun auch das Plakat zum Straßenfest in Nürburg. Aber: Die Markenrechte des Nürburgrings liegen bei der Automotive, wie selbige auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte; sie seien mit dem Pachtvertrag übernommen worden. In Sachen "abgewandeltes Logo" teilte die NAG mit: "Die NAG ist gegenüber ihren Werbepartnern verpflichtet, Exklusivität zu garantieren. Das schließt eine Verwässerung durch eine unkontrollierte Nutzung des Logos/Schriftzugs ein. Genauso handhaben das andere Markenprodukte wie Bayern München oder Coca Cola."

    Hanhart, der auf Geschäftsreise in Belgien von der Abmahnung erfuhr, hat bislang noch keine Abmahnung erhalten, wie er sagt. Er verwendet das aus seiner Sicht abgewandelte Logo seit Jahren auf der Homepage des Vereins und stellte es nun den Organisatoren des Straßenfestes - etwa 500 Besucher werden erwartet - zur Verfügung.

    Zu Grund und Zeitpunkt der Abmahnung teilte die NAG mit: "Die NAG hat eine Anwaltskanzlei mit der Wahrnehmung ihrer Markenschutzrechte beauftragt. Die Kanzlei achtet darauf, dass nicht autorisierte Nutzer keinen Gebrauch vom Logo/Schriftzug Nürburgring für werbliche oder kommunikative Zwecke machen." Und: "Kommt es zu Verstößen, wird die missbräuchliche Nutzung abgemahnt. Dies ist ein automatisiertes juristisches Verfahren, über das die Geschäftsführung der NAG im Einzelfall nicht in Kenntnis gesetzt wird. So auch im vorliegenden Fall."

    Andrea Thelen, Vorsitzende des Gewerbevereins Adenau, sagt: "Ich glaube nicht, dass das Straßenfest verhindert werden soll. Es sind womöglich Markenrechte verletzt worden, und das ist dann richtig dumm gelaufen."

    Der Druck der 13 000 Flyer und Plakate wurde sofort gestoppt. Denn, sagt Mitorganisator Werner Lenhard: "Jede einzelne weitere Veröffentlichung kann richtig teuer für uns werden. Einige von uns haben sofort eine Wahnsinnspanik bekommen und wollten das Fest absagen." Aber das komme nicht infrage. Vielmehr wollen die Organisatoren nun prüfen, ob sie die Werbeartikel auch ohne das strittige Logo drucken lassen können.

    Was die angehängte Unterlassungserklärung angeht, prüfen die Betroffenen, ob sie dagegen vorgehen können. Sie führen derzeit Beratungsgespräche mit Anwälten. "Ich glaube nicht, dass das von Erfolg gekrönt ist", sagt Thelen. Die drastische Reaktion der NAG kann sie trotz allem nicht verstehen: "Wir wollen ja nichts Böses, sondern nur ein Straßenfest veranstalten mit den Vereinen um den Nürburgring." Sie sagt weiter: "Ich hatte die Hoffnung, dass sich die Lage um den Ring etwas beruhigt, da ja auch die Hartgesottenen ruhiger werden."

    Von unserem Redakteur Jan Lindner

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    Chef v. Dienst

     

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