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    NürburgringNürburgring: 90 Jahre und kein bisschen ruhiger

    Geburtstagsfeier im Ringwerk: Da passte es nur, dass zum Jubiläum des Mythos „Grüne Hölle“ eine lebende Legende auftrat, die hier selbst Geschichte geschrieben hat.

    Zu den Stargästen des denkwürdigen Abends zählte der Schotte Jackie Stewart (2. von rechts). Er war dreimal Formel-1-Weltmeister und prägte für die Nordschleife den Begriff „Grüne Hölle“.  Foto: Jan Linder
    Zu den Stargästen des denkwürdigen Abends zählte der Schotte Jackie Stewart (2. von rechts). Er war dreimal Formel-1-Weltmeister und prägte für die Nordschleife den Begriff „Grüne Hölle“.
    Foto: Jan Linder

    Jackie Stewart war dreimal Formel-1-Weltmeister. Er hat 27 seiner 99 Rennen in der Königsklasse gewonnen. Er ist schwerer Legastheniker, wurde von der Queen zum Ritter geschlagen, hatte später seinen eigenen Formel-1-Rennstall. Und er hat dem Nürburgring bekanntlich den Titel verpasst, den er bis heute nicht mehr losgeworden ist: die Grüne Hölle.

    Am Freitagabend saß der 78-Jährige plötzlich im Ringwerk am Nürburgring – als einer von rund 300 geladenen Gästen zur kleinen, aber schmucken Feier zum 90. Geburtstag der legendären Rennstrecke, mit Livemusik und fliegendem Büfett. Der „fliegende Schotte“ ist heute noch immer bestens im Geschäft, ist bei gut zehn Formel-1-Rennen vor Ort und tritt als Botschafter diverser Luxusmarken auf.

    Ihn mitten in der Rennsaison in die Eifel zu bekommen, war also ein ziemlich schwieriges Unterfangen. Schon vor Monaten suchten sie am Ring den Kontakt in sein Umfeld, hatten irgendwann dann einen engen Vertrauten gefunden – und waren dennoch froh, als der Schotte am Freitagmittag in Köln gelandet war.

    Denn Stewart hat 1960 nicht nur den Slogan geprägt, den selbst der genialste PR-Profi nicht treffender hätte basteln können. Er hat dreimal auf der Nordschleife triumphiert und hier am 4. August 1968 die vielleicht beste Leistung seiner großartigen Rennfahrerkarriere überhaupt gezeigt. Daran erinnert er sich noch so genau, als wäre er gerade erst aus dem Auto gestiegen: „Es hat geschüttet ohne Ende, man konnte keine 15 Meter sehen. Das Rennen hätte niemals gestartet werden dürfen.“ Wurde es natürlich doch und der 1,63 Meter kleine Schotte gewann mit sagenhaften vier Minuten Vorsprung.

    In all den Jahren pflegte er eine ordentliche Hassliebe zum Nürburgring. Seine Lieblingserinnerung? „Wenn ich hier wieder wegfahren konnte. Die Strecke war eigentlich viel zu gefährlich und viel zu schwierig.“ Schließlich gab es damals keine Leitplanken oder Zäune, die die Fahrer vor dem oft tödlichen Aufeinandertreffen mit den Bäumen bewahrten. Stewart: „Damals in den swinging Sixties haben wir gesagt: Motorsport ist gefährlich, Sex ist sicher.“ 95 seiner Fahrerkollegen, darunter viele gute und langjährige Freunde, seien in all den Jahren auf Rennstrecken weltweit gestorben. Und das Risiko, das die Piloten auf dem Ring eingingen, war besonders groß. Dennoch wusste jeder: Wer ein wirklich Großer sein wollte, musste wenigstens einmal auf dem Nürburgring gewonnen haben.

    Obwohl die Formel 1 seit 2013 nicht mehr in der Eifel war und wohl auch auf absehbare Zeit nicht mehr zurückkehren wird, ist sich Stewart sicher: „Die Marke Nürburgring ist heute genau so groß, wie sie es immer war.“ Vor allem ist der Ring nach vielen Jahren der Turbulenz, Unsicherheit und Existenzangst wieder in ruhigen Fahrwassern. Mit welchem der geladenen Gäste man sich auch unterhielt, ob ADAC um Ehrenpräsident Otto Flimm, TÜV, VLN, Geschäftsleuten, Bürgermeistern der umliegenden Gemeinden. Sie alle versicherten: „Wir haben einen sehr guten Eindruck von der Lage und pflegen eine sehr gute Partnerschaft zum Ring. Die Geschäfte scheinen gut zu laufen.“

    Mirco Markfort, seit Mitte März 2016 Geschäftsführer des Nürburgrings, sagte: „Das Kerngeschäft dieses einzigartigen Orts voller Mythen, Emotionen und Legenden ist und bleibt der Motorsport. Aber mit unserer vielseitigen Eventlocation wollen wir auch andere Geschäftsbereiche wie Firmenveranstaltungen noch weiter ausbauen.“ Um auch das nächste ganz große Jubiläum erfolgreich feiern zu können.

    Von unserem Redakteur Jan Lindner

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