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    SinzigGeplantes Nahversorgungszentrum: Sinziger sind weiter besorgt

    120 Menschen haben am Mittwochabend im Sinziger Rathaus eine zweite Infoveranstaltung zum geplanten Nahversorgungszentrum besucht. Es stand ein einstündiger Vortrag im Mittelpunkt, der die Bedeutung des 12-Millionen-Euro-Projekts beleuchten sollte.

    120 Menschen kamen am Mittwochabend zur weiten Infoveranstaltung zum geplanten Nahversorgungszentrum ins Sinziger Rathaus. Erneut stießen die Pläne auf große Ablehnung.
    120 Menschen kamen am Mittwochabend zur weiten Infoveranstaltung zum geplanten Nahversorgungszentrum ins Sinziger Rathaus. Erneut stießen die Pläne auf große Ablehnung.
    Foto: Vollrath

    Zudem meldeten erneut viele Bürger ihre Ängste und Sorgen zu möglichen Neubauten von Edeka, Aldi und Rossmann an. Die Veranstaltung im großen Sitzungssaal war bereits drei Stunden alt, als Bürgermeister Wolfgang Kroeger die Schlussrunde einläutete. Hätte er das nicht getan, hätte die Versammlung wohl noch mal genau so lange gedauert. Denn noch immer hatten Bürger Fragen, wollten ihre Ängste loswerden. Es waren drei sehr emotionale Stunden, mehrmals fand sich Kroeger im Kreuzfeuer wieder. Zudem gab es starke verbale Entgleisungen einiger Redner. Alles in allem aber wurde die Diskussion recht sachlich geführt.

    Zuvor hatte Diplom-Geograf Thomas Schwarze im Auftrag der Stadt die Situation der Nahversorgung in Sinzig dargestellt. Als er nach 15 Minuten noch nicht in der Sinziger Gegenwart angekommen war, gab es bereits einige genervte Zwischenrufe aus dem Publikum.

    Schwarzes Kernaussagen: "Wenn sich Edeka und Aldi nicht vergrößern können, ziehen sie in drei bis fünf Jahren weg aus Sinzig. Das Rick-Gelände als Standort ist alternativlos." Aufgrund des scharfen Konkurrenzkampfs mit Lidl, Rewe und Co. seien die beiden Konzerne nicht länger an kleineren Verkaufsflächen, wie sie sie derzeit in Sinzig sind haben, interessiert. Auf Dauer könne Sinzig bei der Lebensmittelversorgung von den Nachbarstädten abgehängt werden. Schwarze: "Das Angebot an Lebensmittelhändlern wäre mit den Neubauten nicht zu groß. Das zeigt der Vergleich zu anderen Mittelzentren wie Andernach und Bendorf."

    Gleichwohl kritisierte er in seinem Gutachten den Standort des ehemaligen Rick-Geländes: "232 Parkplätze für 7500 Quadratmeter Verkaufsfläche sind viel zu wenig. Das ginge nur, wenn 60 bis 70 Prozent der Kunden nicht mit dem Auto kämen." Fänden Kunden beim ersten Einkauf keinen Parklatz, "kommen sie wahrscheinlich nie wieder". Zudem sei das neue Nahversorgungszentrum von der Straße aus nicht einsehbar und müsse durch Schilder beworben werden.

    Große Bedenken hatten die Bürger - vor allem die Anwohner - erneut wegen der Verkehrsführung. Durch Einkaufskunden und Lieferverkehr befürchten sie, dass die "jetzt schon chaotischen Zustände am Dreifaltigkeitsweg weiter verschärft werden". Bürgermeister Kroeger sagte: "Die Verkehrsführung ist Dreh- und Angelpunkt. Wenn es keine vernünftige Lösung gibt, gibt es auch kein Nahversorgungszentrum."

    Ein wenig turbulent ging es zu, als im Publikum Hans Sprengnetter von der gleichnamigen Sinziger Immobilienbewertung mehrmals darum bat, in "fünf Minuten zu zeigen, dass die Pläne völliger Irrsinn" sind. Zunächst ging Kroeger nicht weiter darauf ein. Doch als sich weiterer Widerstand im Publikum regte, durfte der Unternehmer ans Rednerpult.

    Sein Fazit: "Wegen des gültigen Bebauungsplans, der damals unter schwierigen Umständen verabschiedet wurde, sind die heutigen Pläne gar nicht realisierbar. Es wird Klagen ohne Ende von Grundstückseigentümern geben." Die Stadt werde "über Jahrzehnte mit Krieg und Unfrieden überzogen". Eine Bürgerin kritisierte: "Das letzte, was wir brauchen, ist ein Nahversorgungszentrum." Viel nötiger seien etwa ein neues Feuerwehrhaus und erschwingliches Bauland für Familien.

    Im Mai soll der Investor, dessen Namen selbst Sinziger Ortsvorsteher laut eigener Aussage nicht kennen, in den Ausschüssen seine Ideen vorstellen. Für den 28. Mai ist die nächste Stadtratssitzung geplant. Dann soll die Aufstellung eines Bauleitplanverfahrens diskutiert werden. Käme es dazu, würden laut Kroeger rund 100 Träger öffentlicher Belange und Privatpersonen um Anhörung gebeten.

    Von unserem Redakteur Jan Lindner

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