40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Ahrweiler
  • » Forscher bohren sich im Vulkan Rodder Berg zurück in die Eiszeit
  • Aus unserem Archiv

    RolandswerthForscher bohren sich im Vulkan Rodder Berg zurück in die Eiszeit

    Spannende Erkenntnisse über das Eiszeitklima im Rheinland erwarten Geo-Wissenschaftler vom Forschungsprojekt „Dust Trap“. Unweit des Rolandsbogens im Krater des vor Jahrtausenden erloschenen Rodderberg-Vulkans, direkt an der Grenze des Kreises Ahrweiler, steigt die Spannung: Seit einigen Wochen wird mit schwerem Gerät im Zentrum des Kraters in die abgelagerten Gesteinsschichten gebohrt.

    Mit schwerem Gerät tasten sich die Spezialisten im Krater des Rodderberg-Kraters bis in eine Tiefe von 150 Metern vor. Die entnommenen Bohrkerne werden später wissenschaftlich untersucht.
    Mit schwerem Gerät tasten sich die Spezialisten im Krater des Rodderberg-Kraters bis in eine Tiefe von 150 Metern vor. Die entnommenen Bohrkerne werden später wissenschaftlich untersucht.
    Foto: Jochen Tarrach

    Rolandswerth - Spannende Erkenntnisse über das Eiszeitklima im Rheinland erwarten Geo-Wissenschaftler vom Forschungsprojekt „Dust Trap“. Unweit des Rolandsbogens im Krater des vor Jahrtausenden erloschenen Rodderberg-Vulkans, direkt an der Grenze des Kreises Ahrweiler, steigt die Spannung: Seit einigen Wochen wird mit schwerem Gerät im Zentrum des Kraters in die abgelagerten Gesteinsschichten gebohrt.

    Wie Diplom-Geologe Franz Binat vom Leibnitz-Institut in Hannover erklärt, soll der Bohrmeißel bis in eine Tiefe von 150 Metern vordringen. Das Forschungsprojekt wird durchgeführt vom Steinmann-Institut für Geologie, Mineralogie und Paläontologie der Universität Bonn in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für angewandte Geophysik in Hannover, dem Geologischen Dienst NRW sowie dem Institut für Geografie der Universität Bremen.


    Vor etwa 300 000 Jahren hat der Rodderberg zum letzten Mal Asche gespien. Zurück blieb eine abflusslose Senke, die sich im Lauf der Zeit mit Staub füllte und bis heute nicht verändert wurde. Das Forschungsprojekt hat deshalb den Namen „Dust Trap“ bekommen, das heißt Staubfalle. So entstand für die Wissenschaftler ein idealer Ort, um anhand von Bohrkernen die Wetterbedingungen der vergangenen 300 000 Jahre zu erkunden.


    „Aus wissenschaftlicher Sicht ist der Rodderberg-Vulkan ein ganz besonderer Ort“, sagte Diplom-Geologe Franz Binot. In den Ablagerungen können die Wissenschaftler lesen wie in einem aufgeschlagenen Buch und so die Änderungen der Umweltbedingungen seit dem Erlöschen des Vulkans nachvollziehen. „Die Analyse nach geologischen, physikalischen, chemischen und paläontologischen Methoden ist neben der Rekonstruktion der in vielen Aspekten rätselhaften Eruptionsgeschichte des Vulkans unser Ziel“, erklärt Professor Dr. Nikolaus Froitzheim von Steinmann-Institut Bonn.
    Jede Schicht eine neue Seite, je tiefer desto älter. Dadurch lassen sich Rückschlüsse auf die Wetterlage im Rheinland und in Gesamteuropa ziehen. Spuren der Ausbrüche des Laacher Vulkans dürften gleich in den oberen Schichten zu finden sein, denn seine Eruptionen vor 13 000 Jahren zählen zur jüngeren Erdgeschichte. Froitzheim weiß, dass bereits im Jahr 2008 eine Erkundungsbohrung bis in 69 Meter Tiefe vorgetrieben wurde, diesmal soll es bis in 150 Meter gehen. Zuerst wurde eine Probebohrung durchgeführt, um die Schichten direkt neben Gut Broichhof in groben Zügen zu erkunden. In der derzeit stattfindenden zweiten Bohrung wird eine durchgehende Serie von Bohrkernen an die Oberfläche geholt.


    30 Meter geht es pro Tag in die Tiefe. Inzwischen sind die Bohrspezialisten bei 120 Metern angekommen. Insgesamt waren knapp zwei Monate Bohrzeit eingeplant. Es haben sich aber Verzögerungen ergeben, da eine Schutzverrohrung eingebaut werden musste und die vulkanischen Tuffe eine hohe Wasserdurchlässigkeit gezeigt haben.
    Ist die geplante Tiefe erreicht, dient das entstandene Bohrloch noch einige Jahre lang zur wissenschaftlichen Beobachtung des Grundwasserspiegels. Direkte wissenschaftliche Ergebnisse wird es an der Bohrstelle nicht geben, denn die Auswertung der archivierten Bohrkerne wird noch längere Zeit in Anspruch nehmen. Jochen Tarrach

    Bad Neuenahr-Ahrweiler
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter Bad Neuenahr-Ahrweiler
    Dienstag

    13°C - 25°C
    Mittwoch

    14°C - 28°C
    Donnerstag

    15°C - 25°C
    Freitag

    15°C - 24°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach