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    MarienthalBundesanstalt will bei Gedenkstätte in Marienthal helfen

    Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) will die Gemeinde Grafschaft bei der Einrichtung einer Gedenkstätte auf dem Gelände der einstigen KZ-Außenstelle bei Marienthal unterstützen.

    In den Tunneln zwischen Ahrweiler und Dernau mussten 1944 KZ-Häftlinge und Kriegsgefangene für die deutsche Rüstung arbeiten.
    In den Tunneln zwischen Ahrweiler und Dernau mussten 1944 KZ-Häftlinge und Kriegsgefangene für die deutsche Rüstung arbeiten.
    Foto: honorarfrei

    Das ist das Ergebnis eines Gespräches in der vergangenen Woche, an dem neben einem Vertreter der Bima der Grafschafter Bürgermeister Achim Juchem und für die Kreisstadt Stabsleiter Michael Korden teilgenommen haben. Durch die inzwischen aufgegebenen Pläne des Vereins Frankensiedlung Nithrindorp, auf dem Gelände des ehemaligen Regierungsbunkers eine Siedlung nach fränkischem Vorbild zu errichten, war die Diskussion um den künftigen Umgang mit dem Grundstück aufgekommen.

    Laut Juchem soll auf dem Terrain im "Dreiländereck" zwischen Dernau, Bad Neuenahr-Ahrweiler und Grafschaft eine große Gedenktafel mit Text- und Bildmaterial errichtet werden. Darüber soll außer mit der Kreisstadt auch mit der Ortsgemeinde Dernau gesprochen werden. Dort gibt es bereits seit 20 Jahren eine kleine Gedenktafel. Sie ist abseits des zwischen Dernau und Rech verlaufenden Rotweinwanderweges angebracht. Zwischen Kuxberg- und Trotzenbergtunnel jedoch erinnert nichts an die dortige Außenstelle des Konzentrationslagers Buchenwald. Im sogenannten "Lager Rebstock" hatten 1944 für wenige Monate Hunderte KZ-Häftlinge und Kriegsgefangene gelebt, die in den Tunneln der nie fertiggestellten Bahnlinie zwischen Ahrweiler und Dernau für die deutsche Rüstung arbeiten mussten.

    Nach bisherigen Erkenntnissen haben die Baracken nicht auf dem Boden gestanden, auf dem der Frankenverein seine Siedlung errichten wollte. Nicht auf Grafschafter Gebiet, sondern auf dem Gebiet der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, die sich zu dem Thema zurzeit nicht äußern will. Das dafür vorgesehene Gelände zwischen den Tunneln wurde erst in späteren Jahren angeschüttet. Doch das sei ein Streit um des Kaisers Bart, meint der Grafschafter Bürgermeister. "Das Leid der Menschen ist davon losgelöst zu betrachten." Die Bima hat er gebeten, hinsichtlich einer Gedenkstätte mit der Gemeinde zusammenzuarbeiten und eine Verwertung der bundeseigenen Flächen zurückzustellen. "Diesem Wunsch kommt die Bundesanstalt gerne nach", bestätigt Claus Niebelschütz, bei der Bima zuständig für die Sparte Verkauf. Die Bima werde die Gemeinde im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen.

    Der Verein Frankensiedlung Nithrindorp hatte sein Projekt kürzlich zurückgezogen, nicht ohne schwere Vorwürfe Richtung Bima zu erheben. Sie habe von der belasteten Vergangenheit der Fläche am ehemaligen Regierungsbunker gewusst, aber nie habe einer davon etwas gesagt. Diesem Vorwurf schloss sich Juchem im Gespräch mit der RZ an: "Die Bima wusste wohl, dass dort Baracken gestanden haben. Der Hinweis ist nie gekommen. Es wäre gut gewesen, hätten wir früher davon gewusst." Positiv findet er, dass auf diesem Wege das Thema überhaupt ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt ist. "Sonst wäre es gänzlich in Vergessenheit geraten", meint Juchem.

    Von unserem Redakteur Frieder Bluhm

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