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    Bad BreisigBestattungskultur: Letzte Ruhestätte in unberührter Natur

    Die klassische Sargbeerdigung ist längst nicht mehr die Regel. Immer mehr Menschen wollen nach ihrem Ableben eingeäschert werden. Und auch die Beisetzung der Urne auf dem Friedhof ist für eine wachsende Bevölkerungszahl nicht mehr die Ultima Ratio.

    "Zwischen Bergen und Burgen, hoch über dem Rhein unter den Wipfeln eines Baumes geborgen", so wirbt die RheinRuhe.
    "Zwischen Bergen und Burgen, hoch über dem Rhein unter den Wipfeln eines Baumes geborgen", so wirbt die RheinRuhe.
    Foto: Jan Lindner

    Von unserer Mitarbeiterin Judith Schumacher 

    Sie möchten in der Natur ihre letzte Ruhestätte finden. Im Dezember 2007 wies die Stadt Bad Breisig ein zehn Hektar großes Gebiet seines Stadtwaldes als Bestattungswald für Urnenbestattungen aus - die RheinRuhe. Seither nahm Revierförster Bernd Hoffmann dort zirka 950 Beisetzungen vor.

    "Die Tendenz ist von Jahr zu Jahr steigend allein in 2015 waren es über zweihundert", sagt er. Dass grundsätzlich die Anzahl der Urnenbestattungen generell ansteigt, liegt vor allem daran, dass die Familie häufig in alle Winde zerstreut ist und sich niemand findet, der das Grab pflegt.

    Von den rund 1000 Bäumen in der RheinRuhe sind es überwiegend Buchen, Eichen, Lindenbäume oder Wildkirschen, aber auch Walnüsse, Kiefern und Lärchen, unter deren Schatten bis zu zwölf Urnen in die Erde gebracht werden können. Es gibt also insgesamt 12 000 Begräbnisstätten. Die Interessenten kommen aus einem Umkreis von fünfzig Kilometern, denn Plätze für die ewige Ruhe in Wäldern sind rar gesät. Die nächsten befinden sich in Hümmel, Lohmar, Steimel, Bad Münstereifel oder in Dachshausen im Taunus.

    Einzel- oder Gemeinschaftsgräber

    "Zwischen Bergen und Burgen, hoch über dem großen stillen Strom, hoch über dem Rhein unter den Wipfeln eines Baumes geborgen sein", heißt es in der Broschüre über die RheinRuhe. Das spricht insbesondere "Kunden" an, die naturverbunden sind, oder die mit der typischen Friedhofsatmosphäre nichts anfangen können. Dennoch gilt für die RheinRuhe der gleiche Rechtscharakter wie für einen innerörtlichen Friedhof. Das Urnenfeld liegt in einem Waldstück am Hang, oberhalb des Rheins. Dort findet keine Forstwirtschaft mehr statt, er liegt naturbelassen da, auch wird das Waldstück nicht bejagt.

    Es können Einzelgräber erworben werden oder das Recht an einem ganzen Baum als Gemeinschaftsgrabstätte. "Das wird zumeist von Familien oder Gruppen wie etwa dem Eifelverein oder einem Kegelclub in Anspruch genommen", weiß Hoffmann. Wer das Recht an einen ganzen Baum erwirbt, bestimmt auch, wer und wie viele Menschen (maximal 12) dort ihre letzte Ruhe finden. Man erwirbt das Bestattungsrecht für fünfzig Jahre. Wer sich für diese Bestattungsart entscheidet, erwirbt beim Krematorium eine kompostierbare Aschekapsel, um die wenn gewollt, eine weitere, ebenfalls zersetzbare Überurne beim Bestatter gekauft werden kann. Blumen oder sonstige Gegenstände dürfen nicht in der RheinRuhe hinterlegt werden. Allerdings erinnern Gedenktäfelchen, die bis auf den Namen und die Geburts- und Todesdaten, alle gleich aussehen. Einmal im Monat bietet Revierförster Hoffmann eine Führung durch den Ruhewald an. Meistens sind es bis zu 15 Leuten, die sich informieren und eventuell ihren Baum aussuchen, unter dem sie beigesetzt werden möchten oder einen Angehörigen bestatten wollen. Bernd Hoffmann erläutert dann die Zeremonie, bei der er in ganz normaler Forstmann-Kleidung zugegen ist.

    Durchmesser der Bäume ist bei den Kosten eine entscheidende Größe

    Die Friedhofsgebührensatzung der RheinRuhe sieht vor: Die Kosten für eine Urnengrabstätte richten sich nach dem Durchmesser des Baumes in Brusthöhe.Beträgt der Durchmesser unter 40 Zentimeter kostet die Ruhestätte 550 Euro, bei 40 bis 59 Zentimetern 860 Euro und ab 60 Zentimetern 1050 Euro.
    Die Kosten für einen Gemeinschaftsbaum mit maximal zwölf Urnengrabstätten, der für einen Zeitraum von fünfzig Jahren erworben wird, richten sich ebenfalls nach dem Durchmesser des Baumes. Beträgt der Durchmesser unter 40 Zentimeter kostet der Baum 3050 Euro, zwischen 40 bis 59 Zentimetern 4300 Euro und ab 60 Zentimetern 5500 Euro. Für die Herstellung der Graböffnung, die Beisetzung der Urne sowie für das Verschließen des Grabes wird eine Gebühr von 210 Euro erhoben. 

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    Bad Neuenahr-Ahrweiler
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