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    GrafschaftAprilwetter: Nachtfrost lässt die Obstbauern zittern

    Das frostige Aprilwetter wird zum Stresstest für die heimischen Obstbauern. Diese sorgen sich um ihre Erdbeerenpflanzen und blühenden Obstbäume.

    Sieht schlimm aus, ist es aber nicht. Viele Obstbauern haben, wie hier im Kreis Ahrweiler, die Blüten ihrer Apfelbäume mit Wasser besprüht: Das Eismäntelchen schützt die empfindlichen Blüten vorm Erfrieren. Foto: Horst Bach
    Sieht schlimm aus, ist es aber nicht. Viele Obstbauern haben, wie hier im Kreis Ahrweiler, die Blüten ihrer Apfelbäume mit Wasser besprüht: Das Eismäntelchen schützt die empfindlichen Blüten vorm Erfrieren.
    Foto: Horst Bach

    „Die zu nachts erwartende Kälte macht uns schon Sorgen“, erklärt Obstbauer Christoph Watzig aus Leimersdorf. Vor allem in Bodennähe sei die Frostgefahr groß. „Tun kann ich eigentlich nichts, außer warten“, sagt Watzig. „Mehr als zwei Grad minus, da wird es selbst unter dem Vlies gefährlich für die Erdbeeren“. Aber wie viel der zuletzt kalte April wirklich den Früchten schadet, „das wird man erst später sehen“, meint er mit Blick auf die Wetterlage. Auf seinen Plantagen rund um Leimersdorf sind die Blüten der verschiedenen Apfelsorten längst aufgegangen, berichtet der Leimersdorfer Landwirt. Während die Erdbeeren derzeit mehr oder weniger frieren, seien die Apfelbäume nicht so sehr das große Problem. Watzig hofft vielmehr, „dass wir da bei den Äpfeln noch mal mit einem blauen Auge davonkommen“.

    Zumal die Obstbäume durchaus einige Stunden leichten Frost vertragen könnten. „Empfindlicher sind derzeit die Obstblüten“, weiß Watzig. Freilich nicht nur wegen einer möglichen Schädigung durch Frost, sondern auch durch einen Mangel an Bestäubung. „Die Bienen fliegen nicht, sie brauchen gut zwölf bis 14 Grad“. Die fleißigen Helfer bleiben bei den derzeitigen Temperaturen lieber in ihrem Stock. Hummeln wagten sich dagegen viel eher aus ihren Unterschlüpfen, hat der Landwirt beobachtet. Die sogenannten Körbchensammler sind häufiger in der Luft und auch in den Fruchtblüten anzutreffen. „Hummeln sind auch viel weniger empfindlich gegenüber der Kälte“, ist er sich sicher.

    In der Tat: Während Bienen erst ab einer Außentemperatur von mindestens zehn Grad ausfliegen, sind Hummelköniginnen im zeitigen Frühjahr bereits ab zwei Grad und Hummelarbeiterinnen ab sechs Grad beobachtbar.

    Obstbauer Hans Christoph Rech aus Niederich, hofft ebenso darauf, dass es in den Obstplantagen alsbald wieder summt und brummt. „Die Blüten werden derzeit nicht bestäubt“, sagt er. In seinen Plantagen sieht der Obstbauer derzeit kaum einmal nützliche Insekten bei der Arbeit. „Das macht mir zusätzliche Sorgen“, betont Rech. Unterdessen bekräftigt er, dass Kälteeinbrüche in der Wachstumsphase die spätere Erntequalität und den Ertrag durchaus beeinflussen können. Für die empfindlichen Apfelblüten seien zu niedrige Außentemperaturen sicherlich ein Problem.

    Rech hat die Temperaturfühler in seinen Plantagen penibel genau im Blick. „Springt die Frostwarnung an, dann schalte ich die Schutzberegnung ein“, erklärt der Landwirt. Der Frost wird mit Wasser bekämpft. So wie zuletzt Mitte der Woche, als er seine Apfelplantagen nach einem Kälteeinbruch über Nacht beregnen ließ, um die zarten Blüten mit einem leichten Überzug aus Eis vor stärkerem Frost zu schützen.

    Auf acht Hektar hat Obstbauer Rech unter anderem die Sorten Elstar, Jonagold und Rubinette stehen. Um sie zu schützen, bringt er auf einen Hektar 30 Kubikmeter Wasser in der Stunde aus. Dabei bildet sich eine Eisschicht, die Wärme nach innen abgibt und somit die empfindlichen Blüten schützt. Diese Frostschutzberegnung funktioniert aber nur, wenn immer neues Wasser auf die Blüten gesprüht wird: „30.000 Liter pro Hektar und Stunde werden hier benötigt. In der Nacht zum Donnerstag habe ich die Frostschutzberegnung schon weit vor Mitternacht angestellt“, berichtet Rech. Das Wasser für die Bäume wird aus einem nahen Rückhaltebecken und aus Brunnen gefördert.

    Von unserem Mitarbeiter Horst Bach

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