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    Brohl-LützingAnwohner sauer: Straße nach Felsrutsch immer noch gesperrt

    Hans Mannheim ist mit seiner Geduld am Ende. Denn seit mehr als elf Wochen müssen der 77-jährige Rentner und seine Familie, betroffen sind immerhin zehn Personen, mit der Sperrung der Straße „Im Lammertal“ nach einem Felsrutsch (die RZ berichtete) zurechtkommen.

    Vom Garten aus können Hans Mannheim (rechts) und sein Sohn Peter die Ortsmitte von Brohl sehen. Wollen sie allerdings mit dem Auto dorthin gelangen, so ist seit Wochen ein kilometerlanger Umweg in Kauf zu nehmen.
    Vom Garten aus können Hans Mannheim (rechts) und sein Sohn Peter die Ortsmitte von Brohl sehen. Wollen sie allerdings mit dem Auto dorthin gelangen, so ist seit Wochen ein kilometerlanger Umweg in Kauf zu nehmen.
    Foto: Andreas Wetzlar

    Brohl-Lützing - Hans Mannheim ist mit seiner Geduld am Ende. Denn seit mehr als elf Wochen müssen der 77-jährige Rentner und seine Familie, betroffen sind immerhin zehn Personen, mit der Sperrung der Straße „Im Lammertal“ nach einem Felsrutsch (die RZ berichtete) zurechtkommen.

    Die drei Familien wohnen in der Gemarkung „Auf dem Eichholz“ und müssen, wenn sie die Luftlinie gerade einmal fünf Kilometer entfernte Ortsmitte von Brohl erreichen wollen, einen Umweg von zehn Kilometern in Kauf nehmen. Und dies gleich mehrfach täglich. „Trotz mehrfacher Anfrage gibt es keine Aussagen, wann die Straße für uns wieder befahrbar sein wird“, erhebt der ehemalige Ortsbürgermeister von Brohl-Lützing (1973-1984) Vorwürfe gegen die jetzige Amtsinhaberin Christel Ripoll sowie die Verbandsgemeindeverwaltung in Bad Breisig.

     Zum Hintergrund: Anfang des Jahres hatten sich aus dem Hanggrundstück neben der Straße „Im Lammertal“ mehrere Gesteinsbrocken gelöst. Hinter der dreilagigen Schutzwand aus Leitplanken, die Anfang der 80er-Jahre zu eben jenem Zweck errichtet worden war, hatte sich der Schutt gesammelt, einzelne Steinbrocken landeten jedoch auf der Fahrbahn. Aus Sicherheitsgründen wurde die Straße zunächst mittels Beschilderung gesperrt, zu einem späteren Zeitpunkt ließ Ortsbürgermeisterin Christel Ripoll die Fahrbahn zudem durch einen querliegenden Baum blockieren. Zur Klärung der Sicherheitslage wurde ein Gutachten vom geologischen Landesamt in Mainz erbeten, gleichzeitig wurde die Frage nach der Kostenübernahme zur Hangsicherung gestellt. Das Gutachten aus Mainz liegt mittlerweile vor, eine erste Schätzung sieht Kosten in Höhe von rund 30 000 Euro für die Hangsicherung vor. Einzig die Frage, wer diesen Betrag zahlen soll, steht noch offen.

    „Solange diese Frage nicht geklärt ist, kann meiner Ansicht nach die Straße nicht freigegeben werden“, erklärt Ortsbürgermeisterin Christel Ripoll und verweist gleichzeitig auf die Zuständigkeit in Sachen „Straßensperrung“, die bei der Verbandsgemeindeverwaltung liegt. Auf Nachfrage der RZ erklärt Alfred Heckenbach, Leiter des Ordnungsamtes der Verbandsgemeinde Bad Breisig: „Laut Gutachten müssen zwischen 300 und 500 Kubikmeter Erde und Fels abgefahren werden. Einzelne Brocken sind mehrere Hundert Kilogramm schwer und stellen ein erhebliches Gefahrenpotential dar. Die Sperrung bleibt bestehen, die Straße darf weiterhin nicht befahren werden“.

    Diese Aussage stößt auf weiteres Unverständnis bei Hans Mannheim und seinem Sohn Peter. „Seltsam ist dann nur, dass einige Anlieger trotzdem den unteren Bereich der Straße befahren dürfen. Uns bleibt dies aber, zumal sich seit Wochen keine Steine mehr gelöst haben, auch auf eigenes Risiko, untersagt“, meint Peter Mannheim nur kopfschüttelnd. Erklärung dazu aus dem Rathaus: Die entsprechenden Anlieger wohnen außerhalb des direkten Gefahrenbereichs. Zudem gibt es für die Personen keine andere Möglichkeit, ihre Häuser zu erreichen. Eine Antwort, die für Peter Mannheim nach einer „fadenscheinigen Begründung“ klingt. „Hier wird scheinbar mit unterschiedlichem Maß gemessen. Denn sowohl für uns wie auch die Einwohner von Niederlützingen ist ein erheblicher Umweg zumutbar, für einige wenige, die unten in Brohl wohnen, scheinbar nicht“, macht der 50-Jährigen seinem Unmut über die „Trägheit“ der Verwaltung Luft.

    Auf eine klärende Antwort aus Mainz hoffen derweil Christel Ripoll und Alfred Heckenbach. „Über den Kreis ist der entsprechende Antrag für eine vorgezogene Maßnahme gestellt. Die Antwort muss aber abgewartet werden“, erklärt Heckenbach und Ripoll gibt letztlich zu bedenken: „Ich bin mit dem schleppenden Verlauf selber nicht zufrieden, kann aber auch keinen Auftrag erteilen, für den der Ort kein Geld hat. Ich kann daher nur um Verständnis für die getroffenen Maßnahmen bitten. Die Sicherheit sollte für alle an erster Stelle stehen“.

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