40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Ahrweiler
  • » Aktionäre empört: Kur AG Bad Neuenahr schreibt tiefrote Zahlen
  • Aus unserem Archiv

    Bad NeuenahrAktionäre empört: Kur AG Bad Neuenahr schreibt tiefrote Zahlen

    Die Aktiengesellschaft Bad Neuenahr ist 2010 tief in die roten Zahlen gerutscht. Erzielte das Unternehmen 2009 noch einen Überschuss von 188 000 Euro, so schließt 2010 mit einem Fehlbetrag von 840 000 Euro. Das Jahresergebnis liegt damit gut eine Million Euro unter dem des Vorjahres.

    Hans Ulrich Tappe ist seit 1. August 2010 Alleinvorstand der Aktiengesellschaft Bad Neuenahr.
    Hans Ulrich Tappe ist seit 1. August 2010 Alleinvorstand der Aktiengesellschaft Bad Neuenahr.
    Foto: Hans-Jürgen Vollrath

    Bad Neuenahr - Die Aktiengesellschaft Bad Neuenahr ist 2010 tief in die roten Zahlen gerutscht. Erzielte das Unternehmen 2009 noch einen Überschuss von 188 000 Euro, so schließt 2010 mit einem Fehlbetrag von 840 000 Euro. Das Jahresergebnis liegt damit gut eine Million Euro unter dem des Vorjahres.

    Diese Zahlen präsentierte Hans-Ulrich Tappe am Freitag erstmals als Vorstand der Aktiengesellschaft auf der 146. ordentlichen Hauptversammlung im Gartensaal des Kurhauses. Einmal mehr gehen die Aktionäre leer aus, eine Dividende wird es auch in diesem Jahr nicht geben. Angesichts eines „stark verbesserungswürdigen Jahresergebnisses“ könne man sich darüber, so Tappe, „in vier bis fünf Jahren unterhalten“.

    Verbesserungswürdig ist das Ergebnis in der Tat: Trotz einer steigenden Zahl von Kurgästen (9704 und damit 1082 mehr als 2009) ging der Umsatz 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 2 Millionen auf 9,6 Million Euro zurück (minus 17,4 Prozent). Allein 1,8 Millionen Euro sind darauf zurückzuführen, dass zum 30. Juni 2009 der Erbbaurechtsvertrag des Kurparkhotels Bad Dürkheim auslief.

    Während der Erlös aus dem Kur- und Badebetrieb dank höherer Einnahmen in dem Bereich „Medical Wellness“ und Kurtaxe um 76 000 Euro (5,2 Prozent) auf 1,54 Millionen Euro stieg, schrumpften die Erlöse der Seniorenresidenz Villa Sibilla, eigentlich das „Flaggschiff“ der Kur AG, um 172 000 Euro (3,4 Prozent) auf 4,91 Millionen Euro. Auch bei den sonstigen Erlösen – Mieten, Pachten, Lizenzen, zusammen rund 3,11 Millionen Euro – ergibt sich unterm Strich ein dickes Minus von 146 000 Euro (4,5 Prozent), obwohl das Steigenberger Hotel, in das die Kur AG kräftig investiert (die RZ berichtete), mit höheren Pachteinnahmen zum Ergebnis beitrug.  Die Spielbankabgabe sank um 125 000 Euro auf 943 000 Euro.

    Insbesondere das Geschäft mit Dampf, den die Aktiengesellschaft in einem eigenen Kesselhaus erzeugt und über ein zwei Kilometer langes Rohrsystem an diverse Abnehmer liefert, lief vergleichsweise schlecht, da mit der Klinik Tönis-stein ein großer Abnehmer entfiel. Ohnehin plant die Kur AG, sich von der überholten Technik zu verabschieden. Zurzeit verhandelt das Unternehmen mit den Ahrtal-Werken, die ein Fernwärmenetz mit einem modernen Blockheizkraftwerk planen. Tappe hofft, bei den Energiekosten künftig eine sechsstellige Summe einsparen zu können.

    Besonders bemerkbar machen dürfte sich der Einspar-Effekt bei den Ahr-Thermen, die das Sorgenkind der Kur AG bleiben. 2010 schrieb die 100-prozentige Tochter der Aktiengesellschaft Bad Neuenahr 247 000 Euro „Miese“, der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahr um 7,1 Prozent auf 3,07 Millionen Euro zurück. Ziemlich mau war auch der Beginn des laufenden Jahres: Der Sommer kam aus Sicht der Ahr-Thermen zu früh, und auch sonst lag der Umsatz in den ersten vier Monaten um 3,2 Prozent unter dem des Vorjahreszeitraums.

    Zahlen wie diese waren es, die den Unmut einiger Aktionäre hervorrief. „Entsetzt“ zeigte sich der Eine, ein Anderer sprach gar von „Untreue“, von einer „Zeitbombe, die tickt“, ein Dritter. Zweifel an der mittelfristigen Liquidität wurden laut, Befürchtungen, dass in zwei Jahren die Reserven aufgebraucht sein könnten. Tappe wies alle Vorwürfe zurück: Er sei angetreten, „das Pulver trocken zu halten“. Die stillen Reserven seien ausreichend.

    Auf zwei Geschäftsfeldern will die Kur AG in Zukunft punkten: „Mental Wellness“ und Betriebliches Gesundheitsmanagement. Für Letzteres gebe es schon jetzt Anfragen aus den Betrieben, berichtete Tappe. Mental Wellness bezeichnet Strategien, wie psycho-mentalen Problemen begegnet werden kann, bevor sie sich zur psychischen Erkrankung auswachsen. Hier hat die Aktiengesellschaft erste buchbare Angebote entwickelt. Das Programm ist Teil des gemeinsam von der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler und der Kur AG entwickelten Bäder-Projektes „Fließende Energien“.

    Große Hoffnungen setzt der Kurdirektor in seine vier „Leuchtturmprojekte“, neben der Neuausrichtung bei der Energieversorgung die Modernisierung des Steigenberger Hotels, die Bebauung der Westseite der Kurgartenstraße sowie den möglichen Neubau des städtischen Sport- und Familienbades als Erweiterung der Ahr-Thermen (die RZ berichtete): „Sie werden das Erscheinungsbild und das Image der Aktiengesellschaft Bad Neuenahr nachhaltig verändern“, zeigte sich Tappe überzeugt.

    Bad Neuenahr-Ahrweiler
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter Bad Neuenahr-Ahrweiler
    Dienstag

    13°C - 25°C
    Mittwoch

    14°C - 28°C
    Donnerstag

    15°C - 25°C
    Freitag

    15°C - 24°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach