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  • Hesse baut Altenahr in Miniaturform nach

    Altenahr/Darmstadt - Das malerische Altenahr um 1959 als komplettes Modell von der Seilbahn bis zum Tunnel: Das erstellt ein begeisterter Eisenbahnfreund aus Hessen. Bereits seit vier Jahren feilt der 33-jährige Darmstädter Steffen Baensch an seiner Miniaturlandschaft im Format 1:87. Dabei legt der Historiker und Pädagoge großen Wert auf Authentizität und ist mit jeder Menge Detailverliebtheit in seiner umgebauten Schreinerwerkstatt zugange.

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    Verliebt in Altenahrer Details: Der Darmstädter Steffen Baensch baut die Gemeinde nach, wie sie 1959 aussah. Bis sein Miniaturmodell (13 Meter lang und bis zu drei Meter breit) fertig ist, kann es noch einige Jahre dauern, sagt der 33-Jährige.
    Verliebt in Altenahrer Details: Der Darmstädter Steffen Baensch baut die Gemeinde nach, wie sie 1959 aussah. Bis sein Miniaturmodell (13 Meter lang und bis zu drei Meter breit) fertig ist, kann es noch einige Jahre dauern, sagt der 33-Jährige.
    Foto: Judith Schumacher

    Grundlage sind zahlreiche Fotografien und Postkarten, die er bei seinen regelmäßigen Besuchen von Einheimischen zur Verfügung gestellt bekam sowie ein Schmalspurfilm, den Chronist und Ex-Kreisarchivar Ignaz Görtz Anfang der 1960er-Jahre aus einem offenen Auto heraus gedreht hatte. "Es fehlen mir aber noch zig Ansichten von Häuserzeilen, Straßenzügen und bewegtem Leben in Altenahr", sagt der Modellbauer. "Von manchen touristisch beliebten Ansichten wie etwa von Aussichtsplattformen, von der Burg aus, auf die Burg Are und die Seilbahn habe ich zig Versionen." Aber er sei nach wie vor dringend auf der Suche nach alltäglichen Bildern, die Details des Wohnortes und auch des Ausflugsziels aus der Sicht des Touristen zeigen.

    Oft würden Altenahrer bei der Durchsicht ihrer alten Fotografien die vermeintlich eher unspektakulären Motive aussortieren. Für Baensch gilt jedoch: Je langweiliger desto besser. Er braucht jedes Bild, das er bekommen kann, um Details wie Schilder und Farben nachbauen zu können. So hat der Darmstädter etwa bei der Erstellung des Bahnhofes vergeblich nach einer frontalen Vorder- und Rückansicht gesucht. Bilder, auf denen die Innenansicht der Bahnsteighalle zu sehen sind, seien einfach nicht aufzutreiben.

    "Ich habe tausendfach herumprobiert und so lange an dem Gebäude gefeilt, bis es stimmig war", sagt Baensch. "Der Bahnhof ist nur eines von bislang 20 Häusern, die ganz oder zumindest nahezu fertig gestellt sind."

    Gerade arbeitet der Darmstädter mit großem Aufwand an der Kirche Maria Verkündigung. Alle Gebäude, die Ahr, Vegetation, die Dampflokomotiven und sämtliche Details fertigt Steffen Baensch selbst an. "Das hat nichts mit Märklin zu tun - ich gehöre nicht zu den sogenannten Schachtelbahnern, die Fertigteile aus der Schachtel nehmen und sie auf eine pseudoreale Fantasielandschaft setzen", betont der Hesse. Teile seiner akribisch hergestellten Miniaturen hatte er schon beim Tag der offenen Tür seines Vereins der Eisenbahnfreunde Biblis gezeigt.

    In Altenahr hat er nur einmal beim Maibaumaufstellen eine kleine Kostprobe präsentiert. "Das ganze Modell ist so etwas wie eine Lebensaufgabe. Ich werde noch einige Jahre daran zu tun haben", ist sich Baensch sicher. Die gesamte Anlage entsteht auf einem 13 Meter langen Holzunterbau mit einer Breite von bis zu drei Metern. Die schroffen Felsen und die Ahrschleife auf der einen Seite lässt Baensch jedoch außen vor. Er konzentriert sich auf den Ort und den Bahnhof mit den Gleisanlagen. Auf der Holzkonstruktion wird mit Hartschaum die Grundform der Landschaft wieder gegeben. "Ich nehme auch das Gelände ernst - alle Einzelheiten werden akkurat wieder gegeben", betont der kreative Tüftler.

    Als Grundlage dient ihm eine Katasterkarte aus der Nachkriegszeit, die er genauestens skaliert auf dem Modell übertragen hat, auf der das Altenahr von 1959 wieder aufleben soll. Die Begeisterung für sein Hobby wurde ihm sozusagen von seinem Vater vererbt. "Heutzutage ist es eher ungewöhnlich, dass sich junge Leute mit Modelleisenbahnen beschäftigen. Es ist leider ein sterbendes Feld der Freizeitbeschäftigung", bedauert Baensch. Am 25. und 26. Februar kommt der Modellbauer mit seiner Ehefrau erneut nach Altenahr. 

    Von unserer Mitarbeiterin Judith Schumacher

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