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  • Zutritt zum Narrenkäfig nur noch ab 16: Meinungen sind gespalten

    Bad Kreuznach. Künftig will der Veranstalter des Narrenkäfigs auf dem Kornmarkt, der Verein Kreiznacher Narrefahrt, nur dann noch Einlass zum Spektakel an Altweiberdonnerstag gewähren, wenn die Feiergäste älter als 16 Jahre sind. Diese Idee stößt nicht überall auf bedingungslose Gegenliebe.

    Wer den Einlasskontrolleuren am Kreuznacher Narrenkäfig zu jung erscheint, muss künftig seinen Ausweis vorzeigen. Denn ab diesem Jahr gilt dort: Einlass erst ab einem Mindestalter von 16 Jahren. So wollen die Veranstalter Alkoholmissbrauch durch Kinder und Jugendliche vorbeugen. Archivfoto: Stephan Brust
    Wer den Einlasskontrolleuren am Kreuznacher Narrenkäfig zu jung erscheint, muss künftig seinen Ausweis vorzeigen. Denn ab diesem Jahr gilt dort: Einlass erst ab einem Mindestalter von 16 Jahren. So wollen die Veranstalter Alkoholmissbrauch durch Kinder und Jugendliche vorbeugen. Archiv
    Foto: Stephan Brust

    Von unserem Redakteur Dominic Schreiner

    Bad Kreuznach. Mit dieser Neuerung für den Narrenkäfig dürfte sich der Veranstalter gerade beim jüngeren karnevalistischen Nachwuchs nicht nur Freunde gemacht haben. Denn wenn sich an Altweiberdonnerstag die Tore am Kornmarkt öffnen, heißt es: Einlass nur noch ab 16 Jahren.

    "Das muss sich sicher bei einigen jetzt erst setzen", zeigt Cornelia Christmann-Faller, Erste Vorsitzende des Vereins Kreiznacher Narrefahrt - also des Machers des Spektakels, das mit gut 10 000 Besuchern zu den größten närrischen Veranstaltungen in der Region zählt - Verständnis. "Aber wir müssen irgendwann damit anfangen", ergänzt sie. Denn ihrem Verein geht es darum, die Sicherheit der jungen Besucher auf dem Kornmarkt zu erhöhen - auch wenn das dann vielleicht gegen den Willen der unmittelbar Betroffenen geschieht.

    Mit der Einlassbeschränkung orientieren sich Christmann-Faller und ihre Mitstreiter am Jugendschutzgesetz: In diesem ist geregelt, dass Jugendliche Alkohol wie Wein und Bier erst ab einem Alter von 16 Jahren in der Öffentlichkeit konsumieren dürfen, Hochprozentiges gibt es gar erst ab der Volljährigkeit. Normalerweise. Doch nicht immer halten sich alle an diese gesetzlichen Regelungen.

    Verhindern lässt sich der Alkoholmissbrauch kaum

    "Wir wurden immer wieder dafür angegriffen, dass im Narrenkäfig Alkohol an Kinder rausgegeben werde", erläutert Christmann-Faller. Dabei sind die Standbetreiber auf dem eingezäunten Gelände am Kornmarkt schon seit vielen Jahren dazu angehalten, das Alter ihrer Kunden zu kontrollieren - wodurch sich allerdings nicht verhindern lässt, dass einer, der 16 oder 18 Jahre und älter ist, legal Alkohol kauft, um ihn dann an U 16-Jugendliche weiterzureichen.

    "Wir konnten aber in den vergangenen Jahren so gut wie keine dieser Verstöße feststellen", wundert sich Jörg Keil. Keil ist Leiter des Vollzugsdiensts beim Ordnungsamt der Stadt Bad Kreuznach und seit vielen Jahren bei den Kontrollen im und um den Narrenkäfig im Einsatz. Die Einsatzstatistik seines Amts aus den vergangenen Jahren weise auch keinen Anstieg von Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen aus. Gerade beim Narrenkäfig 2015 habe sich die Lage als ziemlich entspannt dargestellt. Insofern ist Keil auch etwas vom plötzlichen Vorstoß des Veranstalters, der, das bestätigt auch Christmann-Faller, im Vorfeld nicht mit dem Ordnungsamt abgestimmt worden sei, überrascht.

    Jugendamt begrüßt Vorstoß der Veranstalter

    Von anderen Stellen erfährt die Neuregelung indes ein positives Echo. "Wir begrüßen das sehr", sagt Sabine Raab-Zell, Leiterin des städtischen Jugendamts und für die Jugendschutzkontrollen beim Narrenkäfig verantwortlich. "Wenn wir Jugendschutz ernst nehmen wollen, müssen wir Farbe bekennen. Auch wenn das manchem nicht gefällt", sagt sie. "Die Regelung macht auf jeden Fall Sinn", bestätigt sie Arndt Hebel, Leiter der Ermittlungsführung bei der Kreuznacher Polizei. Doch Hebel bestätigt auch den Eindruck seines Kollegen vom Ordnungsamt: "Die Fälle von betrunkenen Kindern und Jugendlichen sind in den vergangenen Jahren zurückgegangen."

    Auf der Facebook-Seite des "Oeffentlichen" entwickelte sich in kurzer Zeit eine ausführliche Diskussion. Viele Kommentatoren plädierten gar dafür, das Mindestalter für den Narrenkäfig auf 18 Jahre hochzusetzen. "16 ist ja schon mal ein Anfang, und eine Ausweiskontrolle ist super", schreibt die Kreuznacherin Anita Illy. "18 wäre sinnvoll. Mit 16 haben die Kids da meines Erachtens nichts zu suchen", schreibt hingegen Anne-Marie Oestreich aus Frei-Laubersheim.

    Wie findet ihr das? In den Narrenkäfig erst ab 16 Jahren. ^cam (mit Abo frei)

    Posted by Oeffentlicher Anzeiger Bad Kreuznach on Montag, 4. Januar 2016

    Also eine noch strengere Regelung für das Mitfeiern am Kornmarkt im kommenden Jahr? Tatsächlich habe es diese Überlegung seitens der Veranstalter gegeben: "Das würde alles sicher noch ein wenig mehr vereinfachen", erläutert Cornelia Christmann-Faller, "aber auch ich hätte mir mit 17 nicht sagen lassen wollen: ,Du darfst zwar Wein trinken, aber nicht in den Narrenkäfig rein'."

    [UPDATE] Zahl der Straftaten im Narrenkäfig steigt am Abend - Schüsse mit Schreckschusswaffe aus AutoNarrenkäfig am Kreuznacher Kornmarkt: 10.000 Besucher feiern im Regen Ein Käfig voller Narren - Fastnachter trotzen dem Regen auf dem KornmarktBunt, fröhlich, ausgelassen: Der Narrenkäfig 2016 in BildernParty im Käfig: Narren feiern auf dem Kornmarktweitere Links
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    Kolumnen von

    Gerhard Engbarth

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