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    Windräder auf Zollstock zwischen Sobernheim und Waldböckelheim? VG-Rat Rüdesheim bleibt auf Gegenkurs

    VG Rüdesheim. Er will keine Windkraft und muss sich dennoch dafür wappnen, weil ein Nachbar sie forciert: Der VG-Rat Rüdesheim beschloss, dass er nichts beschließen wird. Vorerst, um seinen Einfluss zu wahren.

    Foto: Andreas Walz

    Von unserem Redakteur Stefan Munzlinger

    Das erscheint rätselhaft, doch die Fakten gebieten einen solchen Kurs in einer Verbandsgemeinde um Bürgermeister Markus Lüttger (CDU), die mit satter Finanzlage gesegnet ist und sich schon seit Jahren gegen eine „Verspargelung der Landschaft“ zur Wehr setzt.

    Während andere Kommunen, etwa die Stadt Bad Sobernheim, nach den Pachteinnahmen aus der Windkraft zum Ausgleich ihrer defizitären Haushalte gieren, ist die VG Rüdesheim um eine Sichtschadensbegrenzung für ihre Gemeinden bemüht. Der Hintergrund: Eine Landesvorgabe besagt, dass eine Kommune bis zu 2 Prozent ihres Gebietes für die Windkraft zur Verfügung stellen soll. Wer das nicht aus freien Stücken tut, muss damit leben, dass das Gesetz der „Privilegierten Bauvorhaben“ gilt. Will sagen: Er ist nicht mehr Herr im eigenen Haus und muss hinnehmen, wenn an allen möglichen Stellen, die dafür per Untersuchung tauglich erscheinen, Windräder gebaut werden können – von Investoren und Landeigentümern (Landwirte oder andere Privatleute).

    Um diese Privilegierung auszuschalten, kann eine Verbandsgemeinde, und dazu neigt die VG Rüdesheim, ein Sonderbaugebiet ausweisen. In diesem Falle könnten das der Sponheimer Gauchsberg mit 153,5 Hektar oder der Waldböckelheimer Gemarkungsteil Zollstock (112,3 Hektar) sein. Beide Standorte ergeben sich aus einer Windstudie, die Diplom-Ingenieur Walter Ruppert vom Kaiserslauterer Büro Bachtler gestern Abend im VG-Rat vorstellte. Er hat das gesamte Gebiet der VG auf weiche, also von der VG selbst formulierte Faktoren und auf die gesetzlichen, harten Kriterien für oder gegen Windkraft hin untersucht – am Ende blieben diese beiden Zonen übrig. Nun reicht der Zollstock bis auf die Gemarkung der Stadt Bad Sobernheim; und die könnte dort eines Tages etwa fünf Windräder realisieren wollen.

    Dass am Ende das Waldböckelheimer Gelände für Windräder genutzt werden könnte, dafür lieferte der St. Kathariner Ortsbürgermeister Manuel Schneider die „logistischen“ Argumente. Der Windradbau auf dem Sponheimer Gauchsberg gehe nur unter erheblichen Abholzens des dortigen Waldes. Die Zuwegung könne nur über Allenfeld führen – viel zu aufwendig für Investoren. So gesehen spreche, wenn überhaupt, alles für Waldböckelheim. Was wiederum der Bockenauer Ortsbürgermeister Jürgen Klotz und sein teils anwesender Gemeinderat ungern hörten. Denn Bockenau hat zwar die Nachteile aus Sicht und Schall, aber keinerlei finanziellen Windradertrag. Weil das kleine Gemarkungsstück, das dem Dorf am Zollstock gehört, hängig und daher für Windräder völlig ungeeignet ist.

    Franz-Josef Jost (CDU), Ortsbürgermeister von Wallhausen und Forstexperte im Ruhestand, kritisierte die rot-grüne Landespolitik. Vertreter jener Grünen, die sich einst an Bäume gekettet hätten, um sie zu retten, befürworteten heute deren Fällung, um Platz für die Rotoren zu schaffen. Er kenne den Gauchsberg genau. Beim Orkan Wiebke 1990 seien etliche Bäume gefallen und durch Buchenbestände und Laubgehölz ersetzt worden. Diese jungen Bestände jetzt für Windräder zu opfern, sei eine „Sünde“, wetterte Jost. Eine noch größere Sünde sei, die Windräder dort zu bauen, wo man sie vom Heimberg-Turm, einer Touristenattraktion bei Waldböckelheim, sehen könne, rief Reinhard Fuchs (FWG, Roxheim) in die Runde.

    Beschluss des VG-Rates bei Enthaltungen der Bockenauer Egon Mecking (CDU) und Volker Schöffling (SPD): Die VG Rüdesheim wird sich erst nach Offenlage des Bad Sobernheimer VG-Flächennutzungsplans äußern. Damit folgte der VG-Rat dem Vorschlag von Bürgermeister Lüttger, der die Sitzung nach Ausfall der Saalmikrofone mitten im Rat stehend moderierte. Ein weiterer Bericht über die Windkraftthematik folgt.

    Weitere Information des Bürgermeisters: Ende April wird mit Landrat Franz-Josef Diel über die Zukunft des Schulstandortes Waldböckelheim gesprochen. Am 13. Mai tagen die VG-Bürgermeister Lüttger, Peter Frey (Bad Kreuznach) und Gerd Rocker (Wöllstein) im Innenministerium. Thema ist die Kommunal- und Gebietsreform.

    Bad Kreuznach
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