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  • Was man für Umgang und Kommunikation mit Demenz-Erkrankten wissen muss

    Kreis Bad Kreuznach. Vier weitere Seminare in Umgang und Komminikation mit Demenz-Erkrankten werden im April in der Kreisverwaltung angeboten.

    Weiter geht's mit den Demenz-Seminaren: Nach 2014 und 2015 wird es auch 2016 solche Fortbildungen in der Kreisverwaltung geben. Unser Bild zeigt von links: Christa Herzog vom Sobernheimer Pflegestützpunkt mit Schwerpunkt Demenz, Liane Jung vom Infobüro Demenz der Franziskaner-Brüder (Marienwörth), „Netzwerk Demenz“-Vorsitzender und Pfarrer Baldur Stiehl, Marion Eckart (stellvertretende Leiterin) und Michael Knopp (Sachbearbeiter, rechts) des Kreissozialamtes und Referentin Elke Prämaßing.
    Weiter geht's mit den Demenz-Seminaren: Nach 2014 und 2015 wird es auch 2016 solche Fortbildungen in der Kreisverwaltung geben. Unser Bild zeigt von links: Christa Herzog vom Sobernheimer Pflegestützpunkt mit Schwerpunkt Demenz, Liane Jung vom Infobüro Demenz der Franziskaner-Brüder (Marienwörth), „Netzwerk Demenz“-Vorsitzender und Pfarrer Baldur Stiehl, Marion Eckart (stellvertretende Leiterin) und Michael Knopp (Sachbearbeiter, rechts) des Kreissozialamtes und Referentin Elke Prämaßing.

    Von unserem Redakteur
    Stefan Munzlinger

    Vor zwei Tagen hat Landrat Franz-Josef Diel einen Menschen mit Demenz getroffen – und dabei erfahren, „wie er in sich zusammenfällt“. Eine Begegnung, die schon beinahe alltäglich ist und jedem von uns widerfahren kann. Wie mit Dementen umgehen, wie mit ihnen kommunizieren, was muss man wissen? Fragen, die bei vier weiteren Seminaren im April in der Kreisverwaltung beantwortet werden.

    Diel dankte den engagierten Ehrenamtlichen und bekräftigte im kleinen Sitzungssaal: Bei aller Betroffenheit über diese Erkrankung brauche es im Umgang damit vor allem Professionalität, warb er für die vier Seminare.

    Die Zahl der Demenz-Erkrankten nimmt zu. In Deutschland sind es momentan 1,5 Millionen Betroffene, in Rheinland-Pfalz 80 000 und im Kreis KH (154 000 Einwohner) um die 8000. Höchste Zeit, die Seminarreihe fortzusetzen, die das Netzwerk Demenz, 2003 von ehrenamtlichen Fachleuten wie Betroffenen gegründet und 2008 in einen eingetragenen Verein umgewandelt, seit 2014 anbietet. Netzwerk-Vorsitzender ist seit 2012 Pfarrer Baldur Stiehl (58). Er führte gestern Nachmittag die kurze Präsentationsveranstaltung, bei der es um die Seminare 2016 ging.

    „Menschen mit Demenz sind keine alten Kinder, die man bemitleiden muss“, zitierte er Autorin und WDR-Jounalistin Sabine Bode, die das Buch „Frieden schließen mit Demenz“ verfasst hat und es am Mittwoch, 23. November, ab 19 Uhr in der Bad Kreuznacher Stadtbibliothek vorstellen wird.

    Das Interesse an den Seminaren, an denen alle Interessierten, ob Betroffene, Angehörige oder noch Unbeteilte, teilnehmen können, wächst. 47 ließen sich 2014, dem ersten Jahr schulen, 2015 waren es bereits 63, darunter auch Hörgeräteakustiker, Optiker, Polizisten und Altenpfleger. Allesamt Multiplikatoren in ihren sozialen Umfeldern. „Wir hatten eine wunderbare Mischung“, sagte Petra Prämaßing aus Biebern im Hunsrück, Lehrerin für Gesundheitsfachberufe und Seminarreferentin, die auch 2016 dabei ist.

    Demenz komme früher oder später auf jeden Menschen zu, betonte sie die Notwendigkeit solcher Seminare und nannte Zahlen: Jeder Vierte über 80 Jahre und jeder Dritte über 90 Jahre erkrankt daran. „De mens“ ist Lateinisch und heißt übersetzt „kein Geist“. Unter dem Dachbegriff Demenz sind unter anderem sämtliche Alzheimer-Formen zu finden. Es gehe darum, Menschen mit Demenz die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, sie Neues lernen zu lassen, denn: „Das Herz wird nicht dement.“ Der Mensch sei derselbe, ob mit oder ohne Demenz. Ja, auch jüngere Menschen können an Demenz erkranken, etwa Alkohol- oder Drogenabhängige.

    Die für alle Teilnehmer kostenfreien Fortbildungen im April - das Netzwerk Demenz lebt ausschließlich von Spenden namhafter Sponsoren der Region – böten nach den thematischen Einstiegen auch konkrete Übungsszenarien, um mit Demenz-Erkrankten zu kommunizieren. Das sei wichtig für alle Dienstleister mit älteren Kunden, ob Bankkaufleute oder Friseure, ob Bäcker oder Metzger oder Boutique-Inhaber. Die Reihe ließe sich in alle Berufe hinein fortsetzen.

    Susanne Herbel-Hilgert von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung (Referat Demografischer Wandel) nannte die vier Stichworte, um die es in den 40 regionalen Demenz-Netzwerken und 20 lokalen Demenz-Allianzen in RLP, bundesweit führend, gehe: Toleranz, Unterstützung, Teilhabe und Öffentlichkeit. „Eine tolle Sache, wie Sie das hier seit zwölf Jahren angehen“, zollte sie den Netzwerk-Demenz-Initiatoren und -Mitstreitern in Bad Kreuznach ihre Anerkennung. Teilhabe und Unterstützung: Wer wollte nicht in einer Kommune leben, in der solche Werte an erster Stelle stünden, fragte sie. Es gehe um demenzfreundliche Kommunen, und damit vor allem um „menschenfreundliche“ Städte, VGs und Kreise.

    An diesen vier Tagen werden die kostenfreien Fortbildungen laufen; 15 Anmeldungen liegen bereits vor:

    Dienstag, 5. April: Erstschulung von 9 bis 14 Uhr in der Kreisverwaltung (KV) an der Salinenstraße.

    Samstag, 9. April: Erstschulung von 9 bis 14 Uhr in der Kreisverwaltung.

    Dienstag, 19. April: 9 bis 14 Uhr vertiefende Fortbildung in der KV.

    Samstag, 23 April: 9 bis 14 Uhr vertiefende Fortbildung in der KV.

    Anmeldungen bis 18. März im Informationsbüro Demenz, Mühlenstraße 79, Haus St. Rafael, Bad Kreuznach; 0671/372 13 04; E-Mail: liane.jung@infobuero-demenz.de; Infos im Internet: www.demenz-rlp.de, www.demenzfreundliche-kommune.de

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