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  • Nahversorgung Gute Bäcker und Metzger in erreichbarer Nähe und ihre Produkte sind ein Stück Lebensqualität

    Strukturwandel: Bleibt der Bäcker im Dorf?

    Kreis Bad Kreuznach. In vielen Dörfern sind sie in den zurückliegenden Jahren von der Bildfläche verschwunden: der Bäcker, der Metzger und lange vor ihnen sehr häufig schon das Lebensmittelgeschäft. Die Zahl der Bäcker im Landkreis Bad Kreuznach sank nach Angaben der Handwerkskammer Koblenz von 50 Betrieben im Jahr 2000 auf 36 Bäckerbetriebe 2010. Zum Jahresende 2016 gab es noch 29 Betriebe.

    Bäckerhandwerk hat immer noch Zukunft, meint Alfred Wenz.
    Bäckerhandwerk hat immer noch Zukunft, meint Alfred Wenz.
    Foto: Alfred Wenz

    Den Verbrauchern bieten sich heute zahlreiche Alternativen: an den Backtheken und Backautomaten, die sich allerorten in den Lebensmittelmärkten finden oder bei den Filialbäckereien. Die Zahl der Familienbetriebe wird weiter sinken, davon geht auch Obermeister Alfred Wenz aus, andererseits ist für ihn die Bäckerei im Dorf alles andere als ein Auslaufmodell.

    Er sieht für Bäcker, die auf Qualität setzen, kreativ sind und auf individuelle Wünsche ihrer Kunden eingehen, nach wie vor eine solide Existenzbasis. Nach seinen Erfahrungen ist es nicht nur der Konkurrenzdruck durch Discounter oder die großen Filialisten in den Supermärkten, der den Familienbetrieben Probleme bereitet.

    „Mitunter wird von den Betriebsleitern versäumt, regelmäßig in die Ausstattung und Maschinen zu investieren und die Nachfolge rechtzeitig zu regeln“, nennt Wenz häufige Ursachen für Betriebsaufgaben. Auch wenn keine Kinder da sind, die in die Fußstapfen der Eltern treten wollen, muss das nicht das Aus für alteingesessene Handwerksbetriebe bedeuten.

    Man kann auch versuchen, engagierte Mitarbeiter für die Selbstständigkeit zu begeistern, so Wenz. „Das betrifft Metzgereien genauso wie Bäckereien und mit jedem Betrieb, der geschlossen wird, geht uns ein Stück Lebensqualität verloren“, bedauert Wenz.

    Der gelernte Werkzeugmacher kam durch seine Frau, eine Bäckerstochter, zum Beruf, der für ihn zu einer Passion wurde: „Es gibt nichts Schöneres, als nachts um halb zwei Uhr aufzustehen und zu backen und morgens ist alles fertig, in der ganzen Geschmacksvielfalt.“ Nicht jeder ist bereit, für Handwerksqualität etwas mehr auszugeben, und Wenz ist auch klar, dass manche Familien einfach nur sehen müssen, wie sie über die Runden kommen. Aber für den Obermeister, der sich unter anderem im Expertenrat für Brot und feine Backwaren engagiert, sind die Themen Qualität und Regionalität untrennbar miteinander verknüpft.

    Schon Ende der 1990er Jahre stieß er die Initiative „E gudd Stick“ mit an. Früh beteiligte er sich am SooNahe-Netzwerk. Das Mehl, das er verwendet, kommt ausschließlich aus einer Mühle in der Region, die von den heimischen Landwirten mit Getreide beliefert wird. Der Erfolg gibt ihm recht, neben dem Verkauf in seiner Bäckerei in Bundenbach fährt Wenz 28 Dörfer im Umkreis an. Eine weitere Stärke der Familienbetriebe sieht Wenz in der fachlichen Kompetenz, angefangen beim Feintuning des Sauerteigs, beim Brot für Allergiker bis zur Torte nach individuellen Kundenwünschen.

    Handwerk oder Fabrik: Wohin geht die Reise der Bäcker?

    Die einen schwören auf den Buttergeschmack des Streusels beim Bäckermeister ihres Vertrauens, die anderen nutzen die mittlerweile beeindruckende Vielfalt im Backautomaten des Discounters oder unternehmen einen Sonntagsausflug in die Großbäckereifiliale. Welchen Anteil haben Tiefkühl- und Fertigbackwaren? Welcher Bäcker setzt noch auf altbewährte Hausrezepte?

    In loser Folge wollen wir in den kommenden Wochen die unterschiedlichen Betriebsformen und die damit verbundenen Produktionsweisen vorstellen. Natürlich interessiert uns auch, wie Sie es mit dem Broteinkauf und den frischen Brötchen halten.

    Schreiben Sie an bad-kreuznach@rhein-zeitung.net

    Von unserer Reporterin Christine Jäckel

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    Bettina Tollkamp

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