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    Bad SobernheimSobernheimer Fußballern vergeht das Jubeln

    Der letzte Jubel ist schon lange her: Timo Erbach war es, der am 14. Dezember 2008 im Heimspiel gegen den FSV Bretzenheim das 1:0 für den Fußballbezirksligisten und somit das wohl letzte offizielle Tor für das Aktiventeam des SC Bad Sobernheim erzielte. Der Niedergang des mehr als 100 Jahre alten Traditionsvereins zeichnete sich da bereits ab. Der SC zierte das Tabellenende, das Otto-Schaaf-Hallenturnier an Weihnachten wurde wegen Spielermangels abgesagt, nach der Winterpause war endgültig Feierabend. Ende Februar 2009 wurde die Mannschaft offiziell vom Spielbetrieb abgemeldet. Kurz darauf wurde ein Insolvenzverfahren beantragt, das nun – fast zwei Jahre später – eröffnet wurde. Ein Rückblick.

    Der Oeffentliche Anzeiger verlost am Donnerstag fünf Feschriften des SC Bad Sobernheim, die 2003 anlässlich des 100-jährigen Bestehens herausgebracht wurden.
    Der Oeffentliche Anzeiger verlost am Donnerstag fünf Feschriften des SC Bad Sobernheim, die 2003 anlässlich des 100-jährigen Bestehens herausgebracht wurden.
    Foto: Andreas Nitsch

    Bad Sobernheim. Der letzte Jubel ist schon lange her: Timo Erbach war es, der am 14. Dezember 2008 im Heimspiel gegen den FSV Bretzenheim das 1:0 für den Fußballbezirksligisten und somit das wohl letzte offizielle Tor für das Aktiventeam des SC Bad Sobernheim erzielte. Der Niedergang des mehr als 100 Jahre alten Traditionsvereins zeichnete sich da bereits ab. Der SC zierte das Tabellenende, das Otto-Schaaf-Hallenturnier an Weihnachten wurde wegen Spielermangels abgesagt, nach der Winterpause war endgültig Feierabend. Ende Februar 2009 wurde die Mannschaft offiziell vom Spielbetrieb abgemeldet. Kurz darauf wurde ein Insolvenzverfahren beantragt, das nun – fast zwei Jahre später – eröffnet wurde. Ein Rückblick.

    Der letzte große Erfolg des SC gelang 2004 mit dem Aufstieg in die Landesliga. Spielertrainer Murat Yasar herzt den kürzlich erst im Alter von über 90 Jahren verstorbenen Edelfan Herbert Schaaf.
    Der letzte große Erfolg des SC gelang 2004 mit dem Aufstieg in die Landesliga. Spielertrainer Murat Yasar herzt den kürzlich erst im Alter von über 90 Jahren verstorbenen Edelfan Herbert Schaaf.
    Foto: Andreas Nitsch



    Seit dem Erbach-Treffer ist es ruhig geworden im Staaren – dort, wo einst alles begann. Die Stadt hatte den Verantwortlichen des 1. FC Sobernheim 03, wie der Klub bis zur Fusion mit dem VfL Pferdsfeld-Eckweiler 1993/94 hieß, das im Staaren gelegene Wiesengelände am Schützenhaus zur Verfügung gestellt. Am 11. August 1903 wurde im ersten offiziellen Wettspiel der 1. FC Kreuznach 02 mit einer 6:1-Packung nach Hause geschickt. Es ging stetig aufwärts, Leichtathletik und Handball wurden im FC ebenfalls betrieben. Zwei Weltkriege überstand der Verein, bevor im Oktober 1945 der noch heute unvergessene Otto Schaaf die Präsidentschaft übernahm. Um die noch junge Mannschaft auf Trab zu bringen, wurde der wohl noch bekanntere Verbandstrainer Berno Wischmann öfter engagiert.

    In Meisenheim schafften die Fußballer um Spielertrainer Muraqt Yasar (oben rechts) im Sommer 2004 den Aufstieg in die Landesliga.
    In Meisenheim schafften die Fußballer um Spielertrainer Muraqt Yasar (oben rechts) im Sommer 2004 den Aufstieg in die Landesliga.
    Foto: Andreas Nitsch


    Die Saison 1952/53 spielte der FC 03 in der Amateurliga I – nach Oberliga und Division II die dritthöchste Spielklasse. Doch just zum 50-jährigen Bestehen mussten die Rot-Weißen absteigen. Enttäuschte Mitglieder wollten deshalb gar die Jubiläumsfeierlichkeiten absagen. Doch so weit kam es nicht. Das Spieljahr darauf, 1953/54, wurde zum Erfolgsjahr. Den Mannen um Richard Hinkel, Erwin Steines, Alfons Greiner und Helmut Auweiler gelangen zwei Pokalerfolge, die Meisterschaft und schließlich sogar der Aufstieg. Mehr noch: Hinkel und Co. legten dann in der 1. Amateurliga Südwest sogar einen Durchmarsch hin, scheiterten erst in den Aufstiegsspielen zur Vertragspielerklasse Division II am VfL Trier und St. Ingbert. Noch ließ der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte auf sich warten.

    1960/61 schaffte dieses Team den Sprung in die zweithöchste Spielklasse.In der erfolgreichsten aller FC-Mannschaften standen 1960/61 unter anderem Hermann Greiner (3. von links), Torhüter Ludwig Amberg, Karlheinz Beisiegel (8. von links), Herbert Gräff (5. von rechts) und Alfons Greiner (2. von rechts).
    1960/61 schaffte dieses Team den Sprung in die zweithöchste Spielklasse.In der erfolgreichsten aller FC-Mannschaften standen 1960/61 unter anderem Hermann Greiner (3. von links), Torhüter Ludwig Amberg, Karlheinz Beisiegel (8. von links), Herbert Gräff (5. von rechts) und Alfons Greiner (2. von rechts).

    Zurück zu Otto Schaaf. Er war die Triebfeder für den Umzug vom Staaren ins Rosenbergstadion. Das beinahe jährlich auftretende Nahehochwasser machte den FC-Mitgliedern zusehends zu schaffen. Als das Naheufer an einer Stelle nur noch fünf Meter von der Außenlinie entfernt war, wurde nach einem neuen Standort gesucht. Die offizielle Eröffnung des neuen Platzes samt seiner schmucken 400-Meter-Aschenbahn an der heutigen Staudernheimer Straße fand erst 1963 statt – auch wenn das erste offizielle Spiel auf der neuen Rasenfläche schon 1955 ausgetragen wurde. Oberstein 08 wurde da 2:1 geschlagen.

    Das in sportlicher Hinsicht wohl erfolgreichste Spieljahr des FC war die Saison 1960/61. Im siebten Jahr seiner Zugehörigkeit zur 1. Amateurliga Südwest wurde Sobernheim Erster und war erneut – wie schon 54/55 – für die Aufstiegsspiele zur zweithöchsten deutschen Spielklasse qualifiziert. Die Überraschung gelang, gemeinsam mit dem SV Röchling Völklingen rückte der FC eine Klasse nach oben. Fast alle Spieler wurden unter Vertrag genommen, und so gehörte der 1. FCS 03 erstmals – wenn auch nur für eine Saison – dem bezahlten Fußball an. Die FC-Kicker schielten zudem nach der Deutschen Amateurmeisterschaft. Im Entscheidungsspiel um die Regionalmeisterschaft der Landesverbände Südwest, Saarland und Rheinland hieß der Gegner in Homburg erneut Röchling Völklingen. 3:2 wurde gesiegt.             Andreas Nitsch

     

    Wie es weiter ging und mehr lesen Sie am Donnerstag im Oeffentlichen Anzeiger.



    Sie kennen eine Anekdote, eine nette Geschichte über den FC oder SC? Schreiben Sie uns per Mail an bad-sobernheim@rhein-zeitung.net, per Fax 06752/5671 oder per Post an Oeffentlicher Anzeiger, Steinweg 10, 55606 Kirn. Wir möchten Ihre Erinnerungen gerne veröffentlichen.

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