40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » Oeffentlicher Anzeiger
  • » Sicherheit an Sobernheimer Schulkomplex: Rote Furten bleiben, Zebrastreifen gibt's nicht
  • Aus unserem Archiv

    Bad SobernheimSicherheit an Sobernheimer Schulkomplex: Rote Furten bleiben, Zebrastreifen gibt's nicht

    Wo (noch) kein Kläger, da (noch) kein Richter: Die zwei roten Fußgänger-Überwege am Schulkomplex Münchwiesen bleiben, wo sie sind.

    Timm (links), Lukas und Johannes schlendern über eine der roten Furten am Schulkomplex Münchwiesen. Diese Furten bleiben erhalten.
    Timm (links), Lukas und Johannes schlendern über eine der roten Furten am Schulkomplex Münchwiesen. Diese Furten bleiben erhalten.
    Foto: Stefan Munzlinger

    Täglich laufen Hunderte von Kindern und Jugendlichen drüber, was beweist: Die „Teppiche" werden gebraucht – denn nicht wenige Autofahrer, darunter vor allem Eltern, geben auf ihrem mittäglichen Weg zur Schule richtig Gas. „Die heizen dort wie die gesengten S...", hat auch Erster Stadtbeigeordneter Alois Bruckmeier schon vor Ort im Gespräch mit Schülerlotsen und Polizisten festgestellt. Die beiden rot markierten Flächen schützen den Nachwuchs demnach vor seien eigenen „Chauffeuren".

    Weder der Landesbetrieb Mobilität (LBM) noch das VG-Ordnungsamt noch die Stadt wollen an diesen Rotwegen vor Grund- und Realschule etwas ändern. Danach sah es jedoch nicht von Anfang an aus. Grund: An den zwei Kreiseln Untertor und Monzinger/Eckweiler Straße – es handelt sich um Landesstraßen – wurden die gleichen roten Furten kürzlich weggefräst. Nicht einfach so, sondern nach der Eingabe eines Staudernheimers, der auf eine juristische Grauzone hinwies: Diese roten Furten könnten mit offiziellen Radwegen, die überall im Land in Rot gehalten sind, verwechselt werden. Passiere auf diesen Flächen ein Unfall Radler/Auto, werde sehr rasch die Regressfrage gestellt. Und dann wäre der zuständige LBM, vor allem sein verantwortlicher und persönlich haftender Mitarbeiter, dran.

    Die Argumentation des Staudernheimers wollte/konnte das Land so einfach nicht vom Tisch wischen und wies daraufhin den LBM an, die roten Furten an den beiden Sobernheimer Kreiseln kostengünstig von eigenem Personal abzufräsen und stattdessen gut sichtbare Fußgänger-Piktogramme auf der Straße aufzutragen.

    Am Schulkomplex geht das nicht, denn hier handelt es sich um eine Gemeindestraße. Bleiben die Furten und passiert hier ein Unfall, wäre die Stadt möglicherweise mit einer Regressfrage konfrontiert.

    „Die roten Münchwiesen-Flächen gehen uns nichts an, damit haben wir nichts zu tun", betont Friedbert Lohner vom LBM Bad Kreuznach, „das ist Sache der Stadt." Wenn aber die untere Verkehrsbehörde, also das VG-Ordnungsamt, einschreite und sich der Radler-Regress-Argumentation anschließe, sei das dessen Sache. „Das machen wir nicht", betont Ordnungsamtsleiter Udo Vollmar auf Anfrage, denn hier handele es sich, abgesehen von den mittäglichen Stoßzeiten, nicht um eine Straße mit hohem Verkehrsaufkommen, sondern um eine Trasse mit Nebenstraßencharakter. Er sehe dort keine Verwechselungsgefahr mit einem Radweg, schließt Vollmar eine Fräsaktion aus.

    Die Eltern um Sprecher Ron Budschat werden das gerne hören, denn sie setzen sich seit Monaten für den Verbleib der Furten im Sinne der Sicherheit ihrer Kinder ein. Unterstützt werden sie von Erstem Stadtbeigeordneten Alois Bruckmeier: „Und wenn einer gegen diese Rotflächen klagen sollte, lasse ich es darauf ankommen."

    Friede an den Furten, doch einer anderen Forderung der Eltern wird kein Erfolg beschieden sein: Zebrastreifen wird es an den Kreiseln etwa an der Monzinger Straße und am Untertor nicht geben. Auch das macht Friedbert Lohner vom LBM klar: „Das ist nicht wirklich sinnvoll." An eher schwach befahrenen Straßenstellen mit geringer Fußgängerfrequenz könne es, das zeige die Erfahrung, eher zu Unfällen kommen als an Straßenstücken, die stark befahren und täglich von vielen Fußgängern überquert würden. Das sei in der Gewohnheit der auf geringen Verkehr „konditionierten" Autofahrer begründet; an eher ruhigen Straßenstücken rechneten sie nicht mit querenden Schulkindern und führen auch entsprechend. Würde man hier Zebrastreifen, die Sicherheit suggerierten, anlegen, passierten möglicherweise mehr Unfälle als anderswo. Klingt theoretisch, aber die Praxis scheint das laut Friedbert Lohner zu belegen.

    Die Straßenverkehrsordnung, so Lohners weiterer Hinweis, besage zudem eindeutig: Wer aus einem Kreisel herausfahre, müsse den Fußgängern Vorrang einräumen; auch wer in den Kreisel fahre, sei ihnen gegenüber wartepflichtig.

    Kirn
    Meistgelesene Artikel
    UMFRAGE
    Beim Jahrmarkt: Lieber sicher oder lässig?

    Die Sicherheitsstrategie auf der Bad Kreuznacher Pfingstwiese ist weniger streng als im letzten Jahr. Hunderttausende werden dort zum Jahrmarkt erwartet. Wie finden Sie das?

    Anzeige
    Online regional
    Bettina Tollkamp

    Bettina Tollkamp

    Chefin v. Dienst

     

    E-Mail

    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter
    Sonntag

    11°C - 22°C
    Montag

    12°C - 21°C
    Dienstag

    14°C - 25°C
    Mittwoch

    17°C - 29°C
    Nahe am Ball
    Sebo-Startseite-Regiosport-Nahe-am-Ball
    Jahresrückblick 2016