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    Bad KreuznachSchmutzwasser-Debatte: Heinrich fühlt sich zu Unrecht am Pranger

    Nach wie vor herrscht wegen der Schmutzwasser-Gebührenbescheide in den neun Ortsgemeinden der ehemaligen Verbandsgemeinde Bad Münster Unruhe.

    Walter Kuhn (von links), Rainer Gerlach und Bürgermeister Wolfgang Heinrich besprechen den Fortgang der Kanalsanierung in den Gemeinden der ehemaligen VG BME. Foto: Josef Nürnberg
    Walter Kuhn (von links), Rainer Gerlach und Bürgermeister Wolfgang Heinrich besprechen den Fortgang der Kanalsanierung in den Gemeinden der ehemaligen VG BME.
    Foto: Josef Nürnberg

    Viele Bürger sind sich nicht sicher, ob das Kanalnetz tatsächlich so marode ist, wie Bad Kreuznach behauptet. Zumal auch erst das Hochstätter Kanalnetz mit der Kamera befahren wurde. Doch Bürgermeister Wolfgang Heinrich (CDU) und der Leiter der Abwasserbeseitigungseinrichtung (ABW) der Stadt Bad Kreuznach, Rainer Gerlach (Technik), sowie der für den kaufmännischen Bereich zuständigen Mitarbeiter Walter Kuhn befürchten, dass diese Ergebnisse repräsentativ für das ganze Netz sein könnten, was die drastische Erhöhung unumgänglich macht.

    Darum fühlen sich Heinrich und sein leitendes Personal zu Unrecht an den Pranger gestellt.

    Unklar, wie es wirklich aussieht

    „Wir haben nichts versprochen. Im Gegenteil: Wir haben im Verbandsgemeinderat BME 2014 darauf hingewiesen, dass die Schmutzwassergebühren drastisch nach oben schnellen könnten“, sagt Heinrich. Der Bürgermeister, durchaus als robust bekannt, ärgert sich, dass nun so getan wird, als habe niemand etwas gewusst. Mahnende Stimmen wie von den Ortsbürgermeistern Manfred Kauer (Niederhausen) und Kai Michelmann (Norheim) gab es schon vor Abschluss der Zweckvereinbarung.

    Auch wundert sich Heinrich, dass sein Parteifreund, Rüdesheims Bürgermeister Markus Lüttger, nun aus allen Wolken fällt. „Als Beauftragter der VG Bad Münster am Stein-Ebernburg hätte er von der Zweckvereinbarung wissen müssen; zumal der ehemalige Werkleiter Norbert Welschbach in seinem Vorzimmer saß.“ Am 9. Dezember 2016 erhielt Lüttger vertragsgemäß die Gesamtkalkulation für 2017. Heinrich sagt: „Als Beauftragter war es seine Aufgabe, die Ortsbürgermeister, und damit die Bürger, zu informieren.“ Der Bürgermeister will jedoch keine Schuldzuweisungen machen. Wenn einer garantiert nicht schuld ist, dann Markus Lüttger. „Der hatte mit dem Zustandekommen der Zweckvereinbarung 2014 überhaupt nichts zu tun. Sie war allein Sache des Verbandsgemeinderats BME“, so Heinrich.

    Der Bürgermeister und Kuhn erinnerten daran, dass beide 2014 im Verbandsgemeinderat BME ihre Befürchtungen, die Gebühren könnten drastisch steigen, geäußert hätten. Und zwar, obwohl beiden versichert wurde, das Kanalnetz der Ortsgemeinden sei in Ordnung. „Auch wir hatten unsere Informationen und daher eine Ahnung, was möglicherweise auf uns zukommt“, informierte der Bürgermeister.

    Wie es tatsächlich im Untergrund aussieht, kann niemand sagen. Befahren wurden erst die Hochstätter Kanäle infolge des Hochwassers. Betriebsleiter Gerlach hofft, dass das Kanalnetz in den neun Ortsgemeinden besser in Schuss ist als das wesentlich ältere Netz in Bad Münster-Ebernburg.

    Der Fokus der Bad Kreuznacher ABW lag seit 2014 bis heute zunächst auf den eigentlichen Abwasseranlagen wie den Pumpstationen. Die Anlagen wurden zunächst auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Die Abwasserwirtschaftler sind sich einig, dass das auf Dauer Geld einspart. Bis dato investierte die ABW in diesen Bereich und die Erneuerung einiger Hausanschlüsse rund 600.000 Euro. „Nicht unerheblich für zweieinhalb Jahre“, meint Kuhn. Über allem stehen die Betriebssicherheit und der Umweltaspekt. Heinrich: „In diesem Bereich darf ich nichts auf die lange Bank schieben. Wobei alles, was wir gemacht haben, keine Luxusmaßnahmen, sondern notwendige Dinge waren.“

    Gerlach erinnerte daran, dass allein das Freischneiden der Regenrückhaltebecken 36.000 Euro gekostet hat. „Die waren total zugewachsen und konnten ihren Zweck daher nicht erfüllen“, so der Betriebsleiter. Kritik, dass um die Pumpstation in Norheim ein Zaun gebaut wurde und nun kein Wanderer mehr dort sein Fahrzeug parken kann, wies er zurück. Man müsse die Station mit Lkw anfahren. Wenn dann Fahrzeuge dort parkten, sei das nicht möglich. Nun wird es für die Gebührenkalkulation in den kommenden Jahren verstärkt drauf ankommen, wie das Kanalnetz tatsächlich aussieht.

    Frage nach Alternativen

    Kuhn: „Unsere Zielsetzung war es, dass es nicht teurer würde. Dieses Ziel haben wir nicht erreicht.“ Wobei er deutlich macht, dass die Anhebung nicht dauerhaft sein muss und spätestens in zehn Jahren auf Bad Kreuznacher Niveau angeglichen sein muss.

    Zunächst plant Bad Kreuznach, die Alsenztrasse Hochstätten und Altenbamberg fertigzustellen, danach kommen die anderen Gemeinden dran. Einsparungen könnten sich auch infolge des Umbaus der Kläranlage Ebernburg zur Pumpstation ergeben.

    Als Buhmann will sich Heinrich nicht hinstellen lassen. „Was wäre denn die Alternative für die neun Gemeinden gewesen wäre?“, fragt er und ist überzeugt, dass dann die Kosten „durch die Decke gegangen wären“. „Bitte denken Sie auch daran, dass ich einen Amtseid geleistet habe, der mich verpflichtet, dass ich mich stets zum Wohl der Bad Kreuznacher Bevölkerung einsetzen muss“, erinnert Heinrich. Daher kann er nicht anders, als die neun Ortsgemeinden als eigene, von Bad Kreuznach getrennte Einheiten zu betrachten.

    Von unserem Reporter Josef Nürnberg

     

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