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  • Mordprozess Meddersheim: Weitere Hinweise auf Eifersuchtstat

    Bad Kreuznach. Der wegen Mordes an seiner Ehefrau angeklagte 59-Jährige aus Meddersheim wird möglicherweise doch nur wegen Totschlags verurteilt. Zeugen schildern ihn als extrem eifersüchtig - und seine Frau scheint ihm Grund dazu gegeben zu haben.

    Der 59-jährige Angeklagte wird aus der Untersuchungshaft in den Gerichtssaal gebracht.
    Der 59-jährige Angeklagte wird aus der Untersuchungshaft in den Gerichtssaal gebracht.
    Foto: Dominic Schreiner

    Von unserer Reporterin Christine Jäckel

    Diesen rechtlichen Hinweis gab der Vorsitzende Richter der Schwurgerichtskammer am Landgericht Bad Kreuznach, Dr. Matthias Friedrich, zu Beginn des neunten Verhandlungstags. In der Nacht auf den 18. Dezember vergangenen Jahres war der Mann gegen 1 Uhr bei der Polizei in Kirn erschienen und hatte dort angegeben, seine Frau tot vor dem gemeinsamen Wohnhaus in Meddersheim gefunden zu haben.

    In dem Verfahren vor dem Landgericht hat er sich bisher nicht weiter zu der Tat geäußert. Die Anklage geht davon aus, dass er seine Frau durch Strangulation mit ihrem Schal getötet hat, um die Spuren eines vorangegangenen Gewaltdelikts zu verbergen. Zur Vertuschung soll er den Tatort anschließend so hergerichtet haben, als sei seine Frau überfallen worden. Mit ihrem Hinweis signalisierte die Kammer jetzt allerdings, dass sie diesen Ablauf möglicherweise anders bewerten könnte. 

    Freundin des Opfers: Sie bemühte sich aktiv um Kontakte zu anderen Männern

    Deutlich wurde in mehreren Zeugenaussagen, dass der Angeklagte offenbar extrem eifersüchtig war und Angst hatte, von seiner Frau verlassen zu werden. In der Beziehung, die von einigen Krisen begleitet war, hatte sich nach dem Eindruck einer Freundin des Opfers ein Wandel vollzogen (wir berichteten). Während die Ehefrau früher wohl die Dominanz ihres Mannes hingenommen hatte, bemühte sie sich in letzter Zeit aktiv um Kontakte zu anderen Männern und hatte offenbar vor, aus ihrem Eheleben auszubrechen. Am 25. November soll ihr Ehemann davon erfahren haben, dass sie seit längerem ein Verhältnis mit einem anderen Mann unterhielt.

    Ehemann speicherte Fotos vom Computer seiner Frau - darunter Chats mit Liebhaber

    Wie eine Kommissarin erklärte, die die Mobiltelefone, einen Tablet-PC und das Facebook-Profil des Angeklagten ausgewertet hat, begann der 59-Jährige einen Tag später im Internet nach Ortungssystemen für Handys zu suchen. Der Angeklagte hatte in seinem Mobiltelefon zudem Fotos vom Computer seiner Frau gespeichert, die Chats des Opfers mit ihrem Liebhaber zeigten. Außerdem hatte sich der Angeklagte bei einem Hersteller nach einem Ortungssystem erkundigt. Die Auswertung des Computers des 59-Jährigen ergab, dass er im Internet ab Ende November nach Informationen dazu suchte, wie man Handycodes entsperren und Facebook-Chats wiederherstellen lassen kann. Im Dezember suchte der Angeklagte übers Internet auch nach der Telefonnummer seines Nebenbuhlers.

    Ermittler stellten im Haus blutiges Handtuch sicher

    Außerdem wurde das mutmaßliche Tatwerkzeug - ein blutdurchtränkter Schal des Opfers - in Augenschein genommen. Wie dazu eine Biologin des Landeskriminalamts erläuterte, konnte sie keine männlichen DNA-Spuren an dem Schal feststellen. Mögliche Spuren, die ein Täter bei der Strangulation des Opfers auf dem Schal hinterlassen hat, könnten aus Sicht der Expertin durch den großflächig auf dem Schal verteilten Blutstaub überlagert worden sein. Lediglich einen Hinweischarakter ordnete die Biologin den anderen festgestellten Spuren zu, etwa an der Brille oder an einem Fingernagel des Opfers.

    Das Haus und das Grundstück der Familie in Meddersheim war mit Hunden, die bei Leichen- und bei Blutgeruch anschlagen, nach weiteren Tatspuren untersucht worden. Dabei stellten die Ermittler im Badezimmer des Einfamilienhauses ein Handtuch mit Blutanhaftungen sicher. Die Verhandlung am Landgericht Bad Kreuznach wird am Mittwoch, 19. Oktober um 10 Uhr fortgesetzt.

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    Kolumnen von

    Gerhard Engbarth

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