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    MainzMord im Mafia-Stil: Angeklagter zu lebenslanger Haft verurteilt

    Aus Freundschaft wurde tödlicher Hass: Eine blutige Männerfehde in einer Pizzeria der Winzergemeinde Nierstein hat das Landgericht Mainz am Montag mit einer lebenslangen Haftstrafe geahndet.

    Symbolbild: dpa
    Symbolbild: dpa

    Der 37-jährige Angeklagte sei des Mordes schuldig, weil er die Tat geplant und «die Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers bewusst ausgenutzt» habe, sagte der Vorsitzende Richter Hans Eberhard Lorenz.

    Der Angeklagte gestand, am späten Abend des 29. November 2014 ingesamt 15 Mal auf den 51-jährigen Pizzeria-Wirt geschossen zu haben, machte aber Notwehr geltend. Das Mordurteil nahm er ohne sichtbare Regung auf. Die Verteidigung kündigte umgehend Revision vor dem Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe an.

    Der Richter sagte, das Gericht habe sich bis zur Urteilsverkündung am 23. Verhandlungstag viel Zeit genommen, um die Möglichkeit eines Auftragsmords zu prüfen. Die Art des Verbrechens sei zwar «einer Mafia-Straftat ähnlich gewesen». Schließlich sei das Gericht aber zu der Überzeugung gelangt, dass der Angeklagte die Bluttat allein geplant und ausgeführt habe. Das Gericht folgte damit der Argumentation der Staatsanwaltschaft.

    Die beiden Männer stammten aus demselben Ort in Italien und waren nach ihrem Kennenlernen im Jahr 2013 zunächst gut befreundet, wie der Richter ausführte. Der Angeklagte arbeitete zeitweise im Lokal des Freundes. Die Freundschaft war zu Ende, als er vom Inhaber der Pizzeria 3000 Euro forderte. Von beiden Seiten gab es Morddrohungen. Die drastischste war eine Patrone im Briefkasten des Wirts. «Es war nur eine Frage der Zeit, wer als erster dran ist», zitierte der Richter die Frau des Mordopfers.

    Trotz des schwelenden Konflikts habe der Wirt am Abend der Bluttat aber nicht mit einem Angriff gerechnet, sagte Lorenz. Er schloss sein Lokal, machte die Außenbeleuchtung aus, blieb aber in dem von außen gut einsehbaren Innenraum. Der Täter kam nach Schilderung des Richters in einem Mietwagen an, ging zur Tür und gab 15 Schüsse aus einer halbautomatischen Pistole ab. Der Wirt duckte sich und wollte zu einer Tasche mit einer eigenen Schusswaffe gelangen, wurde dabei aber tödlich getroffen.

    Um das Gericht von Notwehr zu überzeugen, machte der Angeklagte geltend, dass in Italien ein Mordanschlag auf ihn verübt worden sei. Diesen habe es nach Überzeugung des Gerichts nicht gegeben, er hätte auf das Ergebnis des Verfahrens aber auch keinen Einfluss gehabt, sagte Lorenz. Der Angeklagte habe sich nicht in einer ausweglosen Opfersituation befunden, sondern Geld verlangt. «Um das Geld zu kriegen, muss man keinen umbringen», stellte der Richter fest.

    «Wir werden sicherlich Revision einlegen», sagte Verteidiger Roman Schweitzer nach dem Urteil vor Journalisten. Sein Kollege Sven Theobald kritisierte, das Gericht habe mehrere objektive Beweismittel nicht berücksichtigt. An der Urteilsbegründung bestünden erhebliche Zweifel.

    dpa

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