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  • Bad KreuznachMann ersticht Partnerin: Neun Jahre Haft

    Seine Partnerin will ihn verlassen, da nimmt ein Mann ein scharfes Küchenmesser und sticht mindestens zehnmal auf sie ein: Für diese Tat muss ein 50-Jähriger aus Winterbach (Kreis Bad Kreuznach) neun Jahre in Haft. Vier der Messerstiche waren tödlich. Die 44-Jährige verblutete auf dem Boden ihrer Küche. Augenzeuge des furchtbaren Geschehens war vermutlich der dreijährige, gemeinsame Sohn von Täter und Opfer, der wegen einer Behinderung nicht sprechen kann.

    Weil er seine Lebensgefährtin getötet hat, verurteilte das Landgericht Bad Kreuznach einen 50-Jährigen zu neun Jahren Freiheitsstrafe.  Foto: Jäckel
    Weil er seine Lebensgefährtin getötet hat, verurteilte das Landgericht Bad Kreuznach einen 50-Jährigen zu neun Jahren Freiheitsstrafe.
    Foto: Jäckel

    Das Schwurgericht unter dem Vorsitzenden Richter Dr. Matthias Friedrich entsprach mit seinem Urteil dem Antrag von Pflichtverteidiger Christian Wieland. Einen besonders schweren Fall des Totschlags, wie ihn die Staatsanwaltschaft gegeben sah, die eine lebenslängliche Strafe beantragt hatte, sah das Gericht nicht.

    „Aus Sicht des Gerichts bestand auch keine Nähe zu den Mordmerkmalen“, betonte Richter Friedrich. Weder spielte Habgier eine Rolle, da das Paar nicht verheiratet war, noch Grausamkeit. Für die Kammer steht andererseits auch fest, dass der 50-Jährige, der mit dem Opfer gemeinsam eine Hundezucht betrieb, „mit hoher Gewalt tötete“ und dabei mit „einer gewissen Brutalität“ vorging.

    Nicht nur der Dreijährige hat seine Mutter verloren. Auch sein älterer Halbbruder leidet sehr unter dem Verlust. Er lebte bei seiner Mutter im Winterbacher Ortsteil Kreershäuschen, war aber an dem Wochenende, als sich die Tat ereignete, bei seinem Vater.

    Beziehung begann hoffnungsfroh

    In der Urteilsbegründung zeichnete Richter Friedrich den Verlauf der Beziehung nach, die sehr hoffnungsfroh für beide Partner begonnen hatte. Die 44-Jährige hatte sich von ihrem Ehemann getrennt und lernte 2007 über das Internet den 50-jährigen gelernten Kaufmann für internationalen Holzhandel kennen. Beide hatten gemeinsame Interessen wie die Jagd und die Hundezucht. Der 50-Jährige hatte zu diesem Zeitpunkt bereits ein erstes wirtschaftliches Desaster hinter sich und war schon seit Längerem nicht mehr berufstätig.

    Er siedelte offenbar mit wehenden Fahnen von Norddeutschland in den Soonwald um und beteiligte sich an der Hundezucht seiner neuen Freundin. Schon recht früh gab es Konflikte zwischen ihm und dem älteren Sohn der 44-Jährigen, der mehrmals vom neuen Freund der Mutter körperlich attackiert wurde.

    Die anfängliche Euphorie über den Traummann verflog bei dem Opfer nach einigen Jahren. Zum einen, weil sich die Hundezucht nicht zuletzt wegen der Querelen, die der 50-Jährige mit dem Zuchtverband hatte, nicht so erfolgreich entwickelte wie erhofft. Nachdem 2012 der gemeinsame Sohn des Paares geboren worden war, schlug das Verhältnis um.

    Krankheit und Entfremdung

    Die 44-Jährige war durch eine chronische Krankheit bei der Versorgung des Haushaltes, der beiden Kinder und ihrer Pferde und Hunde beeinträchtigt. Sie entzog sich ihrem Partner auch, weil der sie stark vernachlässigte. Es kam häufiger zu verbalen Auseinandersetzungen und Beleidigungen von beiden Seiten. Eine Trennung wollte der 50-Jährige aber nicht akzeptieren, da er wohl einen weiteren sozialen Abstieg und den Verlust des gemeinsamen Kindes befürchtete. Er schreckte auch nicht davor zurück, den Sohn als Druckmittel einzusetzen.

    Im Mai 2016 war das Verhältnis zwischen den Partnern sehr gespannt, weil die 44-Jährige eine neue Bekanntschaft geschlossen hatte und sich endgültig von dem 50-Jährigen trennen wollte. Zu dieser Zeit befürchteten Familienangehörige des Opfers bereits, dass der 50-Jährige ihr etwas antun könnte. Die 44-Jährige hatte dagegen keine Angst vor ihrem ehemaligen Liebhaber, obwohl dieser sie schon einige Male angegriffen hatte. Diese Fehleinschätzung bezahlte sie mit ihrem Leben.

    Staatsanwältin Christine Mossem hatte in ihrem Plädoyer vergangene Woche darauf hingewiesen, dass damit im Kreis Bad Kreuznach in einem kurzen Zeitraum die dritte Frau Opfer von tödlicher Gewalt in einer engen sozialen Beziehung wurde.

    Von unserer Mitarbeiterin Christine Jäckel

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