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    Kreis Bad KreuznachImmer weniger Kinder können schwimmen

    Immer weniger Kinder können schwimmen. Und das hat schlimme Folgen: 37 Kinder sind im vergangenen Jahr in Deutschland ertrunken. Ein Todesfall im Kreis Bad Kreuznach ist Hajo Hartkopf zwar nicht bekannt, doch der Vorsitzende der DLRG-Ortsgruppe Bad Kreuznach weiß von mehreren „Ertrinkungsunfällen“, bei denen Personen reanimiert werden mussten.

    Immer weniger Kinder können schwimmen. Für sie lauern in den Schwimmbädern viele Gefahren. Hajo Hartkopf von der DLRG Bad Kreuznach fordert deshalb, dass alle Kinder im Grundschulalter schwimmen lernen.
    Immer weniger Kinder können schwimmen. Für sie lauern in den Schwimmbädern viele Gefahren. Hajo Hartkopf von der DLRG Bad Kreuznach fordert deshalb, dass alle Kinder im Grundschulalter schwimmen lernen.
    Foto: Josef Nürnberg

    Kreis Bad Kreuznach - Immer weniger Kinder können schwimmen. Und das hat schlimme Folgen: 37 Kinder sind im vergangenen Jahr in Deutschland ertrunken. Ein Todesfall im Kreis Bad Kreuznach ist Hajo Hartkopf zwar nicht bekannt, doch der Vorsitzende der DLRG-Ortsgruppe Bad Kreuznach weiß von mehreren „Ertrinkungsunfällen“, bei denen Personen reanimiert werden mussten.

    Hartkopf von der DLRG plädiert dafür, „dass alle Kinder schon in der Grundschule schwimmen lernen“. Dadurch wird auch die Sicherheit in den Freibädern erhöht. Denn diese sind im Sommer oft beliebte Treffpunkte für Kinder.
    Heike Rehbein bestätigt die Tendenz, dass immer weniger Kinder schwimmen können. Die frühere Sportschwimmerin betreibt in Bad Kreuznach eine private Schwimmschule und hat schon an Grundschulen, unter anderem der Kleistschule und der Grundschule in Winzenheim, Schwimmunterricht gegeben. Dabei hat sie bemerkt, dass fast die Hälfte der Kinder in den dritten und vierten Klassen, schlecht, kaum oder gar nicht schwimmen kann. Zwischen 50 und 60 Prozent der Kinder können am Ende ihrer Grundschulzeit noch nicht schwimmen, schätzt auch Stefan Nerbas, Schwimmlehrer bei der Schwimmschule Flip aus Bad Kreuznach. Als Grund nennt er, dass den Schulen zu wenig Zeit zur Verfügung steht, um den Kindern das Schwimmen beizubringen und wenige Lehrer mit großen Gruppen mit bis zu 30 Schülern im Schwimmbad nicht jedem Einzelnen gerecht werden könnten. Seine Schwimmschule betreut die Schwimmkurse der Grundschulen Frei-Laubersheim und Meisenheim, zudem bietet sie private Kurse im gesamten Kreis an.
    Zum Schwimmen lernen muss man nicht warten bis die Kinder neun oder zehn Jahre alt sind, Grundschulen entsprechende Kurse anbieten oder in den weiterführenden Schulen in den sechsten Klassen Schwimmunterricht Pflicht ist. „Dann sollten die Kinder eigentlich schon schwimmen können“, sagt Heike Rehbein. Mit dem Schwimmen oder zumindest der Gewöhnung aus Wasser kann man nicht früh genug beginnen, findet sie. Neben privaten Schwimmschulen bieten auch Vereine und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft Schwimmkurse an – für Säuglinge, Kleinkinder ab fünf Jahren und Kinder. Mutter-Kind-Schwimmlehrgänge sind ebenfalls geplant, erklärte Hajo Hartkopf. Er weiß: „Der Bedarf an Schwimmkursen für Kinder ist hoch.“
    Heike Rehbein führt die Tatsache, warum Kinder heute nicht oder erst spät schwimmen lernen auch auf eine gesellschaftliche Entwicklung zurück: „Viele Eltern haben keine Zeit mehr, mit ihren Kindern ins Freibad oder Hallenbad zu gehen.“ So wurde früher „spielerisch“ schwimmen gelernt – angefangen vom Planschen und Spielen, um „ein gutes Gefühl im Wasser zu bekommen“. Schwimmen zu können, heißt erst einmal, im Fall eines Falles nicht unterzugehen. Es hat aber noch eine Reihe weiterer positiver Effekte betont sie. Alle Muskeln werden trainiert, es gibt ein „tolles, schwebendes Körpergefühl“.
    Wichtig ist, dass es in den Kommunen auch die Einrichtungen gibt, in denen Kinder schwimmen lernen können. „Ohne das Hallenbad in Bad Kreuznach wäre dies nicht möglich“, sagt Heike Rehbein. Und auch Hartkopf findet die Entwicklung bedenklich, wenn Kommunen aus Kostengründen ihre Bäder schließen müssen oder sie in Spaßbäder umgewandelt werden. „Auf der Wasserrutsche lerne ich das Schwimmen nicht.“
    „Dass immer mehr Hallenbäder heutzutage schließen müssen, macht das Problem nicht besser“, meint auch Nerbas. Auf dem Land sei es sogar noch schlimmer als in der Stadt, da dort noch weniger Bäder für den Schwimmunterricht zur Verfügung stünden. Von regelmäßigen Kursen in Freibädern hält der Schwimmlehrer wenig, denn diese Bäder seien zu sehr abhängig von der Witterung. „Wenn es draußen zu kalt ist, frieren die Kinder. Ist es warm, sind die Becken voll.“
    „Es ist wichtig, dass Kinder schwimmen lernen, und zwar richtig,“ betont Hartkopf. Nur so könne die Zahl der Ertrinkungsunfälle vermindert werden und seien sie später in der Lage, anderen Menschen zu helfen oder sie zu retten.

    Bad Kreuznach
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