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    Frei-LaubersheimGroßübung: Aus brennendem Bus mit Bravour alle herausgeholt

    Auch wenn zwei Tote zum Szenario gehörten, fällt die Bilanz zur Großübung auf der L 428 bei Frei-Laubersheim positiv aus. Am frühen Morgen des Reformationstages ging es darum, Passagiere aus einem Bus und einem damit kollidierten PKW zu retten. Feuerwehren aus allen neun Dörfern der Verbandsgemeinde rückten an, löschten beide Fahrzeuge und holten zügig knapp zwei Dutzend Statisten aus den rauchenden Wracks.

    Die Helfer der Feuerwehr arbeiteten bei der Großübung Hand in Hand.
    Die Helfer der Feuerwehr arbeiteten bei der Großübung Hand in Hand.
    Foto: Günther Bauer

    Frei-Laubersheim - Auch wenn zwei Tote zum Szenario gehörten, fällt die Bilanz zur Großübung auf der L 428 bei Frei-Laubersheim positiv aus. Am frühen Morgen des Reformationstages ging es darum, Passagiere aus einem Bus und einem damit kollidierten PKW zu retten. Feuerwehren aus allen neun Dörfern der Verbandsgemeinde rückten an, löschten beide Fahrzeuge und holten zügig knapp zwei Dutzend Statisten aus den rauchenden Wracks.


    Daumen hoch! Dieter Vogel hatte das Szenario ausgearbeitet und bewertete so hinterher den Ablauf der Übung. Michael Immig ist Rettungsdienstleiter beim Arbeiter- und Samariterbund (ASB) und lobte, wie die insgesamt 83 Wehrleute den auf einer Böschungskante liegenden Bus erst zügig gelöscht und dann gegen umkippen oder abrutschen gesichert hatten. Dabei kamen zahlreiche Hölzer, Druckluft-Hebelkissen und mehrere sogenannte Büffelheber (hydraulische Stützen mit jeweils 10 Tonnen Tragkraft) in den Einsatz. Dazu verband ein starkes Drahtseil die aufragende Hinterachse des Reisebusses mit der Frontwinde eines Einsatzwagens. Das erschwerte jedoch die Rettung der „verunglückten“ Statisten. Denn das Drahtseil war quer über die Fahrbahn gespannt. So mussten sich die eilenden Retter mit den Tragen darunter durchbücken. Auch ohne Flammen wirkte das Szenario erschreckend. Zahlreiche Rauchpatronen hüllten die verunglückten Fahrzeuge in dichten Qualm, gerade als die ersten Feuerwehrautos anrückten. Schnell war die Explosionsgefahr mit zwei Schaumlöschern gebannt.
    Die Statisten im Bus trugen vorsorglich Schutzbrillen. Im PKW galt es bloß, Puppen zu „retten“. Schon nach wenigen Minuten rannte ein junger Feuerwehrmann mit einer Kinderpuppe auf dem Arm zum eilig aufgestellten Betreuungszelt des Rettungsdienstes und rief: „Ist schon tot.“ Dazu lächelte Irina Söntgerath vom ASB und erklärte, eigentlich dürfe nur ein Notarzt den Tod feststellen. Bei solchen Großunglücken kennzeichnen diese Unfallopfer mit Karten. Rot bedeutet für die Rettungsmannschaft: Vitalfunktionen akut bedroht, schnellstmöglich bergen. Dazu gibt es noch gelbe und grüne Karten – und auch schwarze.
    Eine junge Frau spielte ihre Rolle als Unfallopfer besonders gut. Sie rannte panisch umher und schrie nach ihrem Kind. Nach Vogels Szenario war das im Unglücksauto gestorben. Im Ernstfall hätte Immig auch Notfallseelsorger alarmiert. So wurde die Frau etwas abseits in einem Einsatzwagen vom Geschehen abgeschirmt. Immig stellte bei der Manöverkritik bedauernd fest, für solche Großereignisse gebe es im Kreis zu wenige Einsatzwagen, etliche davon seien veraltet. Seine Kollegin Irina Söntgerath weiß, dass auf dem Land Feuerwehren oftmals eher am Unfallort sind als Rettungsdienste. Sie selbst veranstaltet jedes Jahr für die Kameraden der VG Bad Kreuznach einen Erste-Hilfe-Kurs. So konnte sie selbst stolz sein, dass die „Rettung“ so reibungslos ablief. Ein echtes Unglück hätte tragische Folgen haben können. Denn in 40 Minuten während der Übung wollten 17 Fahrer trotz Vollsperrung in die B428 einbiegen. Deren Autos hätten im Ernstfall Rettungsfahrzeuge blockiert. VG-Bürgermeister Peter Frey hatte sie aufgehalten.

    Bad Kreuznach
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