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    Bad SobernheimFreilichtmuseum: Gelungene Saisoneröffnung bei tristem Wetter

    Zwei Attraktionen waren es, die bei mäßigem Wetter am Sonntag die treuesten und besonders interessierte Besucher ins Freilichtmuseum nach Bad Sobernheim gelockt haben. Die einen wollten sehen, wie es in der Gastronomie weitergeht, andere waren gespannt, wie die neue Ausstellung zur Entwicklung der Demokratie im Land Rheinland Pfalz aussehen würde. Wieder andere wollten einfach nur die Gelegenheit nützen, ihre Jahreskarte am ersten Tag zu kaufen.

    Der Stiftungsratsvorsitzende Franz-Josef Diel dankte dem Initiator der Landtagsausstellung Staatssekretär a. D. Udo Reichenbecher dafür, dass er seinen Abgeordnetentisch für die Ausstellung bereitstellte.  Foto: W. Meyer
    Der Stiftungsratsvorsitzende Franz-Josef Diel dankte dem Initiator der Landtagsausstellung Staatssekretär a. D. Udo Reichenbecher dafür, dass er seinen Abgeordnetentisch für die Ausstellung bereitstellte.
    Foto: W. Meyer

    Doch viel schlechter hätte das Wetter zur Eröffnung der Museumssaison kaum sein können. Es regnete zwar kaum, aber ein kalter böiger Wind zog fast andauernd durchs Tal. Dazu war der Himmel von drohenden dunklen Wolken durchzogen. Lediglich am frühen Nachmittag schien die Sonne. Dementsprechend war bis Mittag von der Saisoneröffnung im Gelände so gut wie nichts zu spüren. Die wenigen Gäste suchten die Häuser auf.

    Doch wenn man die Gaststätte im Haus Niederbreisig betrat, schien es, als ob mindestens die Hälfte der Besucher wegen der Eröffnung durch die neue Pächterin Sonja Nitsch gekommen seien. Und der Besuch, so die einhellige Meinung, lohnte sich. Sonja Nitsch punktete zur Eröffnung mit Qualität und Freundlichkeit. Mit ihrer Belegschaft aus Freunden und Verwandten – ihr Mann stand am Zapfhahn – konnte die neue Pächterin einen überzeugenden Einstand feiern. Ein Aufatmen, das auch bei den Verantwortlichen des Museums spürbar war. Lange hatte die Nachfolge für die Pächterinnen Vida und Laura Leister auf der Kippe gestanden. Kaum vorstellbar war ein Freilichtmuseum ohne Gastronomie – das Aushängeschild für viele. So sieht es auch Nitsch. Für Frische und typisch Regionales will sie mit ihrem Team stehen.

    Kein Wunder also, wenn der Besuch des Museums gegen Mittag dann doch zunahm. Viele hatten den Vormittag für die Wahl des neuen Landrats und den Nachmittag für die Freilichtmuseumseröffnung reserviert. Von einer festlichen Eröffnung allerdings war das Programm weit entfernt. Die traditionelle Eröffnungsführung fiel aus. So viel Neues gäbe es ja auch nicht, meinte Museumschefin Sabrina Hirsch. Etwas war jedoch von besonderem Gewicht: die Eröffnung einer Ausstellung, mit der man sich im Museum auf Neuland begeben hat, die Entwicklung der Demokratie im Lande. Ein simpler Tisch steht in ihrem Zentrum. Udo Reichenbecher, Staatssekretär a.D., hat seinen Tisch aus dem Plenarsaal dem Museum zur Verfügung gestellt. An ihm hatte der Abgeordnete bis zum großen Umbau des Landtags gesessen.

    So begann in diesem Jahr im Schul- und Backhaus Neuwied-Heddesdorf die eigentliche Eröffnung des Freilichtmuseums. Genauer gesagt, auf dem Schulhof. „Denn es ist doch ein gutes Zeichen, wenn der Saisonstart des Freilichtmuseums unter freiem Himmel stattfinden kann“, sagte Hirsch. Die Ausstellung ist gemeinsam mit Reichenbecher entstanden und soll lebendige Einblicke in den Alltag eines Landtagsabgeordneten vermitteln. Da ist nicht allein seine Arbeit in Mainz, auch die Originalmöbel seines bescheidenen Wahlkreisbüros sind in einem Nebenraum zu sehen. Rührend sind die Werbestreichhölzer vom Wahlkampf 1991 mit dem Konterfei des damaligen Kandidaten, die den Schreibtisch zieren. Zünden würden sie nach immerhin mehr als einem Viertel Jahrhundert noch tadellos, versicherte Reichenbecher.

    Die Dauerausstellung wird ergänzt und begleitet durch Wechselausstellungen des Landtags. Als Erstes erwartet die Besucher die Präsentation „Orte der Demokratie in Rheinland-Pfalz“. Von der Ausstellung konnte sich auch Hans-Josef Bracht, Vizepräsident des Landtags, überzeugen. Im Gegensatz zum aktuellen Abgeordneten des Wahlkreises, Denis Alt, hat Bracht die alten Plenarsaaltische noch selbst kennengelernt. Daher weiß Bracht auch um die Anordnung der Tische und Sitze, bei der die Regierung noch über dem Parlament angesiedelt gewesen sei. Die heutige runde Form des Plenarsaals sei auch Ausdruck eines neuen Verständnisses von Demokratie, sagte er. Nicht nur an einem Wahltag, so stimmte Bracht mit Landrat Franz-Josef Diel überein, sei es wichtig, sich einzumischen, aber da ganz besonders. „Wir müssen nicht, wir dürfen wählen“, stellte er fest.

    Von unserem Mitarbeiter Wilhelm Meyer

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