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    Kreis Bad KreuznachFerienjobs sind ein Auslaufmodell: Schüler jobben nicht nur in den Ferien

    Ferienjobs sind ein Auslaufmodell. Im Sommer einige Wochen am Stück zu schwitzen und zu schuften, um dann einen Urlaub oder die nächste große Anschaffung zu finanzieren, gehörte für Schüler und Studenten lange zum Jahresrhythmus. Im Kreis Bad Kreuznach gibt es allerdings nur noch wenige Ferienjobber.

    Marius Hermesdorf aus Roxheim arbeitet seit vier Monaten im Cineplex. Der Schüler geht auf die ADS in Hargesheim. Foto: Carsten Zillmann
    Marius Hermesdorf aus Roxheim arbeitet seit vier Monaten im Cineplex. Der Schüler geht auf die ADS in Hargesheim.
    Foto: Carsten Zillmann

    Von unserem Mitarbeiter Carsten Zillmann

    Die Gewohnheiten und Bedürfnisse von Firmen und arbeitssuchenden Jugendlichen haben sich geändert: Die Tendenz geht zum ganzjährigen Nebenjob. Sascha Schmidt, Theaterleiter des Cineplex-Kinos in Bad Kreuznach, bestätigt diesen Eindruck. "Wir haben rund 60 Schüler und Studenten, die regelmäßig bei uns arbeiten", sagt er. Alle arbeiten auf 450-Euro-Basis und übernehmen wichtige Aufgaben im Tagesgeschäft des Kinobetriebs - egal, ob an der Kasse, hinter der Theke oder im Saal.

    Team muss gut eingespielt sein

    Schmidt berichtet fast ausschließlich von guten Erfahrungen. Grundvoraussetzung sei aber eine gewisse Eingespieltheit des Teams. Deshalb hält er auch nichts von Ferienjobs. "Wenn ich jemanden nur drei oder vier Wochen hier habe, ist er praktisch nach dem Einarbeiten weg", sagt er. "Das hilft keinem." Ausnahmen seien Studenten, die in entlegenen Teilen Deutschlands studieren und früher im Kino jobbten. "Sie kommen in ihren Ferien häufig wieder und helfen mit", erzählt Schmidt. "Das kommt einem Ferienjob wohl am nächsten."

    Auch bei der Firma KHS sind es vor allem solche Rückkehrer, die im Sommer mitanpacken. "Weil wir praktisch nur Facharbeiter beschäftigen, gibt es keine Ferienjobs", sagt Betriebsratsvorsitzender Willi Kumm. Allerdings studieren einige ehemalige Mitarbeiter - meist in technischen Studiengängen. Während der vorlesungsfreien Zeit sind sie gern gesehene Gäste an ihrem alten Arbeitsplatz.

    Wie im Falle KHS gibt es auch bei Hevert in Nußbaum kaum Plätze für Hilfskräfte. Der Arzneimittelhersteller produziert in hoch technisierten Abläufen. Hinzu kommen hohe Standards in Sachen Sicherheit und Hygiene. "Es gibt schon sehr viele Auflagen, die man erfüllen muss, um sich überhaupt in den Produktionshallen aufhalten zu dürfen", erklärt Personalmanager Thomas Buss. Deshalb machen kurzfristige Engagements keinen Sinn für das Unternehmen.

    Gleiches gilt für Stellen bei Phoenix in Bad Kreuznach. Der Pharmagroßhändler braucht Studenten und Schüler - allerdings nicht nur während der Ferienzeiten. "Im Bereich Logistik haben wir viele solcher Stellen", sagt Personalreferent Marcel Maile. "Die Mitarbeiter sind aber sehr wichtig und müssen entsprechend eingearbeitet sein. Deshalb beschäftigen wir sie eigentlich das ganze Jahr über." Es gibt allerdings noch Branchen, in denen Hilfskräfte gesucht sind. Diese Jobs sind aber körperlich anstrengend. "Wir können durchaus Ferienjobber gebrauchen", sagt Maren Bott von Bott Bau in Guldental. "Aber es ist harte Arbeit", erklärt sie. "Früher gab es das durchaus häufiger. Mein Bruder ist inzwischen Anwalt und hat in den Ferien immer auf dem Bau gearbeitet." Die körperlichen Anstrengungen seien nicht zu unterschätzen. Aktuell arbeitet bei Bott nur ein Auszubildender in spe mit. "Er freut sich darauf, bei uns anzufangen, und sammelt so schon ein wenig Erfahrung", sagt Bott.

    Harte Arbeit schreckt manche ab

    Auch bei Flachdach Breivogel in Bad Kreuznach bleiben die Anfragen für Ferienjobs aus. "Es bietet sich keiner an", sagt Chefin Kathrin Breivogel. "Viele sind zu bequem dafür geworden."

    Klassische Ferienjobs gibt es wohl bei der Allit AG, bei Meffert und Michelin. Die Personalabteilungen bestätigten das, nannten gegenüber dem Oeffentlichen Anzeiger aber keine Zahlen. Auch die Agentur für Arbeit kann nicht weiterhelfen. "Wir erfassen diese Beschäftigungsverhältnisse nicht", erklärt Pressesprecherin Petra Bürkle. "Die Erfahrung sagt auch, dass sich Jobsuchende in diesem Bereich eher direkt bei den Firmen melden."

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