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    Kreis Bad KreuznachDie Nominierung von Malu Dreyer stößt an der Nahe auf viel Zustimmung

    Trauer über den gesundheitsbedingten Rückzug Kurt Becks als Ministerpräsident, Freude über die Nominierung Malu Dreyers als seine Nachfolgerin: So lässt sich die Lage bei führenden Sozialdemokraten im Kreis Bad Kreuznach zusammenfassen. Bei der Kreis-CDU, allerdings auch bei Teilen der Kreis-Grünen, wird diese Entwicklung jedoch kritischer betrachtet.

    Kreis Bad Kreuznach - Trauer über den gesundheitsbedingten Rückzug Kurt Becks als Ministerpräsident, Freude über die Nominierung Malu Dreyers als seine Nachfolgerin: So lässt sich die Lage bei führenden Sozialdemokraten im Kreis Bad Kreuznach zusammenfassen. Bei der Kreis-CDU, allerdings auch bei Teilen der Kreis-Grünen, wird diese Entwicklung jedoch kritischer betrachtet.

     

    Für SPD-Kreisvorsitzenden Hans-Dirk Nies ist Malu Dreyer eine "brillante Sozialdemokratin und Politikerin aus Überzeugung", die er "mit ganzer Kraft unterstützen" wolle. Kurt Beck habe in seinen 18 Jahren als Ministerpräsident "Rheinland-Pfalz nach vorne gebracht", wenn auch "nicht alles geglückt sei", spielt er auf den Nürburgring an, um dann sofort wieder auf Becks Verdienste auf anderen Politikfeldern zu verweisen.
    Bundestagsabgeordneter Fritz Rudolf Körper nennt die Nominierung Dreyers als neue Ministerpräsidentin und Lewentz' als neuen Parteichef eine "sehr kluge Entscheidung". Er erhofft sich eine Versachlichung der Debattenkultur auf Landesebene, die in der Vergangenheit oftmals durch die CDU vergiftet worden sei. Beck lobt er als instinktsicher, einen der immer wusste, "wo die Leute der Schuh drückt". Auch in Sachen Nürburgring sei Becks Ausgangspunkt gewesen, der "Region helfen" zu wollen.
    Als schmerzhaft empfindet der Bad Kreuznacher Landtagsabgeordnete Carsten Pörksen den Abgang Becks. "Er hat unglaublich viel geleistet." Andererseits sei ihm "das Herz aufgegangen", als er gehört habe, dass Malu Dreyer Ministerpräsidentin werden soll. Kein Wunder: Pörksen war es, der die damalige wissenschaftliche Mitarbeiterin in den 90er-Jahren im Landtagsrestaurant ansprach, ob sie sich nicht vorstellen könne, in Bad Kreuznach für das Bürgermeisteramt bereit zu stehen. Sie konnte. So begann die politische Karriere Dreyers an der Nahe.
    Sein Landtagskollege Peter Wilhelm Dröscher aus Kirn war von der Nominierung Dreyers positiv überrascht, spricht von einer "gut aufgestellten Spitze" in Partei und Regierung und verweist auf die hohe Kompetenz Dreyers, mit der er als Sozialpolitiker schon lange zusammenarbeitet.
    Kurz, aber prägnant kommentiert die Bad Kreuznacher Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer den möglichen Aufstieg Dreyers an die Regierungsspitze: "Ein Traum!" Kurt Beck schätze sie als Ministerpräsidenten wie auch als Menschen. Kirns Bürgermeister Fritz Wagner spricht von einem "guten Team" aus Dreyer und Lewentz und schätzt Dreyer wegen ihrer "Sachlichkeit und Zielstrebigkeit". Beck sei ein "sehr beliebter Landesvater", allerdings, wie alle Spitzenpolitiker, zeitlich überlastet, was sich gesundheitlich niederschlage.
    Ambivalent ist die Stimmungslage bei den Grünen im Kreis. Während Kreisvorsitzender Andreas Pilarski Verständnis für Becks Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen hat und dem scheidenden Ministerpräsidenten insbesondere für die Teilnahme an einer der Anti-Nazi-Demos am Bretzenheimer Mahnmal dankt sowie die Nominierung Dreyers als "positives Zeichen für die Koalition" im Land sieht, ist Kreistags-Fraktionsvorsitzender Ludger Nuphaus kritischer: Der Wechsel sei überfällig. Das "System Beck, so spottet er, habe einiges an Vorteilen gebracht: "Der Nürburgring ist nur die Spitze des Eisbergs." Dreyer ist für ihn zwar kompetent, aber eine "Übergangskandidatin".
    In der CDU des Kreises überwiegen ebenfalls kritische Töne: Für Landrat Franz Josef Diel ändert sich durch Becks Rückzug wenig: "Die Probleme bleiben". Bei der Kommunalreform und dem kommunalen Finanzausgleich müsse sich dringend etwas ändern, der Nürburgring sei weiter ein Problemfall. Das sieht CDU-Kreisvorsitzender Herbert Drumm ebenso. Landtagsabgeordnete Bettina Dickes ist erleichtert, dass Beck "endlich die Verantwortung übernimmt." Dass Dreyer ihm auf den Ministerpräsidentensessel folgen soll, sei wenig überraschend. "Hering und Lewentz waren vorbelastet." Auf Dreyer warte eine neue Herausforderung: "Sie wird jetzt die Landesregierung verteidigen müssen", zuvor sei sie im Kabinett für die "Wohlfühlthemen" verantwortlich gewesen. CDU-Bundestagskandidatin Antje Lezius ist ebenso wie Diel sicher, dass CDU-Landeschefin Julia Klöckner auch einer Ministerpräsidentin Dreyer gegenüber "gut aufgestellt" ist und bei den nächsten Landtagswahlen eine starke Gegenkandidatin sein wird.
    Fast allen Kreispolitikern ist jedoch gemein, dass sie dem gesundheitlich angeschlagenen Beck trotz aller politischen Unterschiede eines wünschen: eine baldige und dauerhafte Genesung.stb/sjs

    Bad Kreuznach
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