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    BingenDie ersten 100 Tage im Vorwärtsgang

    Vor gut drei Monaten erklomm er den Oberbürgermeister-Sessel auf Burg Klopp. Seitdem hat Thomas Feser (CDU) eine Menge angepackt.

    Oberbürgermeister Thomas Feser hat die Amtszeit rasant begonnen.
    Oberbürgermeister Thomas Feser hat die Amtszeit rasant begonnen.
    Foto: fs

    Bingen - Thomas Feser ist seit gut 100 Tagen im Amt als Oberbürgermeister von Bingen. Von wegen Schonfrist - der CDU-Politiker hat einen Blitzstart hingelegt, der so manchen in den eigenen Reihen und unter den Skeptikern überrascht hat.

    Feser ist keiner, der es langsam angehen lässt, um behutsam das Feld zu sondieren und sich die Kräfte für eine lange Strecke einzuteilen. Mit Vollgas und wohl vorbereitet hat er Themen besetzt und Pflöcke eingeschlagen.

    Und wie er es schon zuvor mit seinem erfolgreichen Eintreten gegen das "Bahnpfeifen", das von hessischer Seite ausgehend die Binger nervte, getan hatte, erreichte er auch nach der Wahl die mediale Aufmerksamkeit, die für den 47-Jährigen zum Geschäft gehört und die er aktiv sucht. Jüngstes Beispiel ist das Zusammentrommeln der Bürgermeister von Hertie-Schließungen betroffener Kommunen, die Thomas Feser in Bingen erstmals mit Entscheidungsträgern von Besitzer-, Gläubiger- und Insolvenzverwalterseite an einen Tisch brachte, was in einer "Binger Erklärung gipfelte", die Eindruck hinterließ.

    Dass noch viel Dampf im Kessel ist, will der Christdemokrat mit einer nächsten Aktion beweisen, die er bei seiner 100-Tage-Bilanz verkündete: Die fehlende Rheinquerung bei Bingen brennt ihm auf den Nägeln. Um neuen Schwung in das alte Thema zu bringen, strebt er eine amtliche Bürgerbefragung an - zusammen mit der Bundestagswahl 2013 und im Schulterschluss mit den Städten und Verbandsgemeinden beiderseits des Rheins - wie Rhein-Nahe, Sprendlingen-Gensingen, Gau-Algesheim, Rüdesheim, Eltville und anderen. Die Rheinbrücke hält Thomas Feser für eine wesentliche Voraussetzung zur Entwicklung der Region, ebenso wie den weiteren Ausbau der zentralen Verkehrsadern wie Bundesstraßen und Autobahnen.

    Themen erkennen, die Ärmel hochkrempeln, Verbündete suchen und Tempo machen. Das ist seine Art. Dies erfuhren auch die Bediensteten der Stadtverwaltung und der Stadtwerke sehr rasch, die er mit einer neuen Dezernatsverteilung noch effektiver einsetzen will, indem Synergien genutzt werden. Dazu sieht er den Stadtvorstand gut aufgestellt, vor allem mit seinem "Wunschbürgermeister" und Parteifreund Ulrich Mönch an der Seite. Damit verfügt Bingen über eine seltene Konstellation: OB und Bürgermeister gehören der CDU an. "Das setzt auch landespolitisch Zeichen", sagt Feser.

    Er ist OB aller Binger, macht aber aus seiner christdemokratischen und sozialpolitischen Grundhaltung, die einst maßgeblich von Heiner Geißler geprägt wurde, keinen Hehl. Parteipolitisch kann er streitbar sein, betont im Gespräch, dass er vom Einsatz seines Widersachers im OB-Wahlkampf, Michael Hüttner (SPD), als Landtagsabgeordneter enttäuscht ist.

    "Klare Ansage für Bingen" war einer von seinen Wahlkampf-Slogans. Gleichwohl gelingt nicht alles auf Anhieb. Bei Projekten wie der Sanierung der maroden Rundsporthalle in Büdesheim, dem Bau von Mehrzweckhalle und Feuerwehrgerätehaus in Kempten oder dem Kunstrasenplatz in Bingerbrück müssen Verwaltung und Bürger mehr Geduld aufbringen, als ihnen lieb ist. Von anstehenden "Jahrhundertvorhaben" ganz zu schweigen. Dazu zählt auch die kreuzungsfreie Anbindung des Rhein-Nahe-Ecks an die Stadt, um den Fluch der Trennung durch die Bahnlinie endlich abzulegen. Dieses Thema zählt zu den dicksten Brettern, die in Bingen zu bohren sind. Im Vergleich erscheint die Belebung und Sanierung der Innenstadt, die eines von Fesers Herzensanliegen ist, fast "einfach".

    Im Telegrammstil zählt der langjährig politikerfahrene Feser weitere Erfolge und Vorhaben auf: Fortschreibung der Stadtleitplanung, Impulse für den Tourismus durch Investorengespräche für ein neues Vier-Sterne-Hotel zwischen Autofähre und Gartenstadt, Zehn-Punkte-Programm zur Steigerung der Hildegard-Präsentation, Vertragsabschluss für ein Studentenwohnheim, Investorenkontakte für ein Parkdeck in Bingerbrück, Erweiterung und Belebung der internationalen Städtepartnerschaften, Transparenz und Mitsprache in einem "Bürgerhaushalt".

    Die Haushaltslage der Stadt Bingen macht es leicht, Pläne zu schmieden und die Infrastruktur zu verbessern: Der Etat ist ausgeglichen, und im aktuellen Nachtrag stehen Steuermehreinnahmen von satten zehn Millionen Euro.

    Auf dieser Basis sagt Thomas Feser nach seinen ersten 100 Tagen auf Burg Klopp sichtlich entspannt und aus vollem Herzen: "Es macht richtig Spaß!"

    Rainer Gräff

    Bad Kreuznach
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