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    Bockenau/NaheCamping-Profis aus Oranje: Brüderpaar schlägt Zelte in der Bockenauer Schweiz auf

    Freundliche Übernahme aus Oranje: Der Bockenauer-Schweiz-Campingplatz und die dazugehörende Gaststätte, das "Budche", hat zwei neue Eigentümer: die Brüder Erik (50) und Arjan Gent (47) aus dem 16 000 Einwohner großen Roden in Holland.

    Von unserem Redakteur Stefan Munzlinger

    Schon vor einem Jahr wurden sie im Internet auf den zum Verkauf stehenden Platz aufmerksam, haben ihn kürzlich für einen mittleren sechsstelligen Betrag erworben.

    Nach wochenlangen Vorbereitungen im Familieneinsatz ging es im Budche an Karfreitag los - mit bis zu 80 Gästen pro Tag des Osterwochenendes. Der Zuspruch ist gut, die Gents, selbst überzeugte Camper, freuen sich auf ihre bevorstehende erste Sommersaison.

    Wenn Erik Gent der Stress zu groß wird, geht er aus dem "Budche" auf den noch leeren, aber ab sofort buchbaren Campingplatz und lässt sich nieder. "Dann hole ich tief Luft und genieße die entspannenden Naturgeräusche von Wald und Tieren, die Ruhe und die Landschaft der Bockenauer Schweiz."

    Die Hügel, Berge, Wälder, Weinberge, Rad- und Wanderwege des Nahelandes - "unfassbar schön" für die Gents und "unfassbar ebenso", dass die Naheregion nicht bekannt ist bei ihren gerne reisenden holländischen Landsleuten. "Die Nahe kennt da kein Mensch", sagt Arjan Gent erstaunt- Alle waren schon mal in der Eifel, an Rhein und Mosel, aber an der Nahe? "Wo ist das denn?", werden sie in ihrer Heimat, einem campingverrückten 16-Millionen-Völkchen, immer wieder gefragt.

    Keine Frage für die Gents: Sie wollen in Bockenau bleiben, sehen ihr Engagement nicht zeitlich befristet. Zwar ist Holland schön, reizvoll und alle Reisen wert, aber: "In der Bockenauer Schweiz haben wir unsere neue Heimat gefunden."

    Ob Skandinavien, Frankreich, Spanien, Kroatien ... Gents kennen die europäischen Campinglätze, sind selbst begeisterte Camper. Und haben folglich Erfahrung, wenn es darum geht, was Zelter, Camper und Wohnmobilisten wollen ("Was wir wollen, wollen die auch") und brauchen: in die Natur eingebettete Areale mit Wasser, Strom und Internetanschluss (in der netzlosen Bockenauer Schweiz wollen sie für ihre Gäste schon bald einen W-Lan-Anschluss einrichten), Hygiene in den Sanitäranlagen, gutes Essen und einen reibungslosen Kioskbetrieb.

    Seit zwei Jahren reifte Gents Plan, selbst einmal einen Campingplatz zu übernehmen. Im westlichen Europa schauten sich Erik (bis dahin Betriebswirt in einer holländischen Versicherung) und Arjan (Buchhalter im selben Konzern) um, unter anderem auch im nordrheinland-pfälzischen Nastätten oder an der Nordsee - und landeten am Ende in der Bockenauer Schweiz, weil überall ein Haken an der Sache und meist zu hoher Sanierungsbedarf erkennbar war.

    Selbst einen kleinen See hat der Bockenauer Campingplatz zu bieten.
    Selbst einen kleinen See hat der Bockenauer Campingplatz zu bieten.
    Foto: Stefan Munzlinger

    Ganz anders bei Bockenau: "Wir sind bei superschönem Wetter in die Einfahrt eingebogen und wussten sofort: Das ist es! Das ist, was wir gesucht haben", lächelt Erik noch heute, wenn er an den ersten Kontakt denkt. Was sie damals sahen: Eine tiptop gepflegte und stilsicher-steinreiche Gestaltung, die Holzbauweise der Hauptgebäude, die idyllische Lage. Von da waren sie "verkocht", wie Erik und Arjan sich noch gut erinnern, auf Deutsch: Sie waren "aus dem Häuschen". Erik begeistert: "Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen."

    Von da an hieß es anpacken und die Familie, Erik Gents Frau und seine beiden Kinder kommen in einem, zwei Jahren nach Bockenau hinzu, nur an Wochenenden sehen. Wohnen werden die beiden Männer im Holzbau direkt neben dem Budchen; die vordere große Budchen-Scheune haben sie nicht miterworben; sie gehört weiter Christel und Rüdiger Messer, die den Campingplatz aufgebaut haben.

    Arjan Gent ist unverheiratet und Hobbykoch; er hilft Köchin Sophie Benzar (36) in der Küche aus. Gents suchen einen zweiten Koch, auch weitere Servicekräfte auf 450-Euro-Basis. Sechs haben sie zurzeit, alle waren sie im Einsatz an den ersten Tagen. Die gut bürgerliche Küche wird um holländische Gerichte, nach denen schon jetzt eifrig gefragt wird, erweitert: die typisch länglichen Frikadellen und fleischgefüllten Kroketten, Kipsaté (Hähnchenfleisch) oder Pfannkuchen mit Erdnusssoße. Auch den großen Pizza-Ofen wollen sie rasch wieder in Betrieb nehmen. Das Budche hat um die 60 Plätze drinnen und 40 Plätze im Freien; der Campingplatz, zu dem eine 15 Hektar große Gesamtfläche gehört, hat momentan rund 80 Plätze. Daraus sollen 60 werden, damit sich jeder Camper auf einer um 110 bis 120 Quadratmeter großen Individualfläche wohlfühlen kann. Acht dieser Flächen sind auf Wohnmobile vorbereitet und acht für Dauercamperplätze. Das tadellose Sanitärgebäude wollen sie mittelfristig um Waschplätze und -maschine, Geschirrspüler und fünf neue Toiletten (bisher zehn) erweitern.

    Schon haben die Gents Kontakt mit der Naheland-Touristik in Kirn oder mit den Gemeinden um den Platz aufgenommen, vor allem mit dem Bockenauer Ortsbürgermeister Jürgen Klotz, der sie nach besten Kräften unterstützt. "Für unsere gesamte Region ist es eine positive Sache, dass wieder Leben in Campingplatz und Budche einzieht", sagt Klotz. Die bekannte Bockenauer Gastronomie sei nun als "absolut zu empfehlendes Quintett" mit den Gaststätten Adam und Beate Dockendorff, der Alten Pfalz, dem Deutschen Haus, dem Sportheim und dem Budchen jetzt wieder komplett.

    Die gut bürgerliche Küche wird um holländische Gerichte, nach denen schon jetzt eifrig gefragt wird, erweitert: die typisch länglichen Frikadellen und fleischgefüllten Kroketten, Kipsaté (Hähnchenfleisch) oder Pfannkuchen mit Erdnusssoße.
    Die gut bürgerliche Küche wird um holländische Gerichte, nach denen schon jetzt eifrig gefragt wird, erweitert: die typisch länglichen Frikadellen und fleischgefüllten Kroketten, Kipsaté (Hähnchenfleisch) oder Pfannkuchen mit Erdnusssoße.

    "Die Camper werden eine Bereicherung für unsere Gemeinde sein, da durch unsere Bäckerei-Verkaufsstelle, einer bekannten Landmetzgerei und einem Lebensmittelgeschäft auch die Versorgung des täglichen Bedarfs gesichert ist." Was Ortsbürgermeister Klotz den Gents wünscht: "Ein glückliches Händchen."

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